Witterungsbericht Mai 2013

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Nach dem eher ruhig verlaufenen April bot der Mai 2013 eine ganze Palette von Witterungsexzessen: häufige Nachtfröste, viele Starkniederschläge mit zum Teil großen Monatsmengen und gebietsweise eine äußerst niedrige Sonnenscheinausbeute.

In der Region des Bayerischen Waldes blieb es in Daxstein vergleichsweise ruhig. Bis zum Pfingstsonntag, den 19.5. war es meist zu warm, aber schon recht feucht. Daran schloss sich eine sehr kühle Periode an mit reichlichen Niederschlägen. Der 26. Mai war darin der absolut kälteste Tag (Mitteltemperatur 8,8 K unter der Norm und noch einmal am Nachmittag für einige Stunden Schneeregen bei 53,5 mm Niederschlag). Der 26. Mai ist in den letzten Jahren des öfteren durch sehr schlechtes Wetter aufgefallen: 2006 70,8 mm Regen, 2009 40,8 mm und 2010 das große morgendliche Hagelunwetter. Für den ganzen Monat sind 15 Nebeltage zu verzeichnen gewesen sowie 5 Tage mit Alpensicht. Das gesamte Frühjahr war mit 6,0°C Mitteltemperatur 1,3 K (gegenüber 1981 bis 2010) zu kalt und niederschlagsnormal (314 mm bedeuten 96 %). Hier nun die schon gewohnte Bewölkungstabelle nach den Mannheimer Stunden:


 
Bewölkungs-/Witterungsangaben
in Daxstein im Mai 2013
Termin I
Termin II
Termin III
01. Mai
6¹ Dunst
6¹ ?
8² Wetterleuchten
02. Mai
8² n.Regenschauer
8² n.Regenschauer
03. Mai
04. Mai
8² Nebel
05. Mai
0
06. Mai
8² l. Regen
07. Mai
8² Nebel
6¹ ?
08. Mai
8² Dunst
5¹ ?
0
09. Mai
3¹ ?
5¹ ?
10. Mai
8² l.Regen
8² l.Regen
11. Mai
8² l.Regen,Nebel
8² n.Regen
8² l.Regen mit U.
12. Mai
8² Nebel
8² l.Regen
13. Mai
8² Dunst
8² l.Regen
8² Nebel
14. Mai
8² Nebel
4¹  ?
15. Mai
0  ?
3º  ?
16. Mai
0
17. Mai
5¹  ?
5¹  ?
8² l.Regenschauer
18. Mai
7¹  ? Nebel i.d.Nähe
2¹  ?
0
19. Mai
1¹  ?
8¹ Regentropfen
20. Mai
6¹  ?
5¹  ?
21. Mai
5¹ ?
22. Mai
8² Nebel
8² l.Regenschauer
8² l.Regenschauer
23. Mai
24. Mai
8² Dunst
8² Regentropfen
8² l.Regen
25. Mai
8² Dunst
26. Mai
8² mäß. Regen
8² mäß. Regen
8² mäß. Regen
27. Mai
8² l. Regen,Nebel
8² n. Regen
8² Nebel i.d. Nähe
28. Mai
5¹ ? Talnebel
5¹ ?
0
29. Mai
8² l. Nieseln
8² l. Nieseln
30. Mai
8² l. Regen
8² l. Regen
31. Mai
8² l. Regen
8² n. Regen
Mittel
6,8 Achtel
6,4 Achtel
5,6  Achtel
8.30 MESZ
15.30 MESZ
22.30 MESZ
bedeutet Alpensicht

Da auch die Apriltabelle nicht richtig „daherkam“, hier noch einmal die Korrektur:
 
Bewölkungs-/Witterungsangaben
in Daxstein im April 2013
Termin I
Termin II
Termin III
01. Apr
7¹ ?
02. Apr
4º ?
3¹ ?
03. Apr
04. Apr
4¹ ?
05. Apr
06. Apr
8² gefr.Nieseln,Nebel
8² Nebel, n.Nieseln
8² l. Nieseln
07. Apr
8² l.Schneegrieseln
8² l.Schneegrieseln
8² einz.Schneeflocken
08. Apr
6¹ ?
09. Apr
8² l.Schneefall,Nebel
10. Apr
8² l.Regen
8² l.Regen
11. Apr
8² l.Regen mit U.
12. Apr
8¹ einz. Regentr.
13. Apr
8² einz. Regentr.
5¹   ?
0
14. Apr
4¹  ?
0
15. Apr
0  ?
0   ?
0
16. Apr
4¹  ?
6¹ ?
17. Apr
4¹  ?
18. Apr
5¹  ?
4¹  ?
19. Apr
8² l.Regen mit U.
20. Apr
8² n.Regen
21. Apr
3º ?
4¹ ?
22. Apr
8² einz. Regentr.
8² Dunst
23. Apr
6¹ ?
6¹ ?
0
24. Apr
6¹ ? Dunst
5¹ ?
0
25. Apr
5¹ ? Dunst
4¹ ?
0
26. Apr
0 ?
4¹ ?
27. Apr
28. Apr
8² etwas Nieseln,Nebel
8² l.Nebel
29. Apr
8² etwas Nieseln
30. Apr
6¹ ?
8² einz. Regentr.
Mittel
6,4 Achtel
6,0 Achtel
4,3  Achtel
8.30 MESZ
15.30 MESZ
22.30 MESZ
bedeutet Alpensicht


Im örtlichen Rahmen lag die Mai-Mitteltemperatur zwischen 5,6°C auf dem Großen Arber (Haidmühle 9,2, Kirchberg 10,6°C) und 12,6°C in Metten und Lalling (Hutthurm-Kringell 12,3°C). Insgesamt eine um 1,0 bis bis etwa 2,0 K zu kalte Maiwitterung. In Lagen oberhalb von 550 m reichte es nicht mehr zu Sommertagen (Zwiesel 24,9°C am 19.), sonst für bis zu 26,7°C am 19. in Lalling und höchstens 3 Sommertage (Metten). Anders als in vielen Gebieten, wo es noch öfter zu Frösten kam, wurde diese Grenze nur in Haidmühle (2 Frosttage) und in den Kammlagen unterschritten. Die Sonne schien 103 (Gr. Arber) bis 154 Stunden (Lalling), was ein Defizit von 25 bis 45 % bedeutet, aber weit von der Sonnenscheinarmut des Mai 2010 entfernt war. Es kam zu vielen und zum Teil auch ergiebigen Niederschlägen: am 2. in Lackenhäuser-Klafferstrass gleich 74,0 mm (mit Gewitter; Bischofsreut 46,2 mm, Haidmühle 44,6 mm), am 26. hatte Daxstein 53,5 mm, Wegscheid 47,4 mm (Die vom DWD kolportierten 72 mm von Schönberg vom 30.5. sind genau 7,2 mm, also ein simpler Fehler!). Am selben Tag schneite es in Bischofsreut auf 1000 m und es bildete sich für kurze Zeit eine 1 cm hohe Schneedecke aus. Die Monatssummen überschritten in den prädestinierten Lagen die 200 mm: Wegscheid 205,1 mm, Bischofsreut 213,5 mm, Lackenhäuser-Klafferstrass 215,5 mm, Daxstein 216,7 mm. Die 182 mm von Metten (217 %) sind die drittgrößte Maimenge seit 1879 (nach 1930 und 1932):


Die prozentualen Werte des heurigen Mais liegen meist bei 150 bis 190 %, maximal 242 % in Klafferstrass und 230 % in Wegscheid.

Die größten 24-stündigen Mainiederschlagsmengen aus dem Bayerwald stammen vom 30.5.1932; hierzu eine kleine Übersicht, ergänzt durch die Monatsmengen jenes Monats sowie die täglichen Niederschlagssummen von Rusel/Forsthaus und Hausstein


:

 
Niederschlag am 30.5.1932 in mm
Arberschutzhütte
173,5
Schwellhäusel
150,3
Hausstein
123,3
Bayerisch Eisenstein
119,5
Rusel-Irlmoos
113,6
Grafling
111,4
Rusel/Forsthaus
108,0
Waldhäuser
85,7
Schöfweg
83,2
Rohrstetten
82,3
Buchenau
81,8
Metten
78,3
Tittling
75,6
Schöllnach
68,6


 
Monatssummen RR, Mai 1932 in mm
Hausstein
300
Höllenstein
285
Daxstein
266
Drachselsried
256
Waldhäuser
254
Buchenau
238
Zwieslerwaldhaus
235
Zwiesel
226
Regen
196



Im Raum der Metropolregion München bewegten sich die Mitteltemperaturen zwischen 10,4°C in Otterfing (Laufzorn und Holzkirchen 10,5°C) und 12,3°C an der Stadtstation der LMU in der Theresienstraße (Neuhausen 12,1°C). Generell ist das etwa 2 K unternormal. Nur im Innenstadtbereich reichte es für einen Sommertag, aber auch Frost war kein Thema mehr (1,3°C in Laufzorn am 25.5.). Die Sonne schien lediglich 113 bis 129 Stunden, was für den Stadtbereich nur ein um 3 Stunden höherer Wert als im Minimumjahr 2010 war. Die Niederschlagsmenge des Monats stieg im Süden auf bis über 200 mm: Holzkirchen 207, Otterfing 229 mm (dort am 31.5. 58,1 mm). Die Übererfüllung lag in der Regel bei 140 bis 155 %. 

Interessant ist ein kleiner Vergleich zwischen den Maimonaten 1940 und 2013: in ersterem kam es zu einer großen Hochwasserkatastrophe in Südbayern (damals aber nur wenig Niederschlag nördlich der Donau, Metten z.B. nur 55 mm). Sachrang im Chiemgau hatte 1940 eine Monatsmenge von 451 mm, 2013 387 mm, Kufstein 1940 265 mm, 2013 222 mm, Salzburg 243 mm gegenüber 203 mm heuer. Man sieht, dass 2013 schon im Mai sehr viel Regen gefallen ist, der das folgende Hochwasser Anfang Juni noch wesentlich verstärkt hat. Eine eingehendere Analyse soll dann im Junibericht folgen, möglicherweise aber auch erst später, da für mich der Juli berufsmäßig ein außerordentlich arbeitsreicher Monat ist.

In einem diagonalen Streifen von der Oberpfalz und Franken über die Mitte Deutschlands bis hinauf nach Hamburg und Schleswig-Holstein lieferte der diesjährige Mai so viel Regen wie schon lange nicht mehr, so dass alte Rekorde purzelten:


 

 
Monatssummen Mai 2013
und Vergleich zum Rekord
Station
2013
alter Wert/Jahr
Lübeck
107 mm
104/1983
Kiel
143
111/1869
Hamburg
160
122/1981
Braunschweig
200
154/1984
Soltau
134
130/2007
Erfurt/Flgh.
194
134/1899,2004
Bad Hersfeld
186
176/1984
Meiningen
159,5
141/1921
Schmücke
275
234/1899
Bamberg
175
137/1984
Regensburg
139
138/1843
Weiden
152
149
Wasserkuppe
259
228/1984


Natürlich legte dieser Regen den Grundstock für die katastrophalen Überschwemmungen im Juni. Es werden die RR-Grafiken von Kiel (auch die dort am 21.5. gefallenen 61,5 mm sind Mairekord;), Hamburg, Erfurt und Regensburg gezeigt:


Nicht nur in Deutschland gab es reichlich Regen. Schon am 2. Mai ergoss sich über Schaffhausen/CH eine kleine Sintflut. In nur 10 Minuten fielen 32,8 mm; nur alle 50 bis 100 Jahre sind solche Mengen in so kurzer Zeit zu erwarten (zuletzt am 26.7.1984 30,5 mm in 10 Minuten). In Graz-Universität wurde am 6. Mai ein neuer 24-stündiger Niederschlagsrekord für Mai aufgestellt: 85,7 mm sind dort gefallen (Reihe ab 1894; Graz-Strassgang 70,5 mm).

Der Mai 2013 eiferte seinem „Vorbild 2010“ hinsichtlich der Sonnenscheinarmut nach, vermochte aber fast nirgendwo dessen Rekordminima zu toppen: z.B. Nürnberg 111 Std. (2010: 110), Hohenpeißenberg 107 (97), Bamberg 103 (97). Allein in Kassel reichte es zum trübsten Mai der Beobachtungsgeschichte: bisher galt 1984 als unterste Marke (103,2 Std.), heuer waren es nur 97,5 Stunden. Deshalb folgen nun die entsprechenden Grafiken von Nürnberg (Sonnenschein ab 1879 bis 1900 nach halbstündigen Beobachtungen errechnet, dann Campbell-Stokes) und Kassel (dort fehlen 1945 und 1946):



Schließlich seien auch die besonders kalten Mainächte in diesem Jahr nicht verschwiegen: im Westen Deutschlands werden am 24.5. reihenweise Werte unter 0 Grad am Morgen gemessen (z.B. -1,8 in Daun-Gemünden oder – 1,6°C am Schneifelforsthaus, Kall-Sistig – 0,6°C); selbst Paris-Montsouris (mitten in Paris!) meldete nur 3,7°C und damit den kältesten 24. Mai seit 1887. 

Wolfgang Webersinke, Daxstein, Juni 2013