Wetterstation Zenting-Daxstein

Monatlicher Witterungsbericht für den Januar 2015

 

 

Witterung an den VdA-Stationen

  

Viel zu warm und meist viel zu nass

  

Der Januar 2015 macht dort weiter, wo das Jahr 2014 aufgehört hatte. Die 50 meldenden VdA-Stationen vermelden allesamt eine meist deutlich positive Abweichung gegenüber dem monatlichen Mittelwert. Bei einer mittleren Temperatur von 2,4 °C entspricht das einer positiven Abweichung von 2,4 K.

Mit einem Schnitt von 183 % aller 54 meldenden Stationen lag das Niederschlagsmittel im gesamten Land deutlich zu hoch. Lediglich einige Stationen in Westfalen meldeten nahezu normale Niederschlagsmengen.

Die Sonnenscheindauer betrug im Januar dieses Jahres lediglich 70 %, die Sonnenscheindauer ist also als unterdurchschnittlich zu bewerten.

Schauen wir uns jetzt also zunächst die höchsten Werte bei den monatlichen Temperaturmitteln an: hier hatten Kleve und Köln-Weiß (jeweils 3,8 °C), Frankfurt-Bornheim (3,6 °C), Horneburg (3,5 °C), sowie Salzwedel und Berlin-Rahnsdorf (jeweils 3,2 °C) die höchsten Werte aufzuweisen.

Die tiefsten Mittelwerte meldeten die Stationen Bitz-Degerfeld (-0,8 °C), Bitz (0,0 °C), Zenting-Daxstein (0,1 °C), Oberstaufen (0,2 °C), sowie Mitterdarching (0,6 °C).

Die höchsten positiven Abweichungen konnten Bismark (4,3 K), Großen Buseck (3,9 K), Berlin-Rahnsdorf und Mühlanger (jeweils 3,8 K), sowie Köthen und Berlin-Friedrichshagen (jeweils 3,6 K) für sich verzeichnen.

Die geringsten positiven Abweichungen (negative Abweichungen wurden ja keine registriert) verzeichneten Walldorf (0,7 K), Kiedrich (0,9 K), Ahlen und Bitz (jeweils 1,0 K), sowie Kall (1,1 K).

Die Höchstwerte der Temperatur traten vorwiegend am 10. des Monats auf, als Sturmtief Felix mit einer südwestlichen Strömung milde Luftmassen nach Deutschland führte. Hierbei registrierten die Stationen Mitterdarching (16,8 °C), Frabertsham (16,4 °C), Sachsenhausen (15,7 °C), Elz (15,3 °C), sowie Walldorf (15,2 °C)    die höchsten Maximaltemperaturen.

Es gab im Januar der Jahreszeit entsprechend an jeder Station mindestens 5 Frosttage. Spitzenreiter bei den Frosttagen waren Bitz-Degerfeld, Bitz, Mitterdarching und Oberstaufen mit jeweils 27 Tagen, gefolgt von Zenting-Daxstein mit 26 Tagen. Die wenigsten Frosttage registrierten die Stationen Köthen mit 5 Tagen und Frankfurt-Bornheim mit 7 Tagen.

An 33 der 50 meldenden Stationen gab es mindestens einen Eistag. Hierbei kamen Bitz und Bitz-Degerfeld auf jeweils 13 Tage, gefolgt von Zenting-Daxstein mit 11 Tagen.

Die tiefsten Temperaturen registrierten Bitz-Degerfeld (-15,3 °C), Fronhausen (-10,6 °C), Mitterdarching (-10,4 °C), Großen Buseck und Oberstaufen (jeweils -9,8 °C).

Die kältesten Tage wurden meist um den 19. des Monats registriert.

An allen Stationen wurde Bodenfrost registriert. Hier reicht die Spannweite von 29 Tagen in Bitz-Degerfeld und Mitterdarching, bis zu 10 Tagen in Salzwedel.

Als tiefste Temperatur am Boden vermeldete die Messstelle Bitz-Degerfeld -17,2 °C am 19.

Das Mittel der relativen Luftfeuchtigkeit der meldenden Stationen lag bei 88 %.

Es gab im Januar mit 183 % eine überdurchschnittlich erhöhte Niederschlagsbilanz der meldenden 54 Stationen, wobei die Verteilung Bundesweit sehr unterschiedlich war.

Die höchsten Niederschlagsmengen vermeldeten die Stationen Wolfach (158,7 mm), Horneburg (156 mm), Oberstaufen (153,3 mm), Zenting-Daxstein (148,3 mm), sowie Pfronten (132,4 mm)

Die geringsten Niederschlagsmengen konnten dagegen an den Stationen Köthen (47,2 mm), Bitz (47,8 mm), Hohenwulsch (47,9 mm), Eisleben (55,6 mm), sowie Kühlungsborn und Bismark (jeweils 56,0 mm) gemessen werden.

In der prozentualen Bilanz führten Berlin-Friedrichshagen (237 %), GG-Dornheim (233 %), Pretsch (205 %), Gernsheim (204 %), sowie Jessen (203 %) die Rangliste an.

Die geringsten prozentualen Mengen fielen dagegen an den Stationen in Ahlen (95 %), Oelde (102 %), Juliusruh und Heuchelheim (107 %), sowie Arnsberg und Zenting-Daxstein (jeweils 109 %).

Die höchste Tagesniederschlagsmenge konnte die Station Mitterdarching mit 29,3 mm am 3. messen.

Bis auf Berlin-Rahnsdorf hatten alle meldenden Stationen mindestens einen Tag mit einer geschlossenen Schneedecke. Spitzenreiter war hier Zenting-Daxstein mit 31 Tagen. Die höchsten Schneedecken registrierten die Stationen Oberstaufen (68 cm), Mitterdarching und Zenting-Daxstein (jeweils 38 cm), Frabertsham (27 cm), sowie München-Harthof (25 cm).

Die höchsten Neuschneesummen konnten an den Stationen Oberstaufen (94 cm), Zenting-Daxstein (87 cm), Mitterdarching (55 cm), sowie Frabertsham (46 cm) registriert werden.

Die meisten Tage mit Niederschlag registrierten Berlin-Rahnsdorf und Kleve (jeweils 27 Tage), sowie Michelstadt und Zenting-Daxstein (jeweils 26 Tage)

Mit 17 Tagen regnete es in Heuchelheim an den wenigsten Tagen.

Die meisten Sonnenstunden konnten im Januar die Stationen Köthen (115 Stunden), Oberstaufen (66 Stunden), Bitz (52 Stunden), sowie Bismark (43 Stunden) für sich verbuchen.

Die wenigste Sonnenscheindauer verzeichneten dagegen Neuenhagen (10 Stunden), Michelstadt (19 Stunden), Jessen (20 Stunden), sowie Kiedrich (27 Stunden).

Prozentual gesehen waren die Spitzenreiter hier Neumünster (100 %) und Frankfurt-Sachsenhausen (94 %). Schlusslicht bildeten hier Neuenhagen (18 %) und Jessen (43 %).

Heitere Tage gab es im Durchschnitt 2 Tage, trübe Tage dagegen 20.

Die höchste Windspitze erreichte die Station   Schobüll mit 39,8 m/s. Das Mittel an Tagen mit Windspitzen über Beaufort 6 (windige Tage) lag bei 9, das Mittel an Tagen mit stürmischen Wind (Bft 8) lag bei 2, den Höchstwert bei den windigen Tagen hatte die Station Kamenz mit 21 Tagen. Es gab 12 stürmische Tage (Beaufort 8) in Schobüll.

Der Luftdruck hatte im Januar ein Mittel von 1013,4 hPa.

An 28 Stationen gab es mindestens einen Tag mit Gewitter, wobei es in Berlin-Friedrichshagen An 4 Tagen, in München-Harthof an 3 Tagen gewitterte. 15 Stationen meldeten kein Gewitter.

©Marco Ringel, Frank Beranek 

 

Kurzmeldungen der Stationen

 

 

 

 

Salzwedel

Ungewöhnlich mild war der Januar. Sogar 2.9K Abweichung zum langjährigen Mittel. Und zu den milden Temperaturen gesellte sich noch eine Menge Niederschlag von 56.4 mm. Dafür hat sich die Sonne sehr rar gemacht. Mit den Stürmen Elon und Felix waren gleich noch zwei markante Wetterereignisse zu verzeichnen. Die Schäden durch beide Stürme hielten sich aber im Bereich des Normalen. Also: mild, nass, trüb.

 

Berlin-Rahnsdorf

Der Januar war in mancherlei Hinsicht recht ungewöhnlich: Er war der drittwärmste (nach 2007, 2008) und viertnasseste seit Aufzeichnungsbeginn 1978/1979. Nur an 2 Tagen (17./18.) blieb es völlig trocken. So führt nun auch das Fredersdorfer Mühlenfließ in seinem Unterlauf wieder Wasser (Das Fließ trocknet seit den 70er Jahren im Sommer regelmäßig aus - meist "kommt" das Wasser spätestens im Oktober wieder - in diesem Jahr erst am 12.1. - so spät wie noch nie!) Ungewöhnlich auch ein recht lang anhaltendes Gewitter am 9.1. und der extrem tiefe Luftdruck (961,4 hPa) am 30. Es gab nur eine Handvoll Sonnentage (1., 4., 14., 18.) - von Winter kaum eine Spur!

 

Kleve

Vorwiegend milde erste Monatshälfte mit Höhepunkt zwischen dem 10 und 15, wo die Tagesmaxima an 4 Tagen über 10 Grad lagen. Dabei sehr windig. An 8 Tagen Windstärke 5 und mehr. Zweite Monatshälfte dann der Jahreszeit entsprechend mit Frost und auch Schnee.

 

 

Ahlen

Ein warmer und normal feuchter Monat, der vom Durchzug einiger Sturmtiefs im ersten Drittel geprägt war. Dabei gingen in den Nächten die Werte des Öfteren in den negativen Bereich, es konnten sich Schneedecken bis zu 7 cm ausbilden, tagsüber tauten diese meist weg.

 

Arnsberg

Zu mild und zu nass - das Wetter war von atlantischen Tiefdruckgebieten bestimmt. Mit 2.5°C war es an der 219 m hoch gelegenen Arnsberger Station um 1.6 K zu warm und mit 102 mm rund 10% zu nass. Erst Ende des Monats kehrte der Winter zurück. Während im Tal maximal 11 cm Schneehöhe registriert wurde, konnten sich die Wintersportler im Hochsauerland auf 700 bis 840 m Höhe über eine bis zu 50 cm hohe Schneedecke freuen.

 

Eisleben

Ein besonderes Ereignis war das Temperaturmaximum mit 14.7°C am 10. Es ist der vierthöchste Januarwert seit 1953. Aber am 10.01.1991 wurden schon 15.6°C erreicht. In den letzten 40 Jahren gab es in jedem Jahrzehnt 3 Januarmittel, die so hoch ausfielen wie dieses Jahr oder noch höher waren, zuletzt war das 2008 gewesen.

 

Köln-Weiß

Auch der zweite Wintermonat war zu warm. Dabei war er zu feucht und zu sonnenscheinarm. An zwei Tagen lag Schnee. Bemerkenswert war die Luftdruckspanne in diesem Monat. Der höchste Druck am 1. betrug 1036,5 hPa, der niedrigste am 30. dagegen nur 970,5 hPa. 66,5 hPa Druckunterschied in einem Monat gab es bisher noch nicht.

 

Heuchelheim

Temperaturmaxima von 15°C und mehr traten im Januar seit Anfang der 90er Jahre immer häufiger auf.

 

Großen Buseck

Luftdruck Min. 971.9 hPa am 30., Max. 1037.3 hPa am 01. Spitzenwind 90 km/h am 10. Windrichtungsmittel SSO.

 

Elz

Die sehr milde Phase vom 08.-17. sorgte für einen markanten Temperaturüberschuss, der nur teilweise von der ersten und den letzten beiden Januarwochen, die etwa im langjährigen Mittel lagen, reduziert werden kann. Eine Max-Temp. von 15.3°C wurde nur 2005 und 1999 übertroffen. Zudem war es auch deutlich zu nass, zuletzt 2012, 2004 und 1999 nasser.

 

F-Bornheim

Trotz der Wärme hat es öfter mal ein wenig geschneit. Außer für ein paar Stunden blieb aber nichts liegen.

 

F-Sachsenhausen

Trotz einiger winterlicher Ansätze in der 2. Monatshälfte wiederum ein typischer Mildwinter in diesem Januar. 12 Tage ohne Sonnenschein. 11 Tage mit mindestens 1 Sonnenstunde. In der 1. Monatshälfte eine ausgeprägte Warmluftzufuhr, welche einige Sturmtiefs heranführten. Es gab 86.4 mm Niederschlag. Zuletzt war es 2001 mit 89 mm und 2004 mit 83 mm ähnliche Mengen. Es gab 22 Tage mit durchschnittlich 3.6K und 9 Tage mit -1.7K.

 

Darmstadt

Mit 14.6°C höchstes abs. Max. seit 1999 (damals 16.3°C). Nur 26.6h (64%) Sonnenschein. Das tritt aber in den letzten Jahren gehäuft auf: 2010 20.3h, 2013 19.1h. Wieder kein richtiger Winter. Wo soll der auch herkommen bei 28 Tagen mit vorherrschender Windrichtung SW?

 

Gernsheim

Mittlere Windgeschwindigkeit: 4,5 m/s Tage mit Nebel: 7 1. Dekade: 3,4°C ( 3,2°C 2,5K) 44,8mm (291%) 2. Dekade: 4,5°C ( 4,4°C 4,3K) 14,7mm (176%) 3. Dekade: 1,3°C ( 1,0°C -1,2K) 20,9mm (134%) Temperaturen in Klammern: (Tx+Tn)/2 und Abweichung gegen 1961-1990

 

Pegnitz

Nur 1 Eistag gegenüber 12 im langjährigen Mittel.

 

München-Harthof

Windiger, unbeständiger Monat ohne einen einzigen Nebeltag. Dafür 3 Tage mit Wintergewitter. 18 Tage mit Alpensicht.

 

Mitterdarching

3 Tage mit Nebel. Dominierende Windrichtung: W. Max. Luftdruck: 1039.7 hPa am 01.; Min. Luftdruck: 974.2 hPa am 30. Min. rel. Luftfeuchtigkeit: 28% am 13. Die Sturmböe mit 80.5 km/h am 09. war die höchste seit Beobachtungsbeginn 2003. Tagesmittel von +10.3°C am 10.

 

Peter Süßmann, Darmstadt, den 13.02.2015 

 

Wettertabellen

 

 

 

 

Wettergrafiken

 

 

 

 

Grafiken von Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein der Referenzstationen

 

 

 

 

 

 

Grafiken von Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein der Stationen in Süd- und Mittelhessen

 

Der Januar 2015 startete, wie das Jahr 2014 endete, nämlich weiterhin deutlich zu mild! Mit knapp über 2K Abweichung folgt der nächste zu milde Monat.

Ebenso war es wieder sehr wechselhaft, beständige trockene Phasen waren selten, nur ein paar Tage um die Monatsmitte herum zu finden. Am mildesten war es bei einer Südwestlage am 10.01. hier wurden rekordverdächtige Höchstwerte erreicht, so verfehlte der Flughafen den Rekord aus dem Jahre 1877 um nur 0,3 Grad. Mit 15,9 Grad war es hier am mildesten. Einzig der 6.1. kann als Wintertag durchgehen, hier wurde überall ein Eistag gemeldet, außer in Offenbach-Bürgel.

Niederschläge fielen häufig, aber bis auf den 3.1. nicht all zu ergiebig. Am 3. gab es dagegen mancherorts kräftige Niederschläge, Spitzenreiter hier war Groß-Rohrheim mit 26,6mm, gefolgt von Biblis mit 24mm.

Im Monatsmittel fielen 73mm Niederschlag an unseren Stationen, was rund 40-50% mehr ist als üblich.

Die Sonne dagegen zeigte sich so gut wie kaum. Rund 26 Stunden Sonne im Mittel zeigte sie sich nur 60% so oft wie üblich. Am wenigsten Sonne gab es in Gernsheim mit 22 Stunden am meisten am Flughafen mit 30 Stunden.

Florian Besinger - Station Walldorf - im Februar 2015

 

 

 

 

Verteilungskarten

 

 

 Temperaturverteilung
Niederschlagsverteilung
Abweichung der Temperatur
Abweichung des Niederschlages
Eistage
Frosttage
Luftdruck

Marco Ringel

 

 

Abweichungen

 

 

Relativgrafiken und Ereignisstage der VdA-Wetterstationen für den Januar 2015

 

 

(Vergrößerung durch anklicken der Grafiken!)

ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-klima.de/vda-Stationen 
Sommertage, Heiße Tage
ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-klima.de/vda-Stationen 
Eistage, Frosttage und Bodenfrosttage
ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-klima.de/vda-Stationen 
Gewittertage
ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-klima.de/vda_mitglieder2015/2015_01/vda-Stationen 
Abweichung der Temperatur vom Normalwert in Kelvin
ChartObject Prozentuale Erfüllung der Niederschlagssumme vom Normalwert (1961-1990) der http://www.vda-klima.de/vda-Stationen
Erfüllung des Niederschlages vom Normalwert in Prozent
 
Erfüllung der Sonnenscheindauer vom Normalwert in Prozent

 

 

 

 

 

 


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