Wetterstation Zenting-Daxstein

Jahresrückblick 2 0 0 5

für Deutschland, Österreich und die Schweiz

Gesamthaft, von den Jahressummen bzw. Jahresmitteln ausgehend, war das zurückliegende Jahr 2005 nur wenig von den langjährigen Mittelwerten entfernt, d.h. Normalität herrschte vor. In den einzelnen Witterungserscheinungen hingegen gab es sehr wohl Herausragendes.

Für Zenting-Daxstein war 2005 um ein Zehntelgrad kälter als 2004, wiewohl noch immer leicht über dem 30jährigen Mittel liegend. Bemerkenswert war die Kältewelle zum Monatswechsel Februar/März und die unfreundliche Witterung ausgerechnet zur Haupturlaubszeit in den ersten drei Augustwochen, wobei die Menschen durch die vielen heißen Augustmonate der Vorjahre besonders "verwöhnt" waren. Daxstein hatte im ganzen Jahr 76 Eistage, so viel wie noch nie seit meinem Beobachtungsbeginn 1985 (Saldenburg-Entschenreuth [456 m, Talstation 7 km südöstlich] immerhin noch 42) und 120 (Saldenburg 128) Frosttage. Außerdem zeigte sich 2005 ausnehmend schneereich (siehe auch die beiliegende Schneegrafik): 509 cm Neuschneesumme (Saldenburg 308 cm) sind gut 2 Meter mehr, als nach dem 20jährigen Mittel 1985 bis 2004 (299 cm) zu erwarten gewesen wäre, bislang gab es nur 1999 noch mehr Neuschnee (543 cm). Auch die Zahl der Schneedeckentage war um 17 übernormal (137 statt 120), wobei Saldenburg im Tal noch 114 solcher Tage hatte.


 
 

Sowohl beim Sonnenschein (Saldenburg 1814 Stunden entsprechen 104 % der Norm) als auch beim Niederschlag pendelten die Jahressummen um den Durchschnittswert:
 

Bayerisch Eisenstein 1268 mm 95%
Saldenburg-Entschenreuth 1084 96%
Daxstein 1364 100%
Bischofsmais 1202 103%
Zwieslerwaldhaus 1419 111%

Schließlich war 2005 in Daxstein noch recht nebelarm (94 statt normal 130 Tage) und Gewitternormal (31 statt 33 Tage).

Bei den Einzelereignissen sei nur noch an die tiefen Minimumtemperaturen am 1. März erinnert (Seefeld – 27,3°C, La Brévine/CH – 34,4°C) sowie an die intensiven Dauerniederschläge vom 22. (teilweise auch 21.) August im Alpenraum:
 

Weesen/CH 241,8 mm
Mindelheimer Hütte 216,8
Reutte/Tirol 189
Säntis 186,7
Unterschächen/UR 183,3
Warth/Arlberg 179
Holzgau/Tirol 151

Insgesamt war 2005 wieder ein überdurchschnittlich sonniges Jahr, die historischen Grenzwerte von 2003 blieben aber unangetastet:
 

Cimetta ob Locarno 2330 Std.
Hiddensee-Dornbusch 2272
Eisenstadt/Burgenland 2173
Juliusruh/Rügen 2153
Arkona 2146
Wien/H.W. 2104
Genf 2097

Im ohnehin sonnigen Südfrankreich durchbrach Marseille-Marignane sogar die 3000er-Marke: 3054 Stunden.

Zumeist blieben die Jahresniederschlagsmengen eher unter der Norm. In Locarno-Monti und in Lugano wurde sogar das zweittrockenste Jahr seit 1901 registriert, nur 1921 war es noch niederschlagsärmer (Locarno damals 830 mm, heuer 1058 mm; Lugano 1921 848, heuer 952 mm):

Wolfgang Webersinke, Daxstein, Februar 2006

 

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