Witterungsbericht März 2012

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Der vergangene März zeichnete sich durch hohe Mitteltemperaturen, reichlich Sonnenschein und geringe Niederschlagsmengen aus.
In Zenting-Daxstein galt dies in besonderem Maß für die Mitteltemperatur, die mit 5,6°C die bisherigen Rekordwerte von 1989, 1990, 1991, 1972 und 1974 genau egalisierte. Deshalb hier gleich die entsprechende Grafik, die vor 1984 die von mir berechneten Daten der bis 1891 zurück verfolgbaren Reihe enthält (Vergleichsdaten z.B. Waldhäuser, Rusel, Hausstein, Buchenau):


Gegenüber 1961 bis 1990 waren der 8., 9. und 31.3. etwas zu kühl, alle anderen Tage z.T. deutlich zu mild (Maximal 10,0 K am 28.). Auch der Bewölkungsstatus ist wieder im Programm enthalten, angesichts der wenigen bemannten DWD-Stationen (in unserem Raum nur mehr Fürstenzell) eine besondere Rarität:

 
Bewölkungs-/Witterungsangaben
in Daxstein im März 2012
Termin I
Termin II
Termin III
01. Mrz
0 ? 
0 ? 
0
02. Mrz
8² Nebel
8² Nebel
1º 
03. Mrz
3º ?
3º ?
1º 
04. Mrz
8² 
6¹ ?
4º 
05. Mrz
8² Griesel
0
06. Mrz
4¹ Dunst
6¹ ?
4º 
07. Mrz
2¹ Dunst
4¹ ? Dunst
1º 
08. Mrz
8² Nebel,Schnee
8² n. Schneer.
09. Mrz
4¹ Dunst
3¹ ? Dunst
0
10. Mrz
3¹ ? Dunst
4¹ ?
11. Mrz
8² Regen
8² Regentropfen
8² l. Nieseln
12. Mrz
8² l. Nieseln
8² Dunst
8² Dunst
13. Mrz
8² Dunst
8² Dunst
8² 
14. Mrz
8² Dunst
5¹ ?
0
15. Mrz
8¹ Dunst
3º ?
0
16. Mrz
0 ? Dunst
4º ?
0
17. Mrz
0 ? 
1º ?
18. Mrz
1º ?
0 ? 
19. Mrz
8² 
0
20. Mrz
3¹ ?
4¹ ?
0
21. Mrz
0 ? 
0 ? 
0
22. Mrz
0 ? 
0 ? 
0
23. Mrz
4¹ ? Dunst
6¹ ? 
24. Mrz
8² Regentropfen
5² ? 
25. Mrz
0 ? 
3¹ ? 
0
26. Mrz
0 ? 
6º ? 
0
27. Mrz
3º ? 
4º ? 
1º 
28. Mrz
0 ? 
4º ? 
0
29. Mrz
8² Dunst
8² 
8² 
30. Mrz
8² 
8² 
8² 
31. Mrz
8² Dunst
8² Regentropfen
4,4 Achtel
4,8 Achtel
3,4 Achtel


Zwar fiel nur relativ wenig Niederschlag, aber die 32,9 mm sind doch weit von Extremwerten entfernt, zumal im Gegensatz zum Vorjahr eine durchaus beachtliche durchgehende Winterschneedecke erst am 23.3. nach 108-tägiger Dauer (ab 6.12.2011) zerfallen war. In Neureichenau-Duschlberg (880 m) lag übrigens am 1.3. der Schnee noch 128 cm hoch, der Schnee war dann am 28.3. bis auf Flecken abgetaut. Graupeln fielen am 5., 24. und 31. Alpensicht ereignete sich nur am 2., Nebel trat am 2. und 8. auf. Gewitter gab es noch keine.
Im gesamten Raum des Bayerwalds gab es die höchsten Mitteltemperaturen an der Donau (Aldersbach 6,7°C, Fürstenzell 6,6°C), in den kalten Lagen weiter oben dann entsprechendweniger: Kirchberg 3,9 und Haidmühle 2,2°C. Dort auch kältere absolute Minima mit – 6,0° in Kirchberg am 6. und – 11,9°C in Haidmühle am 7. morgens. In milderen Lagen dann Maxima über 20 Grad: Metten am 22. 20,3°, Aldersbach 21,1°C am 16.3. Die Sonnenscheindauer hatte Werte von 177 Stunden (Metten) bis 218 Stunden (Gr. Arber), dazwischen etwa Grainet-Rehberg mit 194 und Haidmühle mit 210 Stunden. Beim Niederschlag waren die trockensten Gebiete jeweils am Rand des Bayerischen Waldes zu finden: Schorndorf-Knöbling und Aldersbach je 7 und Stallwang 8 mm. Am „feuchtesten“ Sonnen mit 32 und Daxstein mit 33 mm. Zwiesel hatte immerhin am 30. sogar 12,0 mm zu bieten.

Im Münchner Raum spreizten sich die Mitteltemperaturen um genau 2 K: 7,7°C in München/Stadt und 5,7°C in Unterhaching-Laufzorn (Ebersberg und Altomünster je 6,5°C). Teilweise herrschten beachtliche Unterschiede zwischen Stadt und Umland (z.B. um 6 Uhr am 17.3.:Helene-Weber-Allee in der Stadt 8,2°, am Flughafen leichter Frost mit – 0,2°C), allgemein war die Rekordwärme am 16.3.: der wärmste 16.3. seit 1781 (Laufzorn 21,4, Stadt 21,8 und Theresienstraße 22,6°C). Während die Stadt nur 4 Frosttage aufwies (Theresienstr. nur 1!), brachte es Laufzorn auf 15, der Flughafen auf 17 und Osterseeon/EBE sogar auf 19. Die Sonne schien an 171 (Flughafen) bis 205 Stunden (Attenkam). Niederschlag fiel von 11 (Erdinger Moos) bis über 30 mm: Laufzorn 33, Forstinning und Schäftlarn je 35, Oberpframmern 36 und Deisenhofen 38 mm. Gewitter gab es am 18. bei Schäftlarn (9,4 mm) und dann verbreitet am 24. (Unterföhring 8,1, Kirchheim bei München 20 mm), teilweise mit Hagel.

Deutschlandweit erreichte der März 2012 in einigen Regionen sogar die alten Höchstwerte der Mitteltemperatur; an folgenden Orten war dies der Fall – Kassel überbot seinen bisherigen Rekord sogar um 0,2 K:
 
2012
Alter Rekord
Jahr
Brocken
2,1°C
2,1°C
1991
Fichtelberg
1,6
1,6
1938
Geisenheim
9,0
9,0
1938
Zugspitze
-5,9
-5,9
1959
Kassel
7,9
7,7
1938

An einer Reihe von Stationen fehlten oft nur wenige Zehntel Grad bis zur alten Rekordmarke:
 
2012
Alter Rekord
Jahr
Bremen
7,4
7,6
1991
Frankfurt/Main
9,0
9,3
1938
Hohenpeißenberg
6,1
6,2
1957,1989
Leipzig-Schkeuditz
7,5
7,7
1938/89/90
Greven
8,2
8,5
1981
Schwerin
6,9
7,2
1938
Würzburg
8,2
8,3
1981

Zur grafischen Verdeutlichung folgen Diagramme vom Fichtelberg und von Kassel (Reihe von Jörg Wichmann bearbeitet und korrigiert – Danke!):



Zwar schien fast überall reichlich die Sonne – besonders viel im Südwesten, aber die alten Bestmarken wurden nirgends erreicht. Auf dem Feldberg im Schwarzwald heuer 241, 1953 aber 263 Stunden; In Stuttgart/Flughafen 205 Stunden, 1953 aber 231 Stunden oder Oberstdorf 223 Stunden, 1953 hingegen 228,5 Stunden. Als einzige Ausnahme ist die Zugspitze zu nennen: heuer 263,4 Stunden, im Jahr 1953 waren es „nur“ 247 Stunden. In der Schweiz schaffte Bern sogar das absolute Maximum, denn 266 Stunden sind deutlich mehr als die 253 Stunden von 1938 (Reihe ab 1886).
In den alten Niederschlagsreihen fungiert 2012 an vorderster Position, in wenigen Fällen sogar an erster Stelle, wie die folgende Übersicht zeigt:

 
2012
Alter Rekord
Jahr
Fehmarn
6 mm
7
1993
Lübeck
7
6
1929
Magdeburg
5
5
1953
Göttingen
7
6
1971
Artern
4
1
1953
Leipzig/Flh.
5
5
1921,1943
Leipzig/Stadt
7
7
1943
Halle
6,6
3,4
1984,1989
Erfurt
6
3
1921
Gera
6
4
1943
Würzburg
6
3
1950
Straubing
7
4
1921

Als Grafik wurden Leipzig/Stadt und Weißenburg in Bayern aufbreitet:



In Österreich, speziell in Ober-/Niederösterreich sowie in der Steiermark und Kärnten, war es extrem trocken: Linz/Flughafen nur 5, Waizenkirchen/OÖ, Melk und Klagenfurt nur 3 mm, Laa/Thaya und Graz-Flughafen gar nur 2 mm. Zum Rekord hat es nur in Linz gereicht. Im bayerischen Alpenraum gab es deutlich mehr Niederschlag, z.B. hatte Inzell sogar 98,2 mm, Reit im Winkl 60 mm.
Wolfgang Webersinke, Daxstein, April 2012