Witterungsbericht Dezember 2014

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Der letzte Monat des Jahres setzte die lang andauernden Wärmephasen des Gesamtjahres fast nahtlos fort: wieder ein zu milder Wintermonat (trotz ein paar sehr kalter Tage am Ende), zu wenig Sonne und insgesamt zu trocken.

In Zenting-Daxstein war bis zum 26. nur wenig vom Winter zu spüren: 4 cm Schnee am 11. und ein einziger Eistag am 10. waren schon das meiste. Heiligabend und der erste Feiertag waren gänzlich schneelos, was für Daxstein die Ausnahme darstellt. Erst am 25. ab etwa 22 Uhr begann es zu schneien und eine etwas dauerhaftere Schneedecke bildete sich, wenngleich die Schneemengen bescheiden blieben. Immerhin sank am 29.12. zum ersten Mal seit dem 14.2.2012 die Temperatur wieder unter - 10 Grad! Am Ende blieben wenigstens 10 Tage unter der 30-jährigen Tagesmitteltemperatur (1981 bis 2010). 13 Tage brachten Nebel, 9 Tage Alpensicht, 15 Tage waren ohne Sonnenschein. Hier nun die Bewölkungstabelle mit den hohen Werten (27 trübe Tage!):


 
Bewölkungs-/Witterungsangaben
für Daxstein im Dezember 2014
Termin I: 7.30 Uhr
Termin II: 14.30 Uhr
Termin III: 21.30 Uhr
01.12.2014
6¹ 
6¹ 
0
02.12.2014
8²  Regentropfen
8² 
8² 
03.12.2014
8² 
8² 
7¹ 
04.12.2014
6¹ 
7² 
7² 
05.12.2014
8²  Nebel
8²  Dunst
8²  Nebel i.d. Nähe
06.12.2014
8²  l.Schneeregen,Nebel
8²  etwas Regen
8²  Dunst
07.12.2014
8²  Nebel 
8²  Nebel
8²  Nebel 
08.12.2014
8²  Nebel
8²  Dunst
8²  Nebel
09.12.2014
5¹ 
7²  Dunst
7²  Dunst
10.12.2014
8²  Dunst
8²  Dunst
8²  Nebel
11.12.2014
8²  l.Schneefall,Nebel
8²  mäß.Schneeregen,Nebel
8²  Nebel
12.12.2014
5¹ 
¤
6º 
13.12.2014
6º 
7º 
7¹ 
14.12.2014
7¹ 
6¹ 
8²  Dunst
15.12.2014
8²  Dunst
8²  Nebel
8²  l.Nieseln,Nebel
16.12.2014
8²  Nebelreißen
8²  Nebel
8²  Dunst
17.12.2014
8²  Dunst
8²  l.Nieseln,Nebel
8²  mäß.Regen,Nebel
18.12.2014
8²  l.Nieseln,Nebel
8²  l.Nieseln,Nebel
8²  l.Nieseln,Nebel
19.12.2014
8² 
7¹ 
8²  mäß.Regen
20.12.2014
7¹ 
8² 
8²  l.Schneefall
21.12.2014
8²  l.Schneefall
8² 
8²  Dunst
22.12.2014
8²  Dunst
8² 
8² 
23.12.2014
7¹ 
6¹ 
7¹ 
24.12.2014
5º 
8² 
8¹ 
25.12.2014
8²  l.Graupelschauer
6² 
8¹ 
26.12.2014
6¹ 
8²  etwas Schnee
8²  mäß.Reifgraupeln
27.12.2014
5º 
8² 
8²  mäß.Schneefall
28.12.2014
8² 
6¹ 
3¹ 
29.12.2014
8²  gefr.Nebel,Schneesterne
8²  etwas Schnee
4¹ 
30.12.2014
8² 
8²  Schneesterne
8²  l.Schneefall
31.12.2014
8²  Schneesterne
8²  Dunst
8²  Nebelreißen
Mittel:
7,3 Achtel
7,5 Achtel
7,2 Achtel
7,3
Alpensicht: 
am Beobachtungstermin!
Hochgestellte 0,1,2: Dichte der Bewölkung

Vor 4 Jahren war der Dezember noch trüber verlaufen (7,7 Achtel und 29 trübe Tage!).


Im größeren Rahmen (Bayerwald-Umfeld) gab es Schwankungen der Mitteltemperatur von 1,8°C in Kringell (Fürstenzell 2,0, Aldersbach 2,4°C) bis – 3,2°C auf dem Gr. Arber (Haidmühle – 1,0, Kirchberg 0,6°C). Überall liegt das über den Normwerten. Am wärmsten war der 19. (Metten 12,3°C), am kältesten der 29. oder 30.12. (Entschenreuth – 17,2, Haidmühle – 22,4°C). Es gab mindestens 3 Eistage (Metten), höchstens 10 (Haidmühle) und 10 (Kringell) bis 25 Frosttage (Haidmühle). Die Sonne war selten zu sehen: 12 (Metten) bis 37 Stunden war das meiste (Fürstenzell). Für Metten ist das der zweittiefste Dezemberwert seit Beobachtungsbeginn 1935 (nur 1993 waren es mit 9 Stunden noch weniger). Beim Niederschlag gab es ebenfalls nur Defizite: im besten Fall waren es 98 % (88 mm in Viechtach), im schlechtesten 56 % (in Sonnen mit 67 mm); in der Regel fielen weniger als 100 mm (Passau-Maierhof 52, Regen und Röhrnbach 61, Waldkirchen 71, Zwiesel 91 mm), an einigen dafür prädestinierten Orten mehr als 100 mm: St. Englmar 107, Zwieslerwaldhaus 112, Buchenau 112 und Spitzenreiter (abgesehen vom Gr. Arber  mit 142 mm) Duschlberg 118 mm=78 %. Eine Schneedecke war nur an 4 (Teisnach, Taiding, Metten) bis 17 Tagen anzutreffen (Duschlberg, Philippsreut), wobei das Maximum aber lediglich bei 28 cm lag (Viechtach am 31.).

Um die Schneearmut des gesamten Jahres zu zeigen, veröffentliche ich hier (im Vorgriff auf die Jahresauswertung) die Neuschneesummen für Daxstein ab 1951 (ab 1984 Messungen in Daxstein, zuvor Werte von Rusel-Irlmoos bzw. Schöfweg):


 


Während 2014 gerade mal 67 cm zusammenkamen, waren es 1981 sagenhafte 723 cm, bei einem 64-jährigen Mittel von 303 cm.

Im Großraum München bewegte sich die Mitteltemperatur zwischen 3,7°C (München/Stadt und Theresienstraße) sowie 2,0°C in Holzkirchen und Osterseeon (2,1° in Otterfing). Die Höchsttemperatur brachte der 19. oder der 23. (Theresienstraße 14,7°C), der kälteste Tag der 29. (Puch bei Fürstenfeldbruck – 16,9°C). Klein die Zahl der Eistage (2 in der Theresienstraße, 5 in Osterseeon) und der Frosttage (8 in der Theresienstraße und 13 je auf dem Flughafen und in Osterseeon). Bei der Sonnenscheinausbeute lag diese Region im „Spitzenfeld“: 43,5 Stunden an der Helene-Weber-Allee (Theresienstr. 42,4 Stunden) und 37 Stunden beim Oskar-von-Miller-Turm in Garching sowie in Wielenbach. Die Niederschlagsmenge zeigt ein differenzierteres Bild: Gebiete mit zu geringer Menge lagen oft dicht an leichten Überschussregionen: Flughafen nur 37 mm, dagegen Neufahrn 66 mm (105%); Starnberg 91 mm (115%), dagegen Schäftlarn nur 73 mm (90 %). Den höchsten Überschuss hatte Andechs-Erling (74 mm=123 %), Weihenstephan mit 41 mm nur 67 % des Mittels. Eine geschlossene Schneedecke lag nur an 5 bis 7 Tagen (Attenkam), wobei die Schneefälle zum Monatsende durchaus ergiebig waren und beachtliche Höhen erreichten: 42 cm in Starnberg, 44 cm in Geretsried, 45 in Holzkirchen und 48 cm in Krailling. München hatte bis zu 36 cm in Kirchtrudering (Helene-Weber-Allee 30, Oberschleißheim 29 cm; Ebersberg aber lediglich 18 cm). Dass am 31. Dezember so viel Schnee in München liegt, das ist selten. 1923 maß man am Kloster St. Bonifaz in der Innenstadt ebenfalls 30 cm, wobei die Nacht zu Silvester extrem kalt war: Gabelsbergerstraße/Landeswetterwarte – 15,2, Sternwarte Bogenhausen – 20°, Botanischer Garten – 21,3 und Schleißheim sogar – 25,4°C Tiefsttemperatur! Am 31.12.1938 schließlich lag der Schnee in den westlichen Stadtteilen besonders hoch, am Botanischen Garten wurden 42 cm gemessen (nur 1 cm unter dem absoluten Rekord von 43 cm, zwei Tage zuvor), dagegen meldeten das Oberwiesenfeld/Flughafen „nur“ 27 und die Sternwarte lediglich 25 cm Schneehöhe. 2014 war die Schneedecke jedenfalls viel gleichmäßiger verteilt.

Extrem sonnenscheinarm verlief der Dezember in manchen Gegenden. Für Weiden wurden nur 4,2 Stunden registriert, was die geringste Sonnenscheindauer aller Monate seit Aufnahme der Messungen 1947 bedeutet. 

Im östlichen Schleswig-Holstein und in den angrenzenden Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns reichte es heuer zum nassesten Dezember seit Messbeginn im 19. Jahrhundert. Neben Schleswig (ab 1877) war das in Kiel (ab 1851) und in Putbus auf Rügen (ebenfalls ab 1851) der Fall, weshalb die entsprechenden Grafiken angeboten werden:



 
 


An zwei weiteren Stationen wurde genau der alte Rekord egalisiert: Greifswald hatte 108 mm (wie 1949) und Warnemünde 105 mm (wie 1974).

Parallel zu diesen extremen Monatsniederschlägen gab es auch am 22.12.2014 (weiter nach Osten am 23.) mehrfach die größten 24-stündigen Niederschlagsmengen für Dezember in der gesamten Messreihe:

-Hamburg/Flgh.  36,1 mm (ab 1876) 

-Lübeck/Flpl.      45,3 mm (ab 1877)

-Schwerin          31,5 mm (ab 1890)

-Greifswald         30,9 mm (23.12.; ab 1879)

-Warnemünde    25,7 mm (23.12.; ab 1890)

In Frankreich waren auch einige Besonderheiten zu vermelden: zuerst für Paris-Montsouris (Beobachtungen seit 1873) die längste Periode ohne Frost mit sage und schreibe 379 Tagen (zuletzt am 14.12.2013 mit – 0,9° und dann erst wieder am 27.12.2014 mit – 0,1° um 8.06 Uhr). Zuvor hatte der längste Zeitraum nur 328 Tage umfasst, und zwar vom 13.1.1990 bis zum 6.12.1990! In einigen Gegenden war es auch in Frankreich sehr sonnenarm: Langres 13, Châtillon-sur-Seine 16, Luxeuil 17 und Strasbourg 18 Stunden.

In der Schweiz war es zum Teil im Tessin und im Oberengadin so warm wie noch nie seit 1864 im Dezember: Lugano hatte 6,9°C, Samedan (1708 m) – 3,0°C (bei einem Mittel von – 7,5°) und Segl-Maria (1804 m) – 2,8°C. In Zürich-Fluntern lagen am 30.12.2014 genau 30 cm Schnee, so viel wie noch nie im Dezember seit 1949 (Aufnahme der Messungen an diesem Standort).

Wolfgang Webersinke, Januar 2015