Witterungsbericht September 2014

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Die heuer schon öfter aufgetretene Zweiteilung mit einem sonnig-trockenen Nordosten und einem eher gut beregneten und sonnenscheinarmen Süden wiederholte sich im diesjährigen September.

Der Bayerwald war natürlich im zweiten Gebiet gelegen. Die Monatsmitteltemperaturen bewegten sich zwischen 9,5°C auf dem Gr. Arber (Haidmühle 11,4°, Kirchberg 12,8, Zwiesel 13,3°C) und 14,8°C in Lalling (14,6° in Metten und Kringell). Das sind Werte, die 1,1 K (Fürstenzell) bis 1,7 K (Gr. Arber) über dem Mittel 1981 bis 2010 liegen. Es gab des Öfteren keine Sommertage mehr, im Höchstfall 3 (Lalling). Frost trat in den bekannt kalten Tallagen schon am 24.9. zum ersten Mal auf (Haidmühle – 1,6 und Kirchberg sogar – 1,9°C), wobei Haidmühle bereits 3 Frosttage zählte. Beim Sonnenschein ist ein Defizit herausgekommen: meist wurde das Soll zu 75 (Gr. Arber, 112 Stunden) bis 88 % (Entschenreuth mit 142 Stunden) erfüllt, maximal konnten 161 Stunden in Lalling gemessen werden. Hier passt auch gleich die Bewölkungstabelle von Daxstein:



 
Bewölkungs-/Witterungsangaben
für Daxstein im September 2014
Termin I: 8.30 Uhr
Termin II: 15.30 Uhr
Termin III: 22.30 Uhr
01.09.2014
8²  etwas Regen
8²  Regentropfen
8² 
02.09.2014
8²  Nebel
8²  Regentropfen
8²  Regentropfen
03.09.2014
8² 
8¹ 
8¹ 
04.09.2014
7¹ 
3º ?
3º 
05.09.2014
3º ?
7¹ ?
7¹ 
06.09.2014
7¹ 
5¹ ? Ferngewitter
3¹ 
07.09.2014
6¹ 
6²  l. Gewitter
0
08.09.2014
5¹ ?
7¹ 
0
09.09.2014
7¹ 
7²  Regentropfen
4¹ 
10.09.2014
6¹ 
7¹ 
1¹ 
11.09.2014
6¹ 
8²  n.Regenschauer
8² 
12.09.2014
8²  mäßiger Regen
8²  l. Regen
8²  l. Regen
13.09.2014
8² n.Regen, Nebel 
8¹ Regentropfen
2¹ 
14.09.2014
8²  l.Regen
8¹ Dunst
8²  Nebel i.d. Nähe
15.09.2014
6¹ ? Dunst
4¹ ?
1¹ 
16.09.2014
5¹ ?
4¹ ?
0
17.09.2014
4¹ ?
4¹ ?
0
18.09.2014
6¹ 
7¹ 
0
19.09.2014
?
7¹ 
8²  l. Gewitter
20.09.2014
5¹ ?
6¹ 
0
21.09.2014
8²  Nebel
8²  n.Regenschauer
8²  l. Nieseln
22.09.2014
8²  Dunst
8²  Dunst
7² 
23.09.2014
8²  nach Regen
8² 
0
24.09.2014
5¹ ?
4¹ ?
8² 
25.09.2014
8²  l.Regen, Nebel
8²  Dunst
6¹ 
26.09.2014
8² 
7¹ 
8¹ 
27.09.2014
8²  Nebel
5¹ ?
0
28.09.2014
1º ?
5º ?
0
29.09.2014
3º ?
4¹ ?
0
30.09.2014
8² Dunst
8²  Dunst
6¹ 
Mittel:
6,2 Achtel
6,5 Achtel
4,0 Achtel
5,6 Achtel
8.30 MESZ
15.30 MESZ
22.30 MESZ
Alpensicht:
am Beobachtungstermin!
Hochgestellte 0,1,2: Dichte der Bewölkung


An weiteren Daten von Daxstein seien noch die 7 Nebeltage sowie die 5 Gewittertage erwähnt. Das Maximum bei den Gewittertagen liegt bei 7 im Jahr 1987. Die Alpen waren an 3 Tagen zu sehen.

Die Niederschlagsverteilung hatte noch ein sommerliches Gepräge mit recht unterschiedlichen Mengen auf kleinerem Raum, wobei aber die höheren Werte eher im Norden und Osten des Gebiets auftraten:
 
Ort
Monatssumme
Prozent des
Sep 14
Mittels
Grafling
66 mm
65%
St. Englmar
72
67
Fürstenzell
84
77
Bogen
57
81
Taiding
74
84
Zwiesel
83
90
Metten
74
91
Philippsreut
91
95
Schöfweg
89
104
Waldkirchen
94
109
Lindberg-Buchenau
124
120
Sonnen
128
128
Viechtach
111
138
Lam-Lambach
143
152
Schorndorf-Knöbling
103
166

Insgesamt reichte die Spanne der Monatsregenmenge von 57 mm in Bogen bis 143 mm in Lam, wobei einzelne Tage herausstachen:

·Am 7. Schorndorf mit 43,0 mm

·Am 10. Sonnen mit 24,5 mm

·Am 11. Buchenau mit 36,3 mm

·Am 13. Lam mit 30,6 mm

·Am 22. Wegscheid mit 20,9 mm

·Am 30. Aldersbach mit 30,7 mm

Im Raum München lagen die Mitteltemperaturen weniger hoch über der Norm als im Bayerischen Wald, und zwar um 0,3 K(München/Stadt) bis 1,3 K (Holzkirchen), in den Werten waren das 15,4°C an der Theresienstraße (Met. Inst.) und lediglich 13,5°C in Oberhaching-Laufzorn. Sommertage konnten 1 (Otterfing) bis 5 (Stadt, Theresienstr.) gezählt werden, allein am Flughafen reichte es gerade zum ersten Frosttag am 24. (- 0,1°C), sonst blieb das Minimum knapp darüber (Eichenried 0,8°C). Sonnenschein war ziemlich rar: 109 (Garching) bis 140 Stunden (Attenkam, nahe des Ostufers des Starnberger Sees), das sind 69 (München/Stadt) bis 91 % (Attenkam) des langjährigen September-Durchschnitts. Bedingt durch die an verschiedenen Stellen sehr kräftig ausgefallenen Gewitter war die Regenmenge ebenfalls sehr unterschiedlich; zuerst die größten Tagesniederschlagsmengen:


 
Tag
Station
RR-Menge
7.9.
Deutsches Museum
34,1 mm
9.9.
Haar
35,4
Dorfen
34,7
Eberfing
31,6
19.9.
München-Freiham
40,2
München-Harthof
33,8
21.9.
Schweitenkirchen
24,2

Immer wieder frappant, wie nahe beieinander fast trockene Verhältnisse und sintflutartiger Regen sind: am 19. schüttete es in Freiham im Westen Münchens in 15 Minuten über 40 mm vom Himmel, während in Grünwald nur ein leichter Schauer von 0,8 mm niederging.

Die Monatssummen waren aber in der Regel unterdurchschnittlich, nur an einzelnen Stationen darüber und eher nach Süden zu gab es zu wenig Niederschlag (Ottershausen 44 mm=57 %, Aying 63 mm=62 %, Laufzorn 60 mm=65 %, Schäftlarn 72 mm=71 %, Neufinsing 80 mm=99 %, München-Kirchtrudering 94 mm=104 %, Oberschleißheim 82 mm=109 %, München/Stadt 102 mm=136 %, Deutsches Museum 123 mm). 

Sehr auffallend war die rege Gewittertätigkeit, so dass in München/Stadt 7 Gewittertage zusammen kamen, so viel wie noch nie seit 1781 im September, bisher waren höchstens 6 Tage mit Gewittern registriert worden: 1929, 1930 und 1975. Andere alte Gewitterreihen (wohl meist in den letzten Jahren durch die Automatisierung nicht mehr fortgeführt), wie Regensburg (ab 1774!) zeigen, dass sich die höchste Zahl an Gewittertagen etwa in diesem Rahmen bewegt (6 Tage 1932). Im selben Jahr hatte Amberg (ab 1879) 7 Gewittertage.

Im deutschlandweiten Überblick wurden nahezu keine Rekorde geboten. Allein das Gewitter in Nürnberg am 7.9.2014 brachte dort 61,2 mm Regen, so viel wie noch nie an einem Septembertag seit 1879 (bisheriger absoluter Maximalwert waren 50,2 mm am 2.9.1913). Eine kleine Tabelle zeigt die größten Tagesniederschlagsmengen im abgelaufenen ersten Herbstmonat:


 
Datum
Ort
Tagesmenge
7.9.
Herzogenaurach
78,0 mm
 
Nürnberg/Flgh.
61,2
 
9.9.
Marktschellenberg
57,5
 
12.9.
Straubenhart-Schwann
59,9
 
Bad Herrenalb
58,7
 
Anklam
56,2
 
18.9.
Kamen
75,8
 
Lünen-Seseke
70,5
 
Waltrop-Abdinghof
53,7
 
Dortmund/Oespeler Bach
53,5
 
Werl
52,3
 
Westerholt
50,9
 
20.9.
Ilmtal-Diemstedt
78,6
 
Eckelsheim
72,3
 
Harsewinkel
61,7
 
Wermelskirchen
55,2
 
Meisburg
52,0
 
Grasellenbach-Hammlebach
50,5
 

Zwar gab es im Süden Deutschlands recht wenig Sonne (Augsburg lediglich 100 Stunden), aber 2001 war das Angebot an Sonnenstunden noch um Einiges geringer (Augsburg z.B. 71,5 Stunden).

Im niederösterreichischen Hohenau wurden 168 mm Regen registriert (252 %), was die absolut höchste Septembermenge darstellt. An einigen exponierten Stationen reichte es am 24.9. zu den ersten leichten Nachtfrösten (Zwettl – 0,1, Windischgarsten – 0,3, Puchberg – 0,4 und Rauris – 0,5°C).

Wie oft in den Herbstmonaten so traten auch heuer wieder extrem starke Regenfälle im Süden Frankreichs auf. Zentrum der Niederschläge war diesmal Montpellier, wo schon seit 1851 Niederschlagsbeobachtungen angestellt werden. Am 29.9. fielen dort 299,5 mm, davon allein 253 mm in drei Stunden (15-16h 91, 16-17h 93 mm), was ein über 100-jähriges Ereignis für diese Stadt bedeutet. Folgende große Tagesmengen gab es dort in den letzten 164 Jahren:


 
24.9.1857
130 mm
13.9.1875
189,5
18.9.1886
120
8.9.1938
318
Sept. 2003
187

Vergleichbares hat sich also hier nur noch 1938 ereignet. 1857 kamen im ganzen September immerhin 489 mm zusammen, heuer waren es 363 mm (bis zu 503 mm in Les Plans, Dép. 34). Sehr hohe tagesmengen meldeten an jenem 29.9 auch Prades-le-Lez mit 153 mm, Béziers 156, Pézenas 160, Florensac 232,4 und Le Pouget 341 mm.

Zuvor waren in den Cevennen schon vom 16. bis 20.9. erhebliche Regenfluten zu verzeichnen gewesen: Antraigues-sur-Volane 432,7, Le Caylar 436,9 und Générargues 474,1 mm, mit 24-stündigen Höchstmengen am 17. mit 344,1 mm (Colognac/Gard, davon 108,3 mm in 1 h), am 18. mit 320,1 mm in Barnas/Ardèche und 350,9 mm in Antraigues-sur-Volane (davon 283,3 mm in 6 h) und am 19. in Aubenas 105 mm.

Dagegen war es in Teilen Nordfrankreichs den September über extrem trocken: Caen/Calvados 10, Vannes/Morbihan und Rennes/Iles-et-Vilaine 5, La Hague/Manche und Lanvéoc je 3 und Penmarc’h nur 1 mm. An der Atlantikküste war dem trüben August nun ein ausnehmend sonniger September gefolgt (Nantes 277 Std. statt normaler 194 und La Roche-sur-Yon 280 Std. statt normaler 194 Stunden).

Auch Lugano im Tessin profitierte von trockenen Verhältnissen mit lediglich 24 mm (bei einer Normalmenge von 185 mm sind das nur 13 %).

Wolfgang Webersinke, Oktober 2014