Witterungsbericht September 2011

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Die überwiegend warme Witterung setzte sich auch zu Beginn des Herbsts 2012 fort. Dies gilt auch für den Bayerwald und Zenting-Daxstein. Nur einige Tage verliefen  kälter als die Norm des 30-Jahreszeitraums 1961 bis 1990. Speziell am 19. machte sich eine polare Luftmasse bemerkbar und die 24-stündige Tagesschwankung erreichte nur 0,8 K (Minimum 7,5 und Maximum nur 8,3°C). So etwas passiert sonst allenfalls im Winterhalbjahr. Die Niederschläge bis zum 20. erreichten fast das Monatssoll, danach blieb es bis über das Monatsende hinaus trocken. Zum ersten Mal seit Jahren hatte sich der so genannte Altweibersommer wieder einmal nachhaltig in Erinnerung gebracht. An drei Tagen herrschte Alpensicht, an sieben Tagen gab es keinen Sonnenschein, Nebel bildete sich an 9 Tagen. Gewitter blieben ganz aus (wie auch auf dem Gr. Arber und in Fürstenzell).

Im größeren Rahmen (Bayerischer Wald und südlich anschließender Donauraum) schwankte die überdurchschnittliche Monatstemperatur (1,4 bis 2,6 K übernormal) zwischen 10,3°C auf dem Großen Arber und 15,5°C in Hutthurm-Kringell (Haidmühle 11,8 und Fürstenzell 15,2°C). Die Zahl der Sommertage reichte von drei (Haidmühle und Kirchberg) bis 8 (Aldersbach). Generell war es am 11. am wärmsten (Aldersbach 29,3 und Metten 29,0°C), am kühlsten waren der 16. (Haidmühle 1,0°C einziger Frosttag im Bayerwald - Kirchberg 1,5, Zwiesel 3,1 und Grainet 4,8°C) oder der 24.9. (Aldersbach 4,8°C). Der Sonnenscheinüberschuss war moderat (110 bis 120 %), in absoluten Zahlen zwischen 176 Stunden auf dem Gr. Arber und 206 Stunden in Fürstenzell. Die Regenmenge blieb durchweg leicht unternormal, bei einem Minimalwert von 43,5 mm in Neukirchen beim Hl. Blut und maximal 96,7 mm in St. Englmar (45,8 m in Schorndorf-Knöbling und 49,5 mm in Moos bei Deggendorf sowie 92,7 mm in Daxstein). Der Gr. Arber hatte 101 mm. Die größte Tagesmenge meldete St. Englmar am 18. mit 34,7 mm.

Im Großraum München besetzten bei der Monatsmitteltemperatur wie fast immer München/Stadt (16,3°C) und Oberhaching-Laufzorn (14,5°C) die Eckpunkte. Bei 4 bis 6 Sommertagen erreichten die absoluten Höchstwerte 30,2°C (München am 11., Haar sogar 30,6°, Laufzorn 29,5°). Der 11.9. war in München der heißeste seiner Art seit 1781. Der 19. oder 21. brachten die kühlsten Morgenstunden: am 19. Ebersberg 5,3°C, am 21. Attenkam 4,6, Laufzorn 3,4 und Holzkirchen 3,3°C. Der Sonnenschein hatte Werte von 178 (Rosenheim) bis 218 Stunden (München-Stadt). Beim Niederschlag blieben ein paar Stationen im nördlichen Umfeld  unter 70 mm (Erdinger Moos 64, Schrobenhausen 68 und Altomünster knapp 70 mm), einige (auch im Norden!) kamen über 100 mm: Wielenbach 102, Haimhausen-Ottershausen 105, Fahrenzhausen 112 und München-Stadt 114 mm. Größere 24-stündige Regensummen meldeten Assling/Lkr. EBE (31,5 mm am 18.) und Fahrenzhausen (44,4 mm am 4.9.). 

In der mittel- bzw. westeuropäischen Betrachtungsweise fällt auf, dass südlich des Alpenhauptkamms teilweise die Mitteltemperatur nahe an bisherige Rekordwerte herankam: dies gilt für Lugano/Tessin  (Tm 20,3°C) oder auch für Klagenfurt (1932: 17,8°C, 2011: 17,2°C). Daher für diesen Ort die entsprechende Grafik :



In Lienz/Osttirol wurde sogar ein Rekord für die Zeit ab 1853 aufgestellt (2011 Tm 16,4°C).

An einigen Tagen gab es dennoch große 24-stündige Tagesmengen des Niederschlags, die in der nachfolgenden Auflistung zusammengesellt sind:
 
Große Tagesmengen des RR
Bemerkungen
1.
Jennersdorf/AT
70 mm
Bad Gleichenberg/STM
56,1
48 mm in 20 Min.
Graz-Uni
54,6
52 mm in 40 Min.
2.
Hapburg-See
79,9
Amberg-Unterammersricht
68,8
Feistritz/Kärnten
53,9
4.
Leutkirch-Herlazhofen
93,5
Ottobeuren
82,5
Diedorf-Biburg
75,9
Tagmersheim-Blossenau
75,0
Bregenz
73,2
Altusried-Muthmannshofen
71,5
Thalmässing
70,1
Wangen-Unterschwaderberg
69,4
Dornbirn/Vorarlberg
65,9
Sigmarszell-Zeisertsweiler
64,2
Battenberg-Berghofen
61,0
Mindelheim
60,6
Freystadt-Oberndorf
56,3
Augsburg/Flh.
54,3
Annarode
52,1
Bad Saulgau
51,0
Buchloe
50,8
5.
Berchtesgaden
54,3
Freistadt/OÖ
52,7
7.
Büsum
55,0
17.
Selb-Lauterbach
57,9
Helmbrechts
52,6
Bad Elster-Sohl
51,0
Ludwigschorgast
50,9
18.
Santa Maria/Münstertal/CH
100,7
Brenner
91,0
Rinn
90,6
Davos
73,0
Obere Firstalm
61,4
Kreuth-Glashütte
56,7
Schneefernerhaus
54,8
Mittenwald
53,6
19.
Sonnblick
64,9
Feldkirchen/STM.
59,8
Kötschach-Mauthen
57,9
Dellach
56,4

Die Werte von Davos und Santa Maria am 18.9. stellen sogar Septemberrekorde für den Zeitraum ab 1901 dar!  Örtlich ging der Niederschlag am 19.9. morgens bis in ganz tiefe Tallagen in Schnee über, so in Innsbruck; dort hatte es zuletzt 1936 im September geschneit. In höheren Lagen entstand im (westlichen) Alpenraum eine beachtliche Schneedecke, wie die Übersicht zeigt:
 
Schneehöhen am 19.9. 8 Uhr
Rudolfshütte/Salzburg
65 cm(20.)
Zugspitze
40
Sonnblick
45
St. Moritz
45
Weißfluhjoch
41
Innerglas
40
Arosa
39
Segl-Maria
35
Brenner
35
Samedan
29
Davos
27
Wendelstein
8
Feuerkogel
7

Die Zugspitze meldete am 20.9. dann mit 50 cm ihr heuriges Septembermaximum (am 16. und 17.9.1912 lagen dort allerdings schon 325 cm). 

Wolfgang Webersinke, Daxstein, Oktober 2011