VdA - Verband der deutschspr. Amateurmeteorologen

Monatlicher Witterungsbericht für den Juni 2016

 

 

Witterung an den VdA-Stationen

 

Wie immer an dieser Stelle nun der Witterungsbericht der VdA-Stationen für den Juni 2016.

Der Juni präsentierte sich mit einer positiven Abweichung der Temperatur von 1,7 K und einer Durchschnittstemperatur von 17,7 °C der meldenden 44 Stationen zu warm.

Beim Niederschlag war es mit einem Durchschnitt von 146 % im Landestrend zu feucht.

Die Sonnenscheindauer betrug im   Juni diesen Jahres 99 %, war also ausgeglichen.

Hier nun die einzelnen Stationsauswertungen:

Zunächst wieder die fünf Stationen mit den höchsten Temperaturmitteln im Juni 2016:

F-Bornheim                              19,7 °C

Berlin-Rahnsdorf                      19,5 °C

Bismark und                            

Kleve    jeweils                          19,4 °C

Horneburg                                19,2 °C

Die tiefsten Mittelwerte meldeten folgende Stationen:

Bitz-Degerfeld                          13,6 °C

Bitz                                          14,1 °C

Oberstaufen                             15,0 °C

Zenting-Daxstein                      15,2 °C

Hechingen-Stein                       15,9 °C

Es gab nur positive Abweichungen. Die fünf Stationen mit den höchsten positiven Abweichungen waren hier:

Kühlungsborn                           3,2 K

Bismark                                   3,1 K

Berlin-Rahnsdorf                      3,0 K

Kleve                                       2,7 K

Jessen                                     2,6 K   

Lediglich Walldorf hatte eine Abweichung von 0,0 K.

Die Höchstwerte der Temperatur traten vorwiegend am 23. des Monats auf.

Hierbei registrierten die Stationen

Jessen                                     36,6 °C

Doberlug-Kirchhain                   36,0 °C

Neuenhagen                             35,4 °C

Bismark                                   35,2 °C

Berlin-Fried,

F-Bornheim und

Jänickendorf jeweils                 35,1 °C

die höchsten Maximaltemperaturen.

Mit 7 heißen Tagen konnte die Station Pretsch die meisten heißen Tage registrieren. Lediglich Schobüll, Bitz-Degerfeld, Bitz und Zenting-Daxstein konnten lagebedingt keinen heißen Tag registrieren.

Es gab im Juni relativ viele Sommertage. Wobei hier Jessen mit 19 Tagen der Spitzenreiter war. Zenting-Daxstein war hier mit 2 Tagen das Schlusslicht.

Die tiefsten Temperaturen registrierten

Bitz-Degerfeld                                      1,3 °C

Großen Buseck und

Oberstaufen     jeweils                          5,1 °C

Bitz                                                     5,8 °C

Heuchelheim                                        5,9 °C

Die kältesten Tage wurden meist am 20. des Monats registriert.

Als tiefste Temperatur am Boden vermeldete die Messstelle Bitz-Degerfeld 0,8 °C am 20.

Das Mittel der relativen Luftfeuchtigkeit der meldenden Stationen lag bei 78 %.

Es gab im Juni 2016 mit 146 % eine zu feuchte Niederschlagsbilanz der meldenden 52 Stationen, wobei es regional sehr große Unterschiede gab.

Die höchsten Niederschlagsmengen vermeldeten folgende Stationen:

Wolfach                                   271,5 mm

Oberstaufen                             239,2 mm

Pfronten                                  209,2 mm

Mitterdarching                          193,9 mm

Offenbach-Bürgel                     186,5 mm

Die geringsten Niederschlagsmengen konnten dagegen an den Stationen

Kühlungsborn                           25,6 mm

Köthen                                     47,0 mm

Pretsch                                    51,1 mm

Jüdenberg                               52,4 mm

Schillingsfürst                          56,2 mm

gemessen werden.

In der prozentualen Bilanz führten

Offenbach-Bürgel                     246 %

Mühlheim a.M.                          241 %

F-Bornheim                              230 %

GG-Dornheim                           225 %

Wolfach                                   221 %

die Rangliste an.

Die geringsten prozentualen Mengen fielen dagegen an den Stationen in

Kühlungsborn                           53 %

Köthen                                     64 %

Schillingsfürst                          66 %

OIbernhau                                73 %

Frabertsham                             76 %   

Die höchste Tagesniederschlagsmenge konnte die Station Wolfach mit 59,5 mm am 07. Messen.

Die Anzahl der Tage mit messbarem Niederschlag lag zwischen 28 Tagen in Hechingen-Stein und 9 in Jüdenberg und Annaburg.

Die meisten Sonnenstunden konnten im Juni die Stationen

Jänickendorf                293 Stunden

Bismark                       259 Stunden

Mühlanger                    254 Stunden

Jessen                         220 Stunden

und

Neuenhagen                 209 Stunden

für sich verzeichnen.

Die wenigste Sonnenscheindauer verzeichneten dagegen

Michelstadt                  128 Stunden    

Köln-Weiß                    142 Stunden

GG-Dornheim               157 Stunden

Darmstadt und

Salzwedel je                 160 Stunden

Prozentual gesehen war der Spitzenreiter hier

Doberlug-Kirchhain mit 144 %.

Schlusslicht bildete hier Michelstadt mit 61 %. Die Stationen mit einem Überschuss überwogen hier ganz klar.

Heitere Tage gab es im Durchschnitt 3, trübe Tage dagegen 9.

Die höchste Windspitze erreichte die Station   Großen Buseck mit 24,1 m/s.

Das Mittel an Tagen mit Windspitzen über Beaufort 6 (windige Tage) lag bei 3, das Mittel an Tagen mit stürmischen Wind (Bft 8) lag bei 0. Den Höchstwert bei den windigen Tagen hatte die Station Jänickendorf mit 10 Tagen. Bei den stürmischen Tagen war es die Station Pegnitz mit 3 Tagen.

Der Luftdruck hatte im Mai ein Mittel von 1013,1 hPa.

Bis auf Hohenwulsch, Doberlug-Kirchhain und Pegnitz gab es an allen Stationen mindestens 1 Gewittertag. Spitzenreiter war hier Ahlen/Westfalen mit 12 Tagen.

©Marco Ringel, Frank Beranek

 

 

Kurzmeldungen der Stationen

 

Salzwedel

Ein Monat voller Kontraste. Rekordverdächtige Temperaturen, mehr aber noch die Niederschlagsmenge in sehr kurzer Zeit. 5 Tage mit Niederschlagsmengen über 10 mm. Das ist schon sehr beachtlich. Und man muss lange in den Aufzeichnungen zurückblicken, um solche Ereignisse für den Juni zu finden. Aufgrund der immer wieder heranziehenden Wolkenformationen hatte die Sonne es schwer, auf ihre Werte zu kommen.

 

Berlin-Rahnsdorf

Der Juni war recht warm und niederschlagsreich (jeweils Platz 7 seit Aufzeichnungsbeginn 1977 bzw. 1979). Der Starkregen gleich am 1. brachte mit 35,7 l/m² die höchste Tagesmenge an Niederschlag seit dem 30.7.2011. Zwar blieb es vom 3.-11. dann wieder trocken, doch brachten dann 12.-18. mit täglichen Niederschlag, teilweise Gewitter. Schon vom 3.-8. war es meist sommerlich, eine kurze Hitzewelle vom 23.-25. trieb die Temperaturen sogar auf hochsommerliche Werte ab 30°C.

 

Kleve

Trotz des überwiegend wechselhaften Wetters war dieser Juni der wärmste in diesem Jahrzehnt, was dem hochsommerlichen warmen und niederschlagarmen ersten Monatsdrittel zu verdanken ist. Nach dem 12. gab es nur zwei Tage ohne Regen, in dieser Zeit alle Starkregenereignisse, wobei man hier mit einem blauen Auge davongekommen war, denn nur 30 km weiter in östlicher bzw. südöstlicher Richtung gab es verheerende Unwetter.

 

Ahlen/Westfalen

Im Juni bestimmten überwiegend feuchte und nur mäßig warme Luftmassen das Wettergeschehen in der Region. Geringe Luftdruckunterschiede führten zu wenig Abwechslung, häufig jedoch zu heftigen Gewittern. Nur vorübergehend gelangte heiße Luft aus Nordwestafrika zu uns und hinterließ einen ersten hochsommerlichen Eindruck. Dies ergab insgesamt einen recht warmen Juni, mit deutlich zu viel Niederschlag und etwas zu wenig Sonnenschein.

 

Oelde-Sünninghausen

Das "Oelder Gebiet" ist von den schweren Unwettern verschont geblieben.

 

Arnsberg

Häufige Gewitter, begleitet von heftigen Regenschauern prägten das Wetter im ersten Sommermonat. Eine kurze hochsommerliche Hitzewelle mit Tagesmaxima von 33.7°C (23.) wurde tags darauf durch eine Gewitterfront mit Starkregen und kleinkörnigem Hagel abgelöst.

 

Eisleben

Bis auf das Unwetter am 08. ein schöner Sommermonat. Das Temperaturmittel von 19.0°C ist das 4. höchste seit Aufzeichnungsbeginn 1953. Spitzenreiter ist 2003 mit 19.7°C, gefolgt von 1992 und 1964. An 29 Tagen überschritt das Tagesmaximum die 20°-Grenze. Am 23. und 24. wurden neue Tageshöchstwerte erreicht. Bei dem Unwetter am 08. fielen in kurzer Zeit am Südrand der Stadt bis zu 36 mm, an meiner Station 24mm, am Nordrand blieb es trocken.

 

Köln-Weiß

Der Monat wies außer bei der Temperatur (+0,3 C) erhebliche Abweichungen beim Niederschlag (175 %) und bei der Sonne (76%) auf. Trotz der hohen Niederschlagsmenge blieb Kölns Süden von Unwettern verschont. Der Rhein hielt nahezu im gesamten Monat mit mehr als 6 m Pegel ein ungewöhnlich langes Hochwasser, blieb allerdings mehr als 4 m unter dem höchsten Wasserstand.

 

Heuchelheim

Sehr wechselhafter aber auch sehr warmer Juni. Unwetter am 06. über Gießen mit bis zu 45 mm in 30 Min. Unwetter mit Hagel (Durchm. 2 cm) über der Region. Größtes Unwetter seit dem 07.07.2012.

 

Großen Buseck

Luftdruck Min. 1000.3 hPa am 14., Max. 1025.7 hPa am 20. Spitzenwind 86 km/h am 24. Windrichtungsmittel SE.

 

Elz

Niederschlagssumme seit mind. 1930 nicht überschritten. 6 Tage Niederschlag >10mm, nur 1981/1965 überboten. 3 Tage Niederschlag >20mm nur 1981, 2 Tage >30mm seit mind. 1930 noch nicht. 13.06.1987 zuletzt mit mehr als 30 mm Regen in einem Juni. 11 Nebeltage sind Rekord, 9 Gewittertage wurden nur 2007, 2003 und 1982 übertroffen.

 

F-Bornheim

Nach 6 zu nassen Monaten in Folge ist die Trockenheit von 2015 damit wohl wieder ausgeglichen.

 

Offenbach-Bürgel

1,4 K zu warm und mit 245 % (186,5 mm) erheblich zu nass. Beeindruckende Serie von Starkregenereignissen zur Monatsmitte (27,0 mm am 12., 57,7 mm am 13. und 45,9 mm am 14. Juni).

 

Mühlheim a.M.

Niederschlagsüberschuss Jan.-Juni: 236.5 mm. Damit ist das Defizit vom Vorjahr (230.9 mm) ausgeglichen.

 

Neu-Isenburg

Vom 26.05.-17.06. gab es beinahe täglich Schauer und teils heftige Gewitter. Besonders intensiv waren die Gewitter am 05. mit Hagelschauern teils über 1 cm Durchmesser sowie am 13. und 17. Der Juni ist mit 11 Gewittertagen der gewitterreichste meiner Messreihe seit 1976. Der Juni wurde nach 2007 der zweitnasseste der Messreihe. Da bisher alle Monate zu nass waren, ist im 1. Hj. mit 541 mm schon mehr Niederschlag gefallen als 2015.

 

Darmstadt

Mit 159.6 h Sonnenschein geringster Juni-Wert seit 1985 (156.0 h). Nassester Juni (124.9 mm) seit 2007 (131.3 mm ) und 2009 (136.1 mm). 6 Tage mit >=10mm Niederschlag.

 

Gernsheim

Mittlere Windgeschwindigkeit: ELV: 2,7 m/s Mittlere Windgeschwindigkeit: Davis: 1,7 m/s Tage mit Nebel: 0 Daten ELV (alte Wetterstation) Mittel: 18,2°C 1. Dekade:18,5°C (18,6°C 2,3K) 22,7mm ( 77%) 2. Dekade:16,0°C (16,3°C -1,1K) 37,3mm (153%) 3. Dekade:20,2°C (20,0°C 1,8K) 23,8mm (104%) Temperaturen in Klammern: (Tx+Tn)/2 und Abweichung gegen 1961-1990

 

Schillingsfürst

Niederschlagsmengen im Landkreis Ansbach zwischen 104 mm in Frankenhofen und 53 mm in Mittelstetten. Am 02. bis zu 35 mm in Dietenhofen. 12.: Erste Erdbeeren reif. 15.: Beginn der Weinblüte.

 

Wolfach

Niederschlagsreichster Juni der Messreihe seit 1958. Auch in der Anzahl der Niederschlagstage führend. Mehrfach kleinere Überschwemmungen bei Starkregen. Landwirtschaft mit großen Problemen infolge der Staunässe auf den Feldern.

 

München-Harthof

Häufige, aber nie ergiebige Niederschläge. 6 Tage mit Alpensicht

 

Mitterdarching

1 Tag mit Hagel. Dominierende Windrichtung: WSW. Max. Luftdruck: 1023.5 hPa am 22., Min. Luftdruck: 999.0 hPa am 16. Min. rel. Luftfeuchtigkeit: 39% am 28.

Peter Süßmann, Darmstadt, den 14.07.2016

 

Wettertabellen

 

 

 

Wettergrafiken

 

 

 

 

Grafiken von Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein der Referenzstationen

 

 

 

 

 

 

Grafiken von Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein der Stationen in Süd- und Mittelhessen

 

Der Juni 2016 war ein sehr wechselhafter, aber zu warmer Sommermonat.

Viele zum Teil schwere Gewitter und Unwetter prägten das Wettergeschehen in dem Monat, was ihn auch sehr nass enden ließ. Am heißesten war es am 23.6. mit 34,6 Grad im Westend. Vor allem vom 12.-14.6. gab es heftige Niederschläge. In Offenbach-Bürgel fielen hierbei rund 58mm am 13. Sehr nass war es vor allem rund um das Rhein-Main-Gebiet herum, 187mm in Offenbach-Bürgel, gefolgt von 173mm in Mühlheim. Am trockensten war es hingegen in Lampertheim mit 73mm blieb es hier normal nass. Auch in Alzey gab es kaum mehr (77mm).

Die Sonne machte sich rar, nur knapp 80% zeigte sie sich vom normal üblichen Soll.

Der Monat endete im Schnitt gut 1K zu warm und rund doppelt so nass als üblich.

 

 

 

Verteilungskarten

 

 

 Temperaturverteilung
Niederschlagsverteilung
Abweichung der Temperatur
Abweichung des Niederschlages
Heiße Tage
Sommertage
Luftdruck

Marco Ringel

 

 

Abweichungen

 

 

Relativgrafiken und Ereignisstage der VdA-Wetterstationen für den Juni 2016

 

 

(Vergrößerung durch anklicken der Grafiken!)

ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-klima.de/vda-Stationen 
Sommertage, Heiße Tage
ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-klima.de/vda-Stationen 
Eistage, Frosttage und Bodenfrosttage
ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-klima.de/vda-Stationen 
Gewittertage
ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-
            klima.de/vda_mitglieder2016/2016_06/vda-Stationen 
Abweichung der Temperatur vom Normalwert in Kelvin
ChartObject Prozentuale Erfüllung der Niederschlagssumme vom Normalwert (1961-1990) der http://www.vda-
            klima.de/vda-Stationen
Erfüllung des Niederschlages vom Normalwert in Prozent
 
Erfüllung der Sonnenscheindauer vom Normalwert in Prozent

 

 

 

 

 

 


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