Wetterstation Zenting-Daxstein

 

NOVEMBER 1851

 

 

 

Vor 150 Jahren erlebten besonders der Süden Deutschlands, die Schweiz und weite Teile Frankreichs einen sehr kalten November, der in der folgenden Übersicht kurz beschrieben werden soll.

 

Die vorherrschende Witterungslage war eine Tiefdruckrinne über den zentralen Gegenden Mitteleuropas mit Zufuhr kalter Luft aus nördlichen Richtungen. Ein Hoch aus Westen konnte sich nur wenig auswirken. Aus der Lage der Luftdruckzentren ergaben sich vor allem nach Westen zu die tiefsten Mitteltemperaturen, während es nach Osten zu weniger kalt war (Berlin oder Wien z.B.). Eine Tabelle zeigt die Mitteltemperaturen von ausgewählten Orten. Für fett gedruckte Stationen war der November 1851 bis heute der kälteste der gesamten Messreihe:

Für den Hohenpeißenberg hat 1851 den Rekord seit 1781 inne, in Basel seit 1755 (absolutes Temperaturminimum dort am 21.11. mit – 12,6°C) und in Genf sogar seit 1753. Aus den Terminbeobachtungen des Hohenpeißenberg geht hervor, dass es zumindest 24 Eis- und sicher 30 Frosttage gegeben hat; zur Illustration ist als Grafik 1 die Tagesmitteltemperatur dieser Station veröffentlicht (dreiterminige Kämtz’sche Mittel).

Noch etwas genauer soll München betrachtet werden. In der Grafik 2 kann man Temperaturmaximum, -minimum und Tagesmittel sehen. Der "wärmste" Tag ist der 3. November mit einem für November sehr niedrigen Maximum von nur 4,5°C (aus stündlichen Registrierungen der Sternwarte Bogenhausen bei München), am kältesten war der 19. November, der ein Minimum von – 11,4°C brachte, was nicht sensationell tief für München ist. Beeindruckend war eher das lange Anhalten tiefer Temperaturen, das zu 27 Frost- und 8 Eistagen führte sowie zu einer Kältesumme von – 59,4°C.

Gleich am 1. November gab es in München ergiebige Niederschläge (28,0 mm), die teils als Regen, teils als Schnee fielen. Ab dem 4.11. lag dann bis zum Monatsende eine geschlossen Schneedecke, was den winterlichen Charakter dieses Monats im Alpenvorland deutlich hervorhebt. Insgesamt gab es 17 Tage mit Niederschlägen, die allein an 13 Tagen als Schnee nieder gingen.

1851 war kein Einzelgänger mit hochwinterlicher Witterung, gerade die 50er Jahre des 19. Jahrhunderts boten hierfür eindrucksvolle Beispiele. Ohne Vergleich bis heute war in München der November 1858 – aber dies ist ein Fall für eine neue klimatologische Untersuchung.
 

Wolfgang Webersinke, Daxstein, 15.12.2001

 

 

Letzte Aktualisierung 29.09.2002
Durch Wolfgang Webersinke

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