Wetterstation Zenting-Daxstein

Jahresrückblick 2011

(mit Umland) und den östlichen Bayerischen Wald

 

Auch in diesem Bericht soll das vergangene Jahr, vor allem in Form von Grafiken, Revue passieren.
Der Gesamteindruck war – wieder einmal – deutlich zu warm, die Niederschläge verteilten sich am Ende so, dass es kaum Abweichungen vom Mittel gab, die Sonne leistete wieder Zusatzdienste ab und landete erheblich im Plus.

Zunächst beginne ich im Bayerwald, wo anhand der Monatsmitteltemperaturen (Zehntelgrad Celsius) Metten, Zwiesel und Haidmühle gezeigt werden:

 

 

 

 

Metten hatte ein Jahresmittel von 9,0, Zwiesel 7,3 und Haidmühle 5,5°C (Fürstenzell 8,9, Entschenreuth 8,2, Kirchberg 7,2, Waldhäuser 6,6 und der Große Arber 3,7°C). Alle Werte liegen etwa 1 Kelvin über dem Mittel.
Der Sonnenschein war reichlich bemessen: Gr. Arber 1736, Waldhäuser 1758, Grainet-Rehberg 1784, Metten 1812, Entschenreuth 1876, Fürstenzell 1912 und Haidmühle schließlich 1965 Stunden; auch hierzu eine Grafik mit den Monatsergebnissen:

 

 

Beim Niederschlag fällt zuerst der sehr nasse Januar auf, dem eine trockene Periode bis zum Sommerbeginn folgt, hieran schließen sich relativ feuchte Sommermonate an, die wieder trockeneren Verhältnissen Platz machen, bis ein relativ feuchter Dezember das Jahr beendet. Zuerst Grafiken für die tiefen Lagen an der Donau und im Vorwald:

 

 

 

 

Dann tiefe Lagen im inneren Wald und im äußersten Südosten:

 

 

 

 

Hierauf nun die mittleren bis höheren, niederschlagsreichen Lagen:

 

 

 

 

Nur an der Donau gibt es Gegenden, die unter 1000 mm Jahresniederschlag geblieben sind, nur knapp darüber die trockenen Tallagen im inneren Wald (Fürstenzell 850 mm, Teisnach 1004 mm), in den niederschlagsreichen Gebieten gehen die Jahressummen über 1400 mm hinaus: Buchenau 1423 mm, Gr. Arber 1439 mm.
Jetzt noch die Zahl der Tage mit Schneedecke sowie die Neuschneesummen von Daxstein und Waldhäuser (Daxstein 119 Tage bei 303 cm; Waldhäuser 138 Tage bei 383 cm Neuschneesumme); im Schnitt auch hier ein vollkommen normales Jahr:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschließend noch ein paar zusätzliche Daten von Daxstein: Die Kältesumme erreichte – 292,1°C, an 62 Tagen zeigte sich die Sonne gar nicht, an 18 Tagen fiel Graupelniederschlag, an 3 Tagen Hagel (22.4., 30.5. und 15.7.), Nebel wurde an 90 Tagen beobachtet, Alpensicht an 73 Tagen (wesentlich häufiger als normal).
Nun zum Großraum München, der bezüglich der Jahresmitteltemperatur (Grafik: Zehntelgrad Celsius) ebenfalls gut 1 Kelvin übernormal war:

 

 

 

 

Die beiden Stationen München/Stadt (515 m) und Oberhaching-Laufzorn (604 m) repräsentieren dabei einmal die Innenstadtlage und im andern Fall eine völlig frei gelegene Station. München/Stadt hatte 10,2, Laufzorn 8,2° Mitteltemperatur (Altomünster 9,0, der Flughafen/444 m 9,1, Osterseeon/EBE 8,4°C). München/Stadt verzeichnete übrigens 61 Sommertage (13 heiße Tage; Flughafen 49, respektive 8), was den zweithöchsten Wert der Reihe ab 1781 darstellt – freilich in gebührendem Abstand von 2003 (88 Sommertage).
Auch beim Sonnenschein lassen wir die Grafik „strahlen“, denn auch in der Schotterebene schloss das Jahr mit deutlichem Plus ab (Stadt 113 %), wobei die Stadt (1906 Stunden) genau eine Sonnenstunde mehr als der Flughafen hatte. Dennoch war die Verteilungübers Jahr unterschiedlich: während die Stadt im Herbst und Winter oft mehr im Sonnenschein liegt (weniger Nebel), gibt es im Sommerhalbjahr oft Defizite gegenüber dem Flughafen:

 

 

 

 

Der Niederschlag fiel in dem Maße, wie es insgesamt der Natur dienlich ist, nur nicht gleichmäßig übers Jahr verteilt. Februar und März waren sehr trocken, dafür Januar, Juni und (besonders) der August nass, ansonsten nur ein wenig zu viel oder zu knapp an Niederschlag:

 

 

 

 

 

 

Die Jahressumme lag im Norden sogar unter 900 mm: Neufinsing 837, Altomünster 841 mm (der Flughafen wie immer exorbitant wenig: 735 mm!), in München sogar die ungewöhnliche Verteilung, dass das nördlich gelegene Harthof 1002 mm geschafft hat (108 %), während das südlicher sich befindende Wetteramt nur 964 mm hatte (99 %); ohne das Unwetter vom 2.8. wäre das wohl nicht zu schaffen gewesen. Nach Süden zu dann deutlich über 1000 mm: Osterseeon 1059, Ebersberg 1061, Laufzorn 1155 mm (102 %). 
Auch jetzt abschließend die zwei Schneegrafiken, die auch hier etwas Ungewöhnliches zeigen: eskommt nicht oft vor, dass der Norden von München drei Schneedeckentage mehr hat als der Süden (Harthof 57, Laufzorn 54!). Bei der neuschneesumme aber ist die Welt wieder in Ordnung (100 gegen 145 cm):

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie gut und angenehm wir es heuer hatten, wird bei einem Vergleich mit der Witterung von vor 100 Jahren deutlich:
Die folgende Übersicht listet die Jahressonnenscheindauer von 1912 auf, wobei dahingestellt sei, ob die sehr niedrigen Werte wirklich der Realität entsprochen haben (es gab damals auch sehr viel mehr Ruß in der Luft als heute, was den Campbell-Stokes-Apparaten sicher nicht gut getan haben mag):


 

Aachen
893 Stunden
Nürnberg
934
Brocken
972
Bonn
1021
Bamberg
1058
Kaiserslautern
1071
Emden
1078
Kassel
1111
Erfurt
1196
Kiel
1233
Jena
1253
Lindenberg/Obs.
1260
Zugspitze
1307
Kremsmünster
1309
Sonnblick
1340
Innsbruck
1342
Karlsruhe
1343
Dresden
1349
Stuttgart-Hohenheim
1384
München
1458
Klagenfurt
1495 Std.

 

Wolfgang Webersinke, Daxstein, Januar/Februar 2013

 

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