Witterungsbericht Juni 2014

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Im Süden Deutschlands lagen diesmal die sonnigeren und wärmeren Gegenden, wie der Überblick Bayerwald und Raum München zeigt. Die anderen Regionen müssen diesmal aus Zeitmangel leider ausgespart bleiben.

Im Bayerwald und speziell in Zenting-Daxstein war es zu warm und die Hitzewelle über Pfingsten bescherte uns sogar eine heiße Nacht mit einem Minimum von 20,3°C am 11.6., was in der Hanglage von Daxstein im Sommer immer wieder einmal vorkommt. Hervorstechendes Merkmal des ersten Sommermonats war seine ausgeprägte Trockenheit, da vom 1. bis zum 23. Juni lediglich 7,4 mm Regen fielen. Zu Trockenschäden kam es dennoch nicht, da Ende Mai noch ergiebige Regenfälle niedergegangen waren und auch Dürresommer wie 2003 bei uns keine wirklichen Schäden in der Vegetation hervorrufen, da das Niederschlagsangebot auch dann noch ausreicht. Die Bewölkung war gering und nur am 29.6. ließ sich die Sonne gar nicht blicken. Deshalb gleich hier die Rubrik Wetter und Bewölkung zu den Mannheimer Stunden:


 
Bewölkungs-/Witterungsangaben
für Daxstein im JUNI 2014
Termin I: 8.30 Uhr
Termin II: 15.30 Uhr
Termin III: 22.30 Uhr
01.06.2014
7² 
7² 
6¹ 
02.06.2014
4¹ ?
7² 
6¹ 
03.06.2014
7² 
7¹ ?
0
04.06.2014
5¹ ?
5¹ ?
8²  l. Nieseln
05.06.2014
7² 
7¹ ?
0
06.06.2014
3º ?
3º ?
0
07.06.2014
4º ?
1º ?
08.06.2014
0 ?
0 ?
0
09.06.2014
0 ?
1º ?
0
10.06.2014
0 ?
3²  ? n. Gewitter
11.06.2014
3º ?
2¹  ?
4¹ 
12.06.2014
6¹ ?
5¹ ?
0
13.06.2014
3º ?
2¹  ?
0
14.06.2014
3¹ ?
5¹ ?
0
15.06.2014
0 ?
6¹ 
0
16.06.2014
6¹  ?
8² 
8¹ 
17.06.2014
6¹ ?
8²  l. Regenschauer
6¹ 
18.06.2014
3º ?
5¹ 
3¹ 
19.06.2014
3¹ ?
4¹  ?
20.06.2014
7² 
6² 
2¹ 
21.06.2014
7¹ ?
6¹ 
0
22.06.2014
0 ?
3º ?
0
23.06.2014
2¹ ?
3¹  ?
0
24.06.2014
8² 
4¹ ?
0
25.06.2014
8²  mäß. Regenschauer
7²  Regentropfen
0
26.06.2014
5¹ ?
4¹  ?
6¹ 
27.06.2014
6¹  ?
2º ?
0
28.06.2014
6º ?
3¹ ?
3¹ 
29.06.2014
8²  Nebel i.d. Nähe
8²  n. Regen
8²  mäß. Regen
30.06.2014
8²  n. Regen
7²  ? n. Regensch.
8² 
Mittel:
4,2 Achtel
4,6 Achtel
2,5  Achtel
3,8 Achtel
8.30 MESZ
15.30 MESZ
22.30 MESZ
Alpensicht:
am Beobachtungstermin
Hochgestellte 0,1,2: Dichte der Bewölkung

Alpensicht war mit 8 Tagen für einen Sommermonat sehr häufig, dagegen die Gewitterausbeute mit nur 2 Tagen kümmerlich. Nebel trat nur am 29. auf. 

Im weiteren Umfeld schwankte die Mitteltemperatur zwischen 18,0°C in Lalling (17,7°C in Kringell, 17,6° in Aldersbach, 17,5° in Fürstenzell-Gföhret) und 10,9°C auf dem Großen Arber (Haidmühle 13,0°, Kirchberg und Zwiesel je 15,5°C). Damit war es in der Regel gut 1 K zu warm. Sommertage gab es bis zu 14 (Metten), heiße Tage in den Niederungen bis zu 4 (Metten, Lalling), am heißesten der 10. mit 33,9° in Fürstenzell (Lalling 33,7°). Haidmühle hatte zwei Frosttage am 26. und 27.6. (- 0,8°). Die Sonne war oft präsent und überschritt örtlich knapp die 300-Stunden-Grenze: Lalling 302, Fürstenzell 301 Stunden (Metten 297,5 Std.); diese Werte liegen etwa bei 140 % Normerfüllung. Beim Niederschlag überwogen eindeutig kräftige Defizite, speziell an der Donau wurden z.T. nicht einmal 30 mm gemessen (Metten 26, Hengersberg-Unterfrohnstetten 26, Passau-Maierhof 27, Eging am See-Rohrbachholz 30, Entschenreuth 30 mm), das sind im Falle Metten 29 und im Fall Entschenreuth 31 % des Junimittels (Unterfrohnstetten 27 %). In Metten (eine der ganz wenigen Stationen des DWD mit komplett gleichbleibender Umgebung seit Beginn der Beobachtungen) handelt es sich nach dem Juni 1887 (18 mm) und den von 1930 (24 mm) um den dritt-trockensten Juni der Beobachtungsgeschichte:



In den überwiegenden Gegenden des Bayerwalds schwankten die Regenmengen um die 50 mm (Buchenau 53, Schöfweg 55 mm), nur punktuell fielen höhere Mengen: Neureichenau-Duschlberg 77, Wegscheid 90 mm, ohne dass das Mittel erreicht wurde. Einzelne Tage stechen heraus: am 12. in Wegscheid 34,2 mm, am 25. Untergriesbach-Schaibing 26,2 und am 29. Daxstein 26,2 mm.

Im Raum München war es auch im Schnitt gut 1 K zu warm: 16,3°C in Osterseeon (16,4° in Otterfing, Holzkirchen und Laufzorn) und bis zu 18,4°C in München-Stadt (Botanischer Garten als Referenzstation mit 17,5°C). Vom 8. bis 10.6. einschließlich wurden neue Rekorde der Tageshöchsttemperatur gemessen (ab 1781): am 8. 32,0, am 9. 33,3 und am 10. 33,1°C (jeweils München/Bot. Garten). Auch der Dekadenrekord vom 6.6.1804 (33,0°) wurde gebrochen, wobei die damaligen Werte nicht überbewertet werden dürfen. 10 bis 14 Sommertage, darunter 4 heiße Tage gab es zu vermelden. Die Sonne lachte an bis zu 307 Stunden (Weihenstephan), ebenfalls deutlich mehr als gewöhnlich. Beim Niederschlag beginnen die Summen bei knapp 40 mm: Maisach 39, Fahrenzhausen 40, Ottershausen 41 mm) und steigen auf bis zu 96 mm in Oberpframmern (Geretsried 89, Otterfing 86, Holzkirchen 83 mm). Alles weniger als in einem normalen Juni zu erwarten wäre. Im Gegensatz zum Bayerwald waren in der Münchner Schotterebene aber vor dem Einsetzen der stärkeren Regenfälle Ende Juni schon Anzeichen von Dürreschäden zu bemerken (braungelbe Rasenflächen etwa). 

Wolfgang Webersinke, Daxstein, Juli 2014