VdA - Verband der deutschspr. Amateurmeteorologen

Monatlicher Witterungsbericht für den Februar 2016

 

 

Witterung an den VdA-Stationen

 

Viel zu warm, zu nass und sonnenscheinarm

 

An dieser Stelle nun wieder der Witterungsbericht der VdA-Stationen für den Februar 2016.

Der Februar präsentierte sich mit einer positiven Abweichung der Temperatur von 2,9 K bei einer Durchschnittstemperatur von 3,8 °C als viel zu warm. Im Februar haben 43 Stationen ihre Temperaturen gemeldet.

Beim Niederschlag gab es mit einem Durchschnitt von 160 % im Landestrend ebenso eine deutlich positive Niederschlagsbilanz, wobei dabei ein deutlicher Trend nicht zu erkennen ist.

Die Sonnenscheindauer betrug im   Februar dieses Jahres nur 78 %, es gab also übers Land verteilt ein Sonnenscheindefizit.

Hier die einzelnen Stationsauswertungen:

Zunächst wieder die fünf Stationen mit den höchsten Temperaturmitteln im Februar 2016:

F-Bornheim und

Offenbach-Bürgel                     5,5 °C

Erlensee                                  5,3 °C

Groß Gerau Dornheim               5,2 °C

Gernsheim,

F-Sachsenhausen,

Köln-Weiß und

Kleve jeweils                            4,9 °C

Die tiefsten Mittelwerte meldeten folgende Stationen:

Bitz-Degerfeld                          1,0 °C

Bitz                                          1,2 °C

Olbernhau                                2,0 °C

Oberstaufen und

Kühlungsborn                           2,2 °C

Es gab landesweit positive Abweichungen. Die fünf Stationen mit den höchsten positiven Abweichungen waren hier:

Frabertsham                             4,6 K

Mitterdarching                          4,4 K

Bismark                                   4,2 K

Grafing                                    3,9 K

Pretsch,

Oberstaufen und

Annaburg                                 3,8 K

Die geringsten Abweichungen konnten

Köln-Weiß                                1,4 K

Arnsberg,

Ahlen/Westfalen                       1,5 K

Neuenhagen                             1,6 K

Walldorf                                   1,8 K

für sich verzeichnen.

Die Höchstwerte der Temperatur traten vorwiegend am 22. des Monats auf. Hierbei registrierten die Stationen

Grafing                                    18,9 °C

Mitterdarching                          18,2 °C

Frabertsham                             17,8 °C

Westheim                                 16,7 °C

Oberstaufen                             14,9 °C

die höchsten Maximaltemperaturen.

Mit 23 Tagen hatte Oberstaufen die meisten Frosttage zu verzeichnen, Wolfach kam lediglich auf 5 Tage, und war hier das Schlusslicht.

 

Bitz meldete 5 Eistage, Bitz-Degerfeld 4 Eistage, Oberstaufen, Olbernhau und Doberlug-Kirchhain meldeten je 1 Eistag, alle anderen Stationen gingen leer aus.

Die tiefsten Temperaturen registrierten

Bitz-Degerfeld                          -16,3 °C

Oberstaufen                             - 9,0 °C           

Doberlug-Kirchhain                   - 7,3 °C

Pegnitz und

Olbernhau jeweils                     - 7,0 °C

Die kältesten Tage wurden meist am 27. des Monats registriert.

Die meisten Bodenfrosttage registrierte Mitterdarching mit 27 Tagen, Wolfach hatte hier lediglich 8 Tage zu registrieren.

Als tiefste Temperatur am Boden vermeldete die Messstelle Bitz-Degerfeld -17,2 °C am 16.

Das Mittel der relativen Luftfeuchtigkeit der meldenden Stationen lag bei 83 %.

Es gab im Februar 2016 mit 160 % eine deutlich positive Niederschlagsbilanz der meldenden 47 Stationen, wobei die Niederschlagsverteilung im Ganzen recht ausgeglichen war.

Die höchsten Niederschlagsmengen vermeldeten die Stationen:

Zenting-Daxstein                      181,7 mm

Oberstaufen                             165,7 mm

Horneburg                                151,5 mm

Pfronten                                  141,0 mm

sowie

Wolfach                                   122,4 mm

Die geringsten Niederschlagsmengen konnten dagegen an den Stationen

Mühlanger                                34,6 mm

Kühlungsborn                           37,2 mm

Hohenwulsch                            37,6 mm

Köthen                                     38,6 mm

sowie

Jänickendorf                            41,6 mm

gemessen werden.

In der prozentualen Bilanz führten

Darmstadt und

F-Bornheim                              230 %

F-Sachsenhausen                     228 %

GG-Dornheim                           220 %

Neumünster                              219 %

die Rangliste an.

Die geringsten prozentualen Mengen fielen dagegen an den Stationen in

Berlin-Rahnsdorf                      69 %

Salzwedel                                92 %

Mühlanger                                103 %

Neuenhagen                             106 %

und

Berlin-Friedrichshagen              109 %

Die höchste Tagesniederschlagsmenge konnte die Station Zenting-Daxstein mit 45,3 mm am 20. messen.

Die Anzahl der Tage mit messbarem Niederschlag lag zwischen 23 Tagen in Michelstadt und 12 in Annaburg.

 

In Zenting-Daxstein lag an 27 Tagen eine geschlossene Schneedecke, an 17 Stationen gab es keinen Tag mit einer geschlossenen Schneedecke. Dabei registrierten

Zenting-Daxstein mit                 30 cm

Mitterdarching                          11 cm

Westheim                                  8 cm

Grafing                                    7 cm

München-Harthof                       6 cm

die höchsten Schneedecken vorwiegend um den 25. des Monats.

Die höchsten Neuschneesummen konnten an den Stationen

Zenting-Daxstein                      64 cm

Mitterdarching                          20 cm

Grafing                                    16 cm

München-Harthof                       7 cm

und

Michelstadt sowie

Olbernhau                                 6 cm

gemessen werden.

Die meisten Sonnenstunden konnten im Januar die Stationen

Mühlanger                                79 Stunden

Jänickendorf                            78 Stunden

Bismark                                   76 Stunden

Darmstadt                                72 Stunden

und

GG-Dornheim                           70 Stunden

für sich verzeichnen.

Die wenigste Sonnenscheindauer verzeichneten dagegen

Michelstadt                              22 Stunden

Wolfach                                   36 Stunden

Pegnitz                                    39 Stunden

Neuenhagen                             41 Stunden

und

Neumünster                             

und

F-Sachsenhausen jeweils          51 Stunden

Prozentual gesehen war der Spitzenreiter hier

Doberlug-Kirchhain mit 144 %.

Schlusslicht bildete hier Michelstadt mit 28 %.

Heitere Tage gab es im Durchschnitt 1, trübe Tage dagegen 15.

Die höchste Windspitze erreichte die Station   Gernsheim mit 28 m/s.

Das Mittel an Tagen mit Windspitzen über Beaufort 6 (windige Tage) lag bei 8, das Mittel an Tagen mit stürmischen Wind (Bft 8) lag bei 1, den Höchstwert bei den windigen Tagen hatte die Station Jessen mit 17 Tagen. Bei den stürmischen Tagen war es ebenso Jessen mit 7 Tagen.

Der Luftdruck hatte im Oktober ein Mittel von 1010,1 hPa.

Es gab jeweils 2 Gewittertage in Alzenau, Offenbach-Bürgel und Neu-Isenburg. Ansonsten gab es an 8 Stationen noch 1 Gewittertag.

©Marco Ringel, Frank Beranek 

 

Kurzmeldungen der Stationen

 

Salzwedel

Ungewöhnlichkeiten wecken immer wieder das Interesse der Menschen. Das wird man vom Wetter des Februar 2016 durchaus sagen dürfen. Ungewöhnlich mild kam er daher. Die Abweichung beträgt immerhin +2.3K. Den landesweiten Trend von übermäßigem Niederschlag kann man von Salzwedel nicht melden, eher eine minimale Abweichung nach unten. Aber auch die Anzahl der Sonnenstunden blieb mit 50 Stunden unter dem Mittelwert.

 

Berlin-Rahnsdorf

Der Winter kam auch im Februar nicht mehr richtig zurück. So war es denn der 8.wärmste seit Aufzeichnungsbeginn 1978. Auch recht viel Niederschlag fiel, so viel, wie seit 2009 nicht mehr. So führt denn das Fredersdorfer Mühlenfließ auch erstmalig seit Mitte April 2015 wieder Wasser. Nur am 17. reichte es einmal zu einer kurzzeitigen Schneedecke von 3 cm. Einzelne sonnige Tage (insbes. 6./7., 12./13., 24., 28.) runden den teilweise vorfrühlingshaften Eindruck ab.

 

Kleve

Der Februar hatte in Sachen Temperatur- und Niederschlagsabweichung vom Mittelwert exakt die gleichen Werte wie der Januar. Winterlicher Höhepunkt des Monats war am 14. An diesem Tag konnte sich trotz Temperaturen über 0° eine Schneedecke bilden, wobei Straßen und Gehwege ausgenommen waren. Das Matschvergnügen war am nächsten Tag vorbei. Die zweite Monatshälfte war nur zwischen dem 19. und 23. frostfrei.

 

Ahlen/Westfalen

Ein leicht zu warmer aber dafür zu nasser Monat, der immer wieder durch Höhenkaltluft für Schauer in Form von Schnee, Schneeregen und Graupel sorgte.

 

Arnsberg

Mit durchschnittlich 2.8°C war der Februar um 1.5K zu warm. Noch deutlicher fiel die Temperaturabweichung der zu Ende gegangenen drei Wintermonate aus: Mit 4.7°C gegenüber normalerweise 1.4°C war dies der drittmildeste Winter seit Aufzeichnungsbeginn vor 150 Jahren. Nur die Winter 2006/07 und 1876/77 waren mit 5.3 bzw. 4.8°C noch etwas wärmer.

 

Köln-Weiß

Der Februar als dritter Wintermonat war etwas zu warm, zu feucht und zu sonnenscheinarm.

 

Großen Buseck

Luftdruck Min. 981.8 hPa am 09., Max. 1036.3 hPa am 16., Spitzenwind 48.3 km/h am 29. Windrichtungsmittel S.

 

Elz

Auch der letzte Wintermonat war deutlich zu mild, die Min.-Temp. lag bei nur -3.4°C, zuletzt 2007 und 1989 höher. Die Niederschlagsmenge wurde ebenfalls deutlich übertroffen. Zuletzt gab es 2002 und 1990 mehr Niederschlag. Winterbilanz: Der Winter 2015/16 war mit einer Durchschnittstemperatur von 4.7°C um knapp 3.5K zu mild. Nur 2006/07 und 1974/75 war der Winter noch milder. Es fielen 195.2 mm Niederschlag (Soll 159 mm).

 

Alzenau

Der Winter 2015/16 verlief noch wärmer als 1974/75 und 1989/90! Nur die Winter 2006/07 und 2013/14 hat er nicht ganz erreicht. Die Klimaerwärmung ist nicht aufzuhalten!

 

F-Bornheim

Erster sehr nasser Monat seit längerem.

 

F-Sachsenhausen

Blüte der Haselnuss, Schneeglöckchen und zum Monatsende der Krokusse. Erster Blattaustrieb früher Ziersträucher, Beginn der Blüte einzelner Schleen und einzelner Kirsch- und Mirabellenbäume. Mit 5.1°C ist dieser Winter der zweitwärmste nach 2006/2007 mit 5.3°C. Der drittwärmste mit großem Abstand 1974/75 mit 4.5°C, gefolgt von 1989/90 mit 4.3°C. Der Niederschlag im Februar auf Platz 3. Noch nasser; 2002: 130.6 mm und 1977: 116 mm.

 

Offenbach-Bürgel

Sehr nass (83,1 mm / 198 %) und erneut klar zu mild (+2,9 K / 5,5°C). Damit endet wieder einmal einer der wärmsten Winter der letzten 150 Jahre - Bilanz 2015/16: +3,7 K (5,7°C) und 127 % (192,7 mm) Niederschlag.

 

Neu-Isenburg

Nassester Februar seit 2002. Erstmals seit 2007 gab es wieder Gewittertage im Februar, diesmal sogar gleich 2, am 08. und 09. Schnee blieb weiter Mangelware, nur am 23. reichte es für eine dünne Schneedecke von 1 cm.

 

Darmstadt

Rasanter Luftdruckanstieg von 981.9 hPa am 14. auf 1035.1 hPa am 16. Im Januar und Februar wurde ein Niederschlagsüberschuss von 71.8 mm erreicht, der das Jahresniederschlagsdefizit 2015 von 145 mm zur Hälfte abgebaut hat. Der Winter war mit 5.1°C 3.8K zu warm. Kurioserweise war er sehr nass (147%) und hatte gleichzeitig viel Sonnenschein (146%).

 

Gernsheim

Mittlere Windgeschwindigkeit: 5,4 m/s Tage mit Nebel: 0 1. Dekade: 7,2°C ( 7,1°C 4,7K) 37,0mm (257%) 2. Dekade: 3,0°C ( 2,8°C 1,3K) 8,5mm ( 69%) 3. Dekade: 4,4°C ( 4,6°C 2,0K) 27,8mm (290%) Temperaturen in Klammern: (Tx+Tn)/2 und Abweichung gegen 1961-1990

 

Wolfach

Auch der dritte Wintermonat deutlich zu mild, der Winter insgesamt um 3,2 Grad zu mild und damit der zweitwärmste Winter nach 2006/07.

 

München-Harthof

Unbeständig und mild. Am 29. ab abends Schneedecke mit 10 cm dann am 1.3. morgens.14 Tage mit Alpensicht und kein Nebel. Winterniederschlagsmenge 189,0 mm (entspricht 119 % der Norm).

 

Mitterdarching

1 Tag mit Nebel. Dominierende Windrichtung: W. Max. Luftdruck: 1031.6 hPa am 16., Min. Luftdruck: 987.6 hPa am 14. Min. rel. Luftfeuchtigkeit: 36% am 22.

Peter Süßmann, Darmstadt, den 14.03.2016 

 

Wettertabellen

 

 

 

 

Wettergrafiken

 

 

 

 

Grafiken von Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein der Referenzstationen

 

 

 

 

 

 

Grafiken von Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein der Stationen in Süd- und Mittelhessen

  

Auch der letzte Wintermonat im hiesigen Winter endete deutlich zu mild.

Vor allem die erste Dekade war sehr mild mit Werten von tagsüber meist zwischen 10 und 14 Grad. Dazu eher trübe und immer wieder fielen teils kräftige Niederschläge, durchweg jedoch als Regen.

Am kältesten war es am 25. in Heuchelheim mit -5,0 Grad. Die mildeste Messung am Tage erreichte uns diesmal aus Offenbach Bürgel mit 14,6 Grad am 06.

Niederschlag fiel hingegen reichlich, so kann man sagen dass der Monat Februar am Ende rund 200% an Niederschlag brachte. Mengenmäßig gesehen am nassesten war es in F-Sachsenhausen und Darmstadt-Stadt mit knapp 100mm. Am trockensten war es diesmal in Worms mit nur knapp der Hälfte (51,5mm).

Auch die Sonne schaffte den Sollwert von 100% diesen Februar nicht. Meist lagen die Sonnenstunden bei 70-80%.

Die Temperaturabweichung betrug im Januar etwa 3K nach oben, gemittelt auf die letzten 25 Jahren (1991-2015) wären es hingegen nur 1,5K.

 

Florian Besinger – Station Mörfelden-Walldorf –

 

 

 

 

Verteilungskarten

 

 

 Temperaturverteilung
Niederschlagsverteilung
Abweichung der Temperatur
Abweichung des Niederschlages
Luftdruck
Frosttage

Marco Ringel

 

 

Abweichungen

 

 

Relativgrafiken und Ereignisstage der VdA-Wetterstationen für den Februar 2016

 

 

(Vergrößerung durch anklicken der Grafiken!)

ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-klima.de/vda-Stationen 
Sommertage, Heiße Tage
ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-klima.de/vda-Stationen 
Eistage, Frosttage und Bodenfrosttage
ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-klima.de/vda-Stationen 
Gewittertage
ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-
            klima.de/vda_mitglieder2016/2016_02/vda-Stationen 
Abweichung der Temperatur vom Normalwert in Kelvin
ChartObject Prozentuale Erfüllung der Niederschlagssumme vom Normalwert (1961-1990) der http://www.vda-
            klima.de/vda-Stationen
Erfüllung des Niederschlages vom Normalwert in Prozent
 
Erfüllung der Sonnenscheindauer vom Normalwert in Prozent

 

 

 

 

 

 


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