VdA - Verband der deutschspr. Amateurmeteorologen

Monatlicher Witterungsbericht für den Januar 2016

 

 

Witterung an den VdA-Stationen

 

An dieser Stelle nun wieder der Witterungsbericht der VdA-Stationen für den Januar 2016.

Der Januar präsentierte sich mit einer positiven Abweichung der Temperatur von 1,4 K bei einer Durchschnittstemperatur von 1,3 °C. Im Januar haben 42 Stationen ihre Temperaturen gemeldet.

Beim Niederschlag gab es mit einem Durchschnitt von 133 % im Landestrend ebenso eine deutlich positive Niederschlagsbilanz, wobei es dabei ein deutliches Süd-Nord Gefälle gab.

Die Sonnenscheindauer betrug im   Januar diesen Jahres 99 %, es gab also übers Land verteilt eine annähernd normale Sonnenscheindauer.

Hier die einzelnen Stationsauswertungen:

Zunächst die fünf Stationen mit den höchsten Temperaturmitteln im Januar 2016:

Köln-Weiß                                4,5°C

Kleve                                       4,4°C

F-Bornheim                              3,8°C 

Groß Gerau Dornheim               3,8°C 

Gernsheim                               3,7°C

Die tiefsten Mittelwerte meldeten folgende Stationen:

Kühlungsborn                -2,2°C Doberlug-Kirchhain                      -1,5°C Berlin-Friedrichshagen     -0,8°C Olbernhau und

Berlin-Fried.                              -0,8°C

Es gab landesweit überwiegend positive Abweichungen. Die fünf Stationen mit den höchsten positiven Abweichungen waren hier:

Mitterdarching und                   

Frabertsham                             3,1 K

Schillingsfürst                           3,0 K

F-Bornheim                              2,8 K

Darmstadt                                2,8 K

Die tiefsten Abweichungen konnten

Kühlungsborn                           -2,4 K

Doberlug-Kirchhain                    -1,2 K

Neuenhagen                             -1,1 K

Berlin-Fried.                              -0,7 K

Salzwedel und

Jänickendorf                              0,0 K

für sich verzeichnen.

Die Höchstwerte der Temperatur traten vorwiegend am 27. des Monats auf. Hierbei registrierten die Stationen

Westheim                                14,8°C

Schillingsfürst                           14,5°C

Erlensee und

Michelstadt sowie                     13,8 °C

Grafing,

Köln-Weiß und

Kleve                                       13,7°C

die höchsten Maximaltemperaturen.

Mit 25 Tagen hatte Doberlug-Kirchhain die meisten Frosttage zu verzeichnen, Köln-Weiß kam lediglich auf 6 Tage, und war hier das Schlusslicht. .

Kühlungsborn meldete 14 Eistage, lediglich Schillingsfürst blieb bei den meldenden Stationen ohne Eistag.

Die tiefsten Temperaturen registrierten

Doberlug-Kirchhain                    -18,8°C

Oberstaufen                              -18,5°C

Mitterdarching               -18,2°C

Pegnitz                                    -18,1°C

Olbernhau                                -17,1°C

Die kältesten Tage wurden meist am 22. des Monats registriert.

Die meisten Bodenfrosttage registrierte Olbernhau mit 29 Tagen, Kleve hatte hier lediglich 9 Tage zu registrieren.

Als tiefste Temperatur am Boden vermeldete die Messstelle Olbernhau -24,6 °C am 19.

Das Mittel der relativen Luftfeuchtigkeit der meldenden Stationen lag bei 88 %.

Es gab im Januar 2016 mit 133 % eine deutlich positive Niederschlagsbilanz der meldenden 49 Stationen, wobei die Niederschlagsverteilung in Deutschland wie gesagt ein Süd-Nord-Gefälle besaß.

Die höchsten Niederschlagsmengen vermeldeten die Stationen:

Oberstaufen                              266,0 mm

Zenting-Daxstein                       187,9 mm

Pfronten                                   187,5 mm

Wolfach                                   187,2 mm

sowie

Mitterdarching                           129,8 mm

Die geringsten Niederschlagsmengen konnten dagegen an den Stationen

Kühlungsborn                             27,4 mm

Doberlug-Kirchhain                     30,2 mm

Salzwedel                                 32,6 mm

Eisleben                                    32,9 mm

sowie

Köthen                                     39,7 mm

gemessen werden.

In der prozentualen Bilanz führten

Oberstaufen                              222 %

München-Harthof                       186 %

Westheim                                178 %

Schillingsfürst                           175 %

und

Kleve                                       174 %

die Rangliste an.

Die geringsten prozentualen Mengen fielen dagegen an den Stationen in

Salzwedel                                53 %

Kühlungsborn                             78 %

Doberlug-Kirchhain                    79 %

Ahlen/Westfalen                       89 %

und

Olbernhau                                 91 %

Die höchste Tagesniederschlagsmenge konnte die Station Oberstaufen mit 42,2 mm am 30. messen.

Die Anzahl der Tage mit messbarem Niederschlag lag zwischen 26 Tagen in Zenting-Daxstein und 9 in Jessen.

In Zenting-Daxstein lag an 30 Tagen eine geschlossene Schneedecke, lediglich in Köln-Weiß und Oelde gab es keinen Tag mit einer geschlossenen Schneedecke. Dabei registrierten

Zenting-Daxstein mit                 54 cm

Wolfach                                   36 cm

Mitterdarching                           25 cm

Olbernhau                                24 cm

Pegnitz                                    20 cm

die höchsten Schneedecken vorwiegend um den 17. des Monats.

Die höchsten Neuschneesummen konnten an den Stationen

Zenting-Daxstein                       105 cm

Mitterdarching                            50 cm

Wolfach                                    47 cm

Grafing                                     36 cm

Olbernhau                                32 cm

gemessen werden.

Die meisten Sonnenstunden konnten im Januar die Stationen

Darmstadt                                63 Stunden

Mühlanger und

Grafing                         60 Stunden

und

GG-Dornheim                            54 Stunden

für sich verzeichnen.

Die wenigste Sonnenscheindauer verzeichneten dagegen

Neuenhagen                             18 Stunden

Michelstadt                              24 Stunden

Neumünster                              33 Stunden

und

Doberlug-Kirchhain                    38 Stunden

Prozentual gesehen war der Spitzenreiter hier

Frankfurt-Sachsenhausen mit 151 %.

Schlusslicht bildete hier Neuenhagen mit 34 %.

Heitere Tage gab es im Durchschnitt 2, trübe Tage dagegen 18.

Die höchste Windspitze erreichte die Station   Jessen mit 24,4 m/s.

Das Mittel an Tagen mit Windspitzen über Beaufort 6 (windige Tage) lag bei 5, das Mittel an Tagen mit stürmischen Wind (Bft 8) lag bei 0, den Höchstwert bei den windigen Tagen hatte die Station Schillingsfürst mit 14 Tagen. Bei den stürmischen Tagen war es ebenso Schillingsfürst mit 3 Tagen.

Der Luftdruck hatte im Oktober ein Mittel von 1012,7 hPa.

Es gab jeweils 1 Gewittertag in Neumünster, Olbernhau, Michelstadt, Pegnitz und Zenting-Daxstein. Ansonsten gab es landesweit keine Gewittertage.

©Marco Ringel, Frank Beranek

 

 

Kurzmeldungen der Stationen

 

Salzwedel

Mathematisch hat es der Januar geschafft, fast alle Extremwerte auszugleichen. Trotz zweier extremer Temperaturwerte von Maximum und Minimum ist die Abweichung vom Mittelwert bei Null zum Stehen gekommen. Obwohl auch eine Menge Schnee fiel - insgesamt sind aber nur 32.6 mm Niederschlag gemessen worden.

 

Berlin-Rahnsdorf

Nun kam er doch noch, der Winter, und machte den Januar zum kältesten seiner Art seit 2010. Eine erste Frostperiode vom 2.-7. und, nach kurzer Pause, eine weitere vom 15.-23. ließen zum ersten Mal seit fast 2 Jahren wieder ahnen, wie "Winter sein kann". Besonders nach dem Schneefall am 16.-17. strahlte alles märchenhaft weiß, bis zu 7 cm erreichte die Schneedecke. Die Randbereiche des Müggelsees waren begehbar, Eislaufen aufgrund des Schnees jedoch nur eingeschränkt möglich. Das Tauwetter ab 23. beendete das Gastspiel des Winters wieder.

 

Kleve

In der ersten Monatshälfte gab es nur an 2 Tagen Bodenfrost aber keine zweistelligen Plusgrade. Am 16. gab es hier den ersten Frosttag des Winters 2015/16. Das Gastspiel des Winters dauerte bis zum 22. und konnte alle "Kälterekorde" des Jahres 2015 unterbieten. Trotz Milderung zum Monatsende etwas kühler als 2012 und 2014

 

Ahlen/Westfalen

Ein leicht zu warmer und ebenso leicht zu trockener Monat in Ahlen. Es herrschten meist südwestliche Strömungen vor, die milde Luftmassen heranführten. Lediglich vom 16.-22. gab es ein kurzes, meist nasskaltes Intermezzo.

 

Arnsberg

NRW war im Januar mit durchschnittlich 3.1°C (normal sind 1.2°C) diesmal das wärmste Bundesland. Auch an der Station Arnsberg lag die Temperatur mit 3.0°C um 2.1°C über dem Mittel der Periode 1961-1990. Lediglich zur Monatsmitte zeigte sich das Wetter mit Frost bis -11°C und Schnee winterlich. Im Hochsauerland sorgte eine bis zu 55 cm hohe Schneedecke für ideale Wintersportbedingungen. Ansonsten war es weitgehend feucht und mild.

 

Eisleben

Strich: fast normale Monatsmitteltemperatur und Niederschlagssumme. An 4 Tagen lag die Tiefsttemperatur unter -10°C. Zwei kurze Frostperioden und ein sehr mildes Monatsende beendeten schnell die Winterruhe vieler Pflanzenarten. Besonders früher Blühbeginn von Winterlingen, Schneeglöckchen und Kornelkirsche.

 

Köln-Weiß

Auch der 2. Wintermonat war trotz der 6 frostigen Tage zu warm (2,6°C). Es war insgesamt mit 21 Niederschlagstagen zu nass (123%). Zu einer geschlossenen Schneedecke reichte es allerdings nicht. Die Sonnenscheindauer entsprach der Norm (+0,4 Stunden).

 

Großen Buseck

Luftdruck: Min. 988.0 hPa am 11., Max. 1036.1 hPa am 24. Spitzenwind 46.7 km/h am 30. Windrichtungsmittel: S.

 

Elz

Der Winter zeigte sich nur kurz, deshalb nach November, Dezember 2015 auch der Januar zu mild. Damit beginnt das neue Jahr ähnlich wie der Januar 2015: zu mild und zu nass.

 

Neu-Isenburg

Am 14. fielen erstmals seit dem 28.11. wieder einige nasse Schneeflocken. Für eine dünne Schneedecke reichte es nur am 17. Die seit Anfang November herrschende Westströmung mit teils extrem milden Luftmassen wurde auch im Januar nur kurzzeitig unterbrochen.

 

Darmstadt

Nur die winterliche Woche vom 16.-22. verhinderte, dass wir wieder einen extrem milden Januar bekommen hätten. Bemerkenswert: Erheblich zu viel Niederschlag (149%) und deutlich zu hohe Sonnenscheinsumme (151%), was in dieser Kombination eher ungewöhnlich ist.

 

Gernsheim

Mittlere Windgeschwindigkeit: 4,0 m/s Tage mit Nebel: 1; 1. Dekade: 4,6°C ( 4,5°C 3,9K) 37,2mm (242%) 2. Dekade: 1,0°C ( 1,1°C 0,9K) 17,8mm (213%) 3. Dekade: 5,2°C ( 5,4°C 3,3K) 9,2mm ( 59%) Temperaturen in Klammern: (Tx+Tn)/2 und Abweichung gegen 1961-1990

 

Schillingsfürst

Niederschlagsmengen im Landkreis Ansbach zwischen 69 mm in Bonnhof und 112 mm in Schillingsfürst. Am 02. Eiskörner. Am 04. bis zu 7 cm Neuschnee. Am 18. Schneehöhen bis zu 19 cm. Der 26. war mit einem Maximum von 14.5°C der zweitwärmste Januartag seit Aufzeichnungsbeginn vor 67 Jahren.

 

Wolfach

Trotz eines Zehn-Tage-Winters am Ende wieder ein deutlich zu warmer Januar. Damit sind alle Januarmonate in diesem Jahrzehnt mehr als ein Grad zu warm gewesen. Am 17. mit 36 Zentimeter höchste Schneehöhe seit dem Winter 2003.

 

Westheim

Höchste Windböe am 13. mit 60 km/h. Am 23. 04-05 Uhr gefrierender Regen mit 2 mm Glatteis.

 

München-Harthof

Zumindest gelegentlich winterlich anmutender Monat. Am 23. frühmorgens bis vormittags starke Glatteis-Lage. 5 Tage mit Nebel, 14 Tage mit Alpensicht.

 

 

Mitterdarching

3 Tage mit Nebel. Dominierende Windrichtung: WSW. Max. Luftdruck: 1039.3 hPa am 23., Min. Luftdruck: 991.2 hPa am 11. Min. rel. Luftfeuchtigkeit: 51% am 27.

 

Peter Süßmann, Darmstadt, den 14.02.2016

 

Peter Süßmann, Darmstadt, den 13.10.2016

 

 

Wettertabellen

 

 

 

Wettergrafiken

 

 

 

 

Grafiken von Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein der Referenzstationen

 

 

 

 

 

 

Grafiken von Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein der Stationen in Süd- und Mittelhessen

 

Der Januar 2016 war wieder mal ein deutlich zu milder Wintermonat!

Oftmals wurden hohe einstellige Werte am Tage, teils auch zweistellige Werte gemessen (vor allem am Ende), außer in der Woche vom 17.-23. Januar, da zeigte sich der Januar einmal von der winterlichen Seite mit einigen Dauerfrosttagen und etwas Schnee.

Am kältesten war es am 19. in Heuchelheim mit -9,7 Grad. Die mildeste Messung am Tage erreichte uns diesmal aus Offenbach Bürgel mit 13,5 Grad am 27.

Niederschlag fiel hingegen reichlich, ist die Trockenperiode aus den vergangenen Monaten nun beendet??? Wir werden es sehen. Jedoch fielen rund 50% mehr Niederschlag als normal üblich. Am nassesten war es in Oberursel mit knapp 86mm, am trockensten in Trebur mit nur etwa 50mm.

Trotz des nassen Monats zeigte sich die Sonne fast 50% mehr als normal üblich.

Die Temperaturabweichung betrug im Januar etwa 2,5K nach oben, gemittelt auf die letzten 25 Jahren (1991-2015) wären es hingegen nur 1,0K.

 

Florian Besinger - Station Walldorf - im Februar 2016


 

 

Verteilungskarten

 

 

 Temperaturverteilung
Niederschlagsverteilung
Abweichung der Temperatur
Abweichung des Niederschlages
Eistage
Frosttage
Luftdruck

Marco Ringel

 

 

Abweichungen

 

 

Relativgrafiken und Ereignisstage der VdA-Wetterstationen für den Januar 2016

 

 

(Vergrößerung durch anklicken der Grafiken!)

ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-klima.de/vda-Stationen 
Sommertage, Heiße Tage
ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-klima.de/vda-Stationen 
Eistage, Frosttage und Bodenfrosttage
ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-klima.de/vda-Stationen 
Gewittertage
ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-
            klima.de/vda_mitglieder2016/2016_01/vda-Stationen 
Abweichung der Temperatur vom Normalwert in Kelvin
ChartObject Prozentuale Erfüllung der Niederschlagssumme vom Normalwert (1961-1990) der http://www.vda-
            klima.de/vda-Stationen
Erfüllung des Niederschlages vom Normalwert in Prozent
 
Erfüllung der Sonnenscheindauer vom Normalwert in Prozent

 

 

 

 

 

 


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