Witterungsbericht April 2013

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Der verflossene zweite Frühlingsmonat zeigte vorbildhaft seine sprichwörtliche Unbeständigkeit, ohne aber groß irgendwelche Rekorde zu produzieren.

Die Region Bayerwald wird wie stets als erstes präsentiert: In Zenting-Daxstein folgte auf eine noch sehr kalte erste Dekade (alle 8 Frosttage reihten sich ab Monatsbeginn hintereinander, wobei dann erst eine 27-tägige Frosttagserie endete, die am 13.3. begonnen hatte! Danach war dann selbst Bodenfrost kein Thema mehr.) ein mehr oder weniger milder Witterungsabschnitt, der auch in den Mai hinein reichte. An vier Tagen herrschte Alpensicht, Nebel trat an 5 Tagen auf, Gewitter gab es keine. Abschließend für Daxstein die Bewölkungstabelle:


 
Bewölkungs-/Witterungsangaben
in Daxstein im April 2013
Termin I
Termin II
Termin III
01. Apr
7¹ ?
02. Apr
4º ?
3¹ ?
03. Apr
8² 
04. Apr
4¹ ?
6º 
05. Apr
8² 
8² 
8² 
06. Apr
8² gefr.Nieseln,Nebel
8² Nebel, n.Nieseln
8² l. Nieseln
07. Apr
8² l.Schneegrieseln
8² l.Schneegrieseln
8² einz.Schneeflocken
08. Apr
6¹ ?
6¹ 
8² 
09. Apr
8² l.Schneefall,Nebel
8² 
8² 
10. Apr
8² l.Regen
8² l.Regen
8² 
11. Apr
8² l.Regen mit U.
12. Apr
8¹ einz. Regentr.
7¹ 
13. Apr
8² einz. Regentr.
5¹   ? 
0
14. Apr
7¹ 
4¹  ? 
0
15. Apr
0  ? 
0   ? 
0
16. Apr
4¹  ? 
6¹ ? 
6º 
17. Apr
7¹ 
4¹  ? 
3¹ 
18. Apr
5¹  ? 
4¹  ? 
5º 
19. Apr
8² 
8² 
8² l.Regen mit U.
20. Apr
8² n.Regen
8¹ 
7º 
21. Apr
3º ? 
4¹ ? 
6º 
22. Apr
8² einz. Regentr.
8² Dunst
6º 
23. Apr
6¹ ? 
6¹ ? 
0
24. Apr
6¹ ? Dunst
5¹ ? 
0
25. Apr
5¹ ? Dunst
4¹ ? 
0
26. Apr
0 ? 
4¹ ? 
3º 
27. Apr
28. Apr
8² etwas Nieseln,Nebel
8² l.Nebel
29. Apr
8² etwas Nieseln
8² 
8² 
30. Apr
7² 
6¹ ? 
8² einz. Regentr.
Mittel
6,4 Achtel
6,0 Achtel
4,3  Achtel
8.30 MESZ
15.30 MESZ
22.30 MESZ
bedeutet Alpensicht


Die Monatsmitteltemperaturen reichten im Bayerischen Wald von 2,4°C auf dem Großen Arber bis 9,3°C in Lalling und Metten, wobei kleine positive Abweichungen vom Mittel 1981 bis 2010 zu verzeichnen waren (Daxstein + 0,2 K und maximal + 0,7 K in Zwiesel). Meist gab es 7 bis 10 Frosttage (Zwiesel), Haidmühle stach mit 21 Frost- und 6 Eistagen als besonders kalt heraus. Die tiefste Temperatur dort am 2.4. 11,4 (Kirchberg 6,7)°C. In tieferen Lagen übersprang die Temperatur am 26. die 25-Grad-Marke (maximal                         ), nur in Metten war auch der 18.4. gerade eben noch ein Sommertag. Die Sonne zeigte sich an 117 (Gr. Arber) bis 168 Stunden (Lalling), was prozentual meist 75 bis 85 % des 30-jährigen Mittels entsprach. Richtung Donau ab Vilshofen etwa fiel am wenigsten Niederschlag: Kringell 23, Untergriesbach-Schaibing 23 und Fürstenzell 24 mm. Punktuell ergaben sich im Bayerwald durch kräftige Schauerniederschläge (Gr. Arber am 27. 29,2 mm und am 9. 25,1 mm; Grafling-Mühlen am 9. 30,3 mm und am 27. 26,3 mm) überdurchschnittliche Regenmengen: Gr. Arber 114 mm (139 %) und Grafling-Mühlen 94 mm (128 %), sonst war es fast überall deutlich zu trocken mit einer Sollerfüllung von 35 (Schaibing, s.o.) bis etwa 74 % (Metten: 40 mm).

In der Region München lag die Mitteltemperatur zwischen 9,9°C (München/Met. Institut an der Theresienstraße 37) und 8,1°C in Holzkirchen und in Oberhaching-Laufzorn (Referenzstation München/Bot. Garten Tm von 9,0°C). Diese Werte befinden sich leicht über der Norm von 1981 bis 2010 (München/Stadt + 0,3 K und Laufzorn + 0,8 K). Meist ergaben sich 1 bis 2 Sommertage, nur an der Theresienstraße waren es sogar 4! 6 bis 9 Frosttage (Laufzorn und Osterseeon) kamen vor. Die Sonne schien 112 (München/Stadt) bis 124 Stunden (Flughafen), ein Defizit von gut 30 % gegenüber dem Mittel. Regen fiel überwiegend deutlich zu wenig: München/Stadt 24 mm (38 %), Laufzorn 31 mm (39 %) oder Holzkirchen 39 mm (41 %); dieses Mal zum Teil im Norden mehr: Flughafen 34 mm (64%) und in Altomünster-Maisbrunn mit 60 mm sogar etwas mehr als im Durchschnitt üblich (103 %). Interessant war das Gewitter vom 27. April, das etwa die Isar Richtung Nordosten entlang zog und dabei meine Schulstation am Harthof nur gerade eben schrammte (0,1 mm), dagegen weiter östlich (und auch südlich!) erheblich mehr Wirkung entfaltete (an der Allianz-Arena Hagel mit Durchmesser von 2 cm, ebenso Hagel in Harlaching bzw. 9,3 mm am Deutschen Museum).

Deutschlandweit wurden zu Monatsbeginn vor allem im Norden recht tiefe Temperaturminima gemessen, die sich in der Nähe der absoluten Werte befanden, z.B.:


Hamburg-Fuhlsbüttel am 1.4. 6,8°C (- 7,1°C am 10.4.1941 und am 8.4.2003)

Lübeck-Blankensee   am 2.4. 8,1°C (-8,4°C am 12.4.1986)

Angermünde              am 2.4. 7,2°C (- 7,8°C am 5.4.1929)


Am 11.4. fielen im Schwarzwald ergiebige Niederschläge, die zum ersten Mal seit einigen Wochen wieder über die 50-mm-Marke hinausgingen:

 
Tagesniederschlagsmenge am 11.4.2013
Bernau-Goldbach
61,2 mm
Menzenschwand
58,4
Todtmoos
56,7
Feldberg/Schwarzwald
56,6
Feldbergerhof
56,3

Das schon bei der Münchner Übersicht angesprochene Gewitter vom 27.4. brachte entlang der Isar noch bis in den Bereich von Dingolfing erhebliche Schäden mit sich (Landshut Innenstadt unter Wasser gesetzt; Landshut-Reithof 29,6 mm in kurzer Zeit; Gottfrieding Böe 80 km/h und 35,8 mm; Bodenkirchen golfballgroße Hagelkörner).

Während der wärmeren Tage erreichten die Temperaturen z.T. in Österreich (am 26. in Gars am Kamp 29,6°C sowie Wien/Innere Stadt 29,1°C) und auch im Schweizer Wallis (Sion am 18.4. 28,4°C) beachtliche Höhen. Im Gegenzug fielen in den Südstaulagen der Alpen große Regenmengen (Camedo im Centovalli vom 26. bis 29.4. 283 mm bei einem April-Monatsmittel von 249 mm).

In Frankreich war die Wärme schon eher angekommen (Magescq/Landes am 14.4 31,6°C), aber auch hier gab es einige große Niederschlagsmengen (am 29. auf dem Mont-Aigoual 104,2 mm, am 30. in Valgorge/Ardèche 90 mm, zuvor in Rupt-sur-Moselle am 11.4. 78 mm).

Wolfgang Webersinke, Daxstein, Mai 2013