Witterungsbericht Mai 2014

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Nach vielen zu warmen Monaten brachte der vergangene Mai eine Unterbrechung dieser Serie: er war eher normal temperiert, mit etwas zu wenig Sonne und eher feuchten Niederschlagsverhältnissen.

Das gilt auch für die Bayerwaldregion und Zenting-Daxstein. Bis zum 18. war es mehrheitlich zu kühl (Abw. 7,6 K am 12. Mai), erst dann folgte eine wärmere Periode (22. Abw. + 8,4 K). Vom 27. bis Monatsende dann wieder zu kühle Verhältnisse (30. 5,6 K). Beim Niederschlag gab es endlich wieder ein Plus, was vor allem den Regenfällen vom 26. 29.5. zu danken war (81 mm). Am 11. fiel ganz kurz leichter Hagel. Am 9., 11. und 13. ereigneten sich schwache Gewitter. An 6 Tagen kam es zu Alpensicht, Nebel bildete sich an 3 Tagen. Das Frühjahr war mit 9,1°C deutlich zu warm (+ 1,8 K), aber recht trocken (255 mm entsprechen nur 78 % des Mittels).

Hier nun die Bewölkungs- und Witterungsangaben von Daxstein anhand der Mannheimer Stunden für Mai:



 
Bewölkungs-/Witterungsangaben
für Daxstein im MAI 2014
Termin I: 7.30 Uhr
Termin II: 14.30 Uhr
Termin III: 21.30 Uhr
01.05.2014
8²  Dunst
6¹ ?
0
02.05.2014
8²  Dunst
7¹ ?
6¹ 
03.05.2014
7² 
8²  etwas Nieseln
8¹ 
04.05.2014
0  ?
5¹ ?
0
05.05.2014
4¹ ?
6¹ ?
0
06.05.2014
5¹ ?
4¹ ?
07.05.2014
8²  starker Regen
8²  l. Nieseln
8²  Dunst
08.05.2014
8²  Dunst
8² 
8² 
09.05.2014
8²  nach Regen
8² 
6¹ 
10.05.2014
5¹ ?
6¹ ?
7¹ nach Regensch.
11.05.2014
8²  nach Regen
7²  nach Gewitter
8²  l. Regenschauer
12.05.2014
8² 
6¹ ?
13.05.2014
8² 
7² 
7² 
14.05.2014
8¹ 
7¹ 
6¹ 
15.05.2014
7² 
7² 
7² 
16.05.2014
6¹  ?
7² 
8²  etwas Nieseln
17.05.2014
8² 
8² 
8²  l. Regen
18.05.2014
7¹ 
8²  mäß. Regen
8²  Nebel, n. Regen
19.05.2014
5¹ ?
4¹ 
5¹ 
20.05.2014
4¹ ?
7² 
8² 
21.05.2014
3¹ ?
4¹  ?
5¹ 
22.05.2014
6º ?
3º ?
2¹ ?
23.05.2014
6¹ ?
7² 
4¹ 
24.05.2014
7¹ 
2¹ ?
0
25.05.2014
0  ?
5¹ ?
6¹ 
26.05.2014
6¹ ?
7² 
8²  l. Regen
27.05.2014
8²  Dunst
8²  mäß. Regenschauer
8²  starker Regen
28.05.2014
8²  l. Regen
8²  l. Nieseln
8²  Dunst
29.05.2014
8² 
8² 
8²  Dunst
30.05.2014
8² 
7² 
0
31.05.2014
5¹ ?
7² 
1¹ 
Mittel:
6,3 Achtel
6,5 Achtel
5,5  Achtel
6,1 Achtel
8.30 MESZ
15.30 MESZ
22.30 MESZ
Alpensicht:
am Beobachtungstermin
Hochgestellte 0,1,2: Dichte der Bewölkung


Im weiteren Umfeld lag die Mitteltemperatur im Bayerischen Wald zwischen 12,9° in Metten (Lalling 12,8°, Fürstenzell 12,6°) und 6,0°C auf dem Gr. Arber (Haidmühle 9,1, Kirchberg 10,9°C). Diese Temperaturen bewegten sich leicht unter dem Mittel 1981 bis 2010 (meist 1 K). Meist gab es 1 bis 4 Sommertage (Lalling), in tiefen Lagen auch einen heißen Tag (Metten und Lalling je am 22. 30,7°C). Frost trat nur in den anfälligen Lagen auf (Kirchberg 4, Haidmühle 6 Frosttage). Die Sonne blieb ein wenig an Kraft schuldig (Gr. Arber 115, Grainet 150, Lalling 182 Stunden). Dafür gab es zum ersten Mal in diesem Jahr reichlich Niederschlag, 110 (Stallwang und Entschenreuth) bis über 200 mm (Brennes 217, Buchenau 204 mm; Althütte 176, Sonnen 174 mm), prozentual waren es 120 (Entschenreuth) bis 229 % (Buchenau). Vor allem am 27. traten bis über 50 mm auf: Untergriesbach-Schaibing 54,4, Tittling 50,7 mm. 

Im Großraum München bewegte sich die Mitteltemperatur zwischen 11,5°C in Otterfing (Laufzorn 11,6°) und 13,4°C in München/Met. Institut in der Theresienstraße (Wetteramt 13,1, Bot. Garten 12,5°C). Auch hier ein Defizit von etwa 1 K. In der Regel ist von 2, höchstens 3 Sommertagen (Theresienstraße) auszugehen, maximal 31,0C am 22. (in Haar). In freien Lagen gab es am 5. noch geringen Frost (Osterseeon 1,1°C). Die Sonne schien zwischen 164 und 171 Stunden, was etwa 20 % zu wenig war. Im Gegensatz zu weiten Teilen Bayerns war es zu trocken: 66 mm in Oberschleißheim und bis zu 125 mm in Geretsried. Zu feucht war es ausgerechnet am sonst so trockenen Flughafen (107mm, das sind 123 %), sonst 69 (Gilching) bis 98 % (Geretsried). 

Ganz im Südosten Bayerns in Marktschellenberg war es im Mai so nass wie seit Beobachtungsbeginn dort (1917) noch nie: 426 mm (alte Rekordmarke war 386 mm im Jahr 1940, sehr nass noch 1965 mit 379 mm). Auf der Winklmoosalm sind übrigens 349 mm zusammen gekommen. Womit wir bei den großen Tagesmengen im Bundesgebiet (und in Spitzenwerten auch Österreich) wären:
 
Große Tagesmengen des Niederschlags
innerhalb von 24 Stunden im Mai 2014:
1.
Medebach
53,7 mm
Geisenfeld/Hallertau
36,8
13.
Schöfweg
40,0
15.
Lilienfeld/NÖ
123,1
Krumbach/Buckl. Welt
114,6
Weyer/OÖ
102.4
22.
Schleswig-Gottorf
53,1
Schleswig/DWD
52,0
24.
Wien/Hohe Warte
62,2
24.
Marienberg/Erzgeb.
51,6
in 4 Stunden
Kirchlinteln b. Verden
50,6
26.
Scheyern
86,4
Kollerschlag/OÖ
75,3
Niederstetten-Adolzhausen
72,1
Wohratal
62,5
27.
Marktschellenberg
100,7
Winklmoosalm
74,8
Wechselburg-Meusen
70,3
Bischofswiesen-Loipl
70,0
Hoyerswerda
68,2
Freital
66,2
Grimma
65
Freilassing
64,9
Berchtesgaden
63,1
Freising
62,6
Eggenfelden
61,5
Nossen
60,6
Jenner
60,2
Eisleben
59,0
Untergriesbach-Schaibing
56,2
Meißen
56
in 1 Stunde
38

Am 24. Mai kam es in Wien, speziell auf der Hohen Warte zu einem ausnehmend starken Gewitterregen (mit Hagel), der in kurzer Zeit 62,2 mm erbrachte.

Bemerkenswert in Österreich war, dass an 4 alten Stationen der Mai heuer der nasseste seiner Art war, und zwar in Kollerschlag (214 mm, Beob. ab 1887), in Salzburg (Flgh.), 244 mm (Beob. seit 1839), in Wien/Hohe Warte 189 mm (Beob. ab 1841) und in Bad Ischl 349 mm (Beob. ab 1858). In der langen Reihe von Kremsmünster (ab 1820) gab es nur zwei noch nassere Maimonate als heuer (230 mm, 1897 237 und 1881 263 mm). Daher alle fünf Orte mit den entsprechenden Grafiken:


Wolfgang Webersinke, Daxstein, Juni 2014