Witterungsbericht Juni 2013

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Nach den vielen Wochen Kälte und Nässe schaffte der Juli den Durchbruch zu anhaltend sonnig-warmer bis –heißer Witterung und wurde Richtung Süden und Osten zum Sommermonat schlechthin und schlug teilweise Rekordschneisen.

In Zenting-Daxstein war das aber noch nicht der Fall. Zwar waren nur 6 Tage kälter als im Mittel 1981 bis 2010, aber dennoch lag die Mitteltemperatur „nur“ 2,2 K über der Norm. Immerhin brachte der 28. eine Tropennacht zustande (Minimum 21,5°C) und vom 6. bis 22.7. fiel keinerlei Niederschlag; diese 17-tägige Trockenperiode wurde aber im Juli 1990 überboten (trocken vom 11. bis 29.7., das sind 19 Tage). 1923 kamen sogar 21 Tage zustande vom 24.6. bis 14.7., allerdings mit 0,1 mm am 27.6. dazwischen. Auffällig war aber, dass nur an 2 Tagen Gewitter auftraten (zuletzt 1990 und 1961 ebenso wenige). Nebel und Alpensicht konnten im Juli nicht beobachtet werden. Zum Abschluss die Bewölkungstabelle:


 
Bewölkungs-/Witterungsangaben
in Daxstein im Juli 2013
Termin I
Termin II
Termin III
01. Jul
0  ?
2¹ ?
0
02. Jul
4¹ ?
4¹ ?
03. Jul
7¹ ?
04. Jul
8² Dunst
05. Jul
8² nach Regenschauer
06. Jul
6¹ ?
07. Jul
3¹ ?
5¹ ?
0
08. Jul
4¹ ?
5¹ ?
09. Jul
0  ?
5¹ ?
0
10. Jul
3¹ ?
5¹ ?
0
11. Jul
5¹ ?
0
12. Jul
0  ?
4¹ ?
0
13. Jul
3? ?
0
14. Jul
3¹ ?
5¹ ?
15. Jul
4¹ ?
0
16. Jul
0  ?
1¹  ?
17. Jul
0  ?
3¹  ?
18. Jul
2¹ ?
19. Jul
0  ?
0
20. Jul
0  ?
6¹  ?
0
21. Jul
0  ?
2¹ ?
22. Jul
0  ?
0  ?
0
23. Jul
3¹ ?
3¹ ?
24. Jul
8² nach Regenschauer
6¹ ?
8² etwas Regen
25. Jul
8² Dunst
6¹ ?
0
26. Jul
1¹ ?
6¹ ?
0
27. Jul
1? ?
1? ?
0
28. Jul
1¹ ?
1¹ ?
0
29. Jul
8² Gewitter n. Regensch.
8² st. Regenschauer
30. Jul
8² Dunst
31. Jul
7¹ Dunst
0
Mittel
3,5 Achtel
5,0 Achtel
2,7  Achtel
8.30 MESZ
15.30 MESZ
22.30 MESZ
Juli 2013 ohne Alpensicht


Im Bayerwald-Rundblick reichen die Mitteltemperaturen von 14,1°C auf dem Großen Arber bis hin zu 21,2°C in Lalling (Haidmühle 16,0, Kirchberg 18,5, Metten 20,4°C), im Schnitt gut 2 K über dem Mittel 1981 bis 2010. 2006 und 1983 waren aber deutlich wärmer. Maximal gab es 24 (Lalling) bis 26 Sommertage (Metten) bei höchstens 8 (Lalling) bis 9 heißen Tagen (Metten). Am 28. kletterten die Höchstwerte auf bis zu 37,0°C (Lalling; Metten 36,3°C). Die Sonne schien von 257 (Gr. Arber) bis 319 Stunden (Fürstenzell), wobei meist etwas weniger als 300 Stunden zusammen kamen (Entschenreuth 299, Kringell 285, Grainet 271, Lalling 313 Stunden). Eher Richtung Norden und Nordwesten gab es sehr wenig Niederschlag: Zwiesel 11,4 mm (9 %), Steinach 10,3 mm und Stallwang 6,3 mm (Näheres siehe später!). Punktuell war es deutlich feuchter: Gr. Arber 42,1, Entschenreuth 46 (40 %), Daxstein 49,0, Fürstenzell 49,8, Eging –Rohrbachholz 66 und Haidmühle 80,7 mm (62 %), vor allem durch stärkere Schauerniederschläge (Eging am 5. 33,2, Haidmühle 30,2 mm am 23. und Daxstein 33,7 mm am 29.) 

Im Großraum München maß man Mitteltemperaturen von 19,1°C (Oberhaching-Laufzorn) bis 22,2°C (München-Theresienstraße; Holzkirchen 19,4, München/Stadt 21,5°C: das ist der 7. Platz ab 1879; 1983: 23,3°C). Es gab zwischen 16 (Laufzorn, Ebersberg, Otterfing) bis 24 Sommertage (München/Stadt) und bis zu 9 heiße Tage (München/Stadt). Für die Stadtstation ergibt sich damit seit 1879 der 5. Platz bei der Zahl der Sommertage (Spitzenreiter sind 2006 und 1983 mit je 26 Tagen). Das Luftfeuchtigkeitsmittel beträgt 57 %, 1976 waren es 56 und 1983 sogar nur 53 % (jeweils ab 1879). Die Sonnenscheindauer erreichte Werte von 293 (Otterfing) bis 347 Stunden (Eichenried). Beim Niederschlag standen sich Gegenden mit weniger als 20mm (Erdinger Moos/Flgh. 13,5=12 %, Altomünster (17 %), Haar (13 %) und Assling (13 %) je 19 mm, Haimhausen-Ottershausen 20 mm=19 %) und solchen mit über 50 mm gegenüber (Unterföhring 55 (44 %), Eichenried 60, Ebersberg 64 (46 %) und Aying 78 mm). Auch hier ein Ergebnis stärkerer Gewitterregen: 2.7. Aying 27, 4.7. Eichenried 29,8, 24.7. Unterföhring 27, Aying 29 mm und 29.7. Gilching 25 mm.

Ganz vereinzelt kam es in Südbayern zur Überschreitung von Juli-Temperaturrekorden

Oberstdorf am 28.7.2013 35,3°C (bisher 34,9°C am 26.7.1983; ab 1886)

Einzelne Orte kamen in die Nähe des Rekords: Garmisch-Partenkirchen am 28.7.2013 36,3, 11.7.1984 36,4°C – ab 1889; Metten 36,3° gegenüber 36,5°C am 27.7.1983 – ab 1879; München/Stadt 36,9° gegenüber 37,1° am 11.7.1984 und 37,5°C am 27.7.1983 - ab 1781.

Mehr als eine Erwähnung wert ist die Sonnenscheindauer. Während in Bayern und Baden-Württemberg die Sonne zwar sehr lang schien (siehe die Grafiken von Stuttgart-Flughafen und München), wurden dort aber keine Rekorde gebrochen (die bestehen in München im Juli seit 1921 mit etwas über 350 Stunden und in Stuttgart bei 348 Stunden im Juli 1949):



In Teilen Österreichs wurden aber die bisherigen Grenzwerte drastisch nach oben angehoben: der alte Rekord von Wien aus dem Jahr 2006 stand bei 361 Stunden, heuer waren es gleich 385! Innsbruck hatte 306, im Rekordjuli von 2006 waren es 307 Stunden, Klagenfurt meldete 333 Stunden, Andau im burgenländischen Seewinkel hatte österreichweit die meisten Sonnenstunden (394), so viel wie noch kein Monat bisher dort.


Beim Niederschlag ergaben sich ebenfalls einige extrem trockene Regionen. Einerseits eng abgegrenzt in Niedersachsen (Soltau schaffte mit 13 mm das absolute Juliminimum seit 1891, bisher waren es 14 mm im Juli 1982), dann flächendeckender südlich und östlich von München bis hinüber nach Oberösterreich und zum Teil auch im nördlichen Bayerischen Wald. Im Stadtzentrum von München liegt das Minimum bei 19 mm im Jahr 1911, heuer hatte das Wetteramt 20,6 mm, den zweitniedrigsten Wert seit 1842:


Wobei darauf hinzuweisen ist, dass die Regenmengen in trockenen Julimonaten auch innerhalb des Stadtgebiets recht variabel sind: 1983 in Riem 26 mm, 1928 im Botanischen Garten 20 (nahebei in Nymphenburg aber 26 mm), in St. Bonifaz 22 mm. Einmalig aber ist die Dauer einer völlig niederschlagsfreien Periode im Juli, die an der Helene-Weber-Allee vom 5. bis zum 23.7.2013 dauerte, also 19 Tage; bislang schaffte es nur der Juli 1928 zu einer 16-tägigen Trockenperiode (7. bis 22.7.1928).

An den folgenden Orten reichte es aber zum trockensten Juli der gesamten Messreihe:


 
Rekordtrockenheit im Juli 2013
2013
alter Rekord
Jahr
Reihe ab
München/Flughafen
13,5 mm
17
1964
1921
Mühldorf
11,6
27
1904
1899
Inzell
16,9
67
1952
1900
Stallwang
6,2
10
1983
1909
Rohrbach/OÖ
5
Ried/OÖ
9
19
1928
1872
Straubing
9,4
12
1952
1883
Rosenheim
36,6
42
1971,1983,2001
1879


Es folgen die betreffenden Niederschlagsgrafiken von Straubing, Ried im Innkreis sowie von Buchenau/Bayr. Wald, wo der Rekord von 1983 (16 mm) nur um 1 mm verfehlt wurde:


Regensburg mit seiner langen RR-Reihe (ab 1800) maß heuer 13 mm, das absolute Minimum liegt bei 10 mm (1904), somit liegt 2013 zusammen mit 1983 an zweiter Stelle der trockensten Juli. In den letzten gut 60 Jahren hat es in besonders trockenen Julimonaten Orte gegeben, die praktisch niederschlagslos geblieben sind (in den Jahrbüchern taucht dann der Wert 0 mm auf, will heißen 0,4 mm oder noch weniger im gesamten Monat). In 4 Jahren war das seit 1949 der Fall:


 
1949
Bensheim-Auerbach
0,4 mm
Steinbach b. Lohr
0
Eiserne Hand
0
1952
Bofsheim
0
Altheim
0
Höpfingen
0
1971
Böhming
0
Burgebrach
0
Wernsbach
0
Hilpoltstein
0
1983
Herzogenaurach
0
Langenlehsten
0
Neustadt/Holstein
0

Wie nicht anders zu erwarten entwickelten sich aber auch einige schwere Unwetter, bei denen Hagel in Größen bis zu 10 cm Durchmesser fiel (etwa am 27. in Rheda-Wiedenbrück und in Lehrte sowie am 28. im Raum Reutlingen, bis 8 cm am selben Tag in der Region Peine) und den dazugehörigen ergiebigen Starkregen, wie der folgenden Übersicht zu entnehmen ist:


 
Große Tagesmengen des Niederschlags
1.7.
Braunlage
50,2 mm
3.7.
St. Wolfgang
54,8
Reichenau/Rax
53,3
Amstetten
50,4
4.7.
Chieming
59,4
8.7.
Langen/Arlberg
54,8
23.7.
Hirschthal/RPf.
63,3
24.7.
Burgwald-Bottendorf
52,4
Helbedündorf-Keula
53,6
Flochberg
54,1
Maßbach
59,4
Bühlerzell
59,5
Luisenthal
59,7
Sindelfingen
62,0
Frankenhain
62,2
Regnitzlosau
62,7
Martinsroda
71,9
Abtsgemünd-Untergröningen
110,7
25.7.
Renningen-Ihingerhof
51,0
26.7.
Nagold
55,4
28.7.
Wassertrüdingen
56,0
Rottenburg-Kniebingen
50,4
Urach
51,0
Menzenschwand
52,5
Betzweiler-Wälde
53,2
Schw. Gmünd-Weiler
54,5
Feldberg/Schwzw.
60,3
29.7.
Weil im Schönbuch
50,0
Bad Säckingen
51,5
Fellbach
52,4
Remseck
52,5
Elzach-Fisnacht
53,1
Bernau-Goldbach
53,2
Königsfeld
54,0
Menzenschwand
54,2
Oberndorf-Asteig
55,0
Görwihl-Segeten
55,3
Hähnichen-Trebus
57,8
Eisenbach
58,4
Marsberg-Leitmar
58,5
Urach
59,2
Schauinsland
59
Wolpadingen
60,7
Wildeshausen
61,1
Buchenbach
61,7
Rothaus
62
Breitnau
64,3
Lenzkirch-Ruhbühl
65,4
Sindelfingen
65,7
Eschbronn-Mariazell
66,2
Grafenhausen
68,0
Stuttgart-Rot
71,7
Stuttgart-Schnarrenberg
71,7
St. Georgen
73,4
Stuttgart-Wilhelma
76,6
Höchenschwand
91,4

Das Stuttgarter Ereignis vom 29.7. gehört mit zu den größten Regenfällen in jener Region, die dort überhaupt je vorgekommen sind. Stuttgart-Schnarrenberg hatte eine Monatssumme von 165 mm (was einem Monatssoll von 223 % entspricht!). Am 15.8.1972 gab es am Schnarrenberg 63,2 mm (historisches Hagelunwetter; davon 54 mm in 45 Minuten), Hohenheim hatte am 5.7.1883 95,8 mm (davon 66 mm in 60 Minuten). Die nassesten Julimonate brachten im Raum Stuttgart bis über 200 mm: Hohenheim 1851 229 und 1883 207 mm, in der Stadt 1940 201 mm.

Wolfgang Webersinke, Daxstein, August 2013