Witterungsbericht Februar 2011

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Wenn Winter Schnee und Kälte bedeuten soll, so hat der Februar 2011 davon nicht allzu viel geboten. Gerade im Bayerwald war Schnee, abgesehen von den Höhenlagen um den Arber (am 1.2. 112 cm Gesamtschneehöhe), eher Mangelware, denn die größten Mengen am Monatsanfang stammten noch aus Januarrestbeständen: Buchenau 45, Daxstein und Zwiesel je 34 cm. Die tieferen Lagen waren vom 6. bis 18.2. sogar schneefrei, was bei uns ziemlich untypisch zur Zeit des Hochwinters ist. 

Da längere Zeit milde Meeresluft bestimmend war, blieb die Monatsmitteltemperatur gerade noch negativ: Aldersbach – 0,2, Metten – 0,6°C; kältere Gegenden hatten – 1,7° (Zwiesel) bzw. - 1,8° (Kirchberg) bis – 3,5° (Gr. Arber) und Haidmühle sogar – 3,7°C. Das absolute Minimum wurde generell am 23. oder 24.2. erreicht (Kirchberg – 15,0 und Zwiesel – 15,7°C), allein Haidmühle schaffte es  bis – 21,3°C. Am mildesten der 6. oder 7.2. (Zwiesel 11,5 und Aldersbach 11,7°C, jeweils am 7.). Die Sonne schien in Metten mit 74,5 Stunden am wenigsten, die höheren Lagen sowie der innere Bayerische Wald hatten mehr als 100 Stunden (Haidmühle und Fürstenzell je 101, Entschenreuth 103, Zwiesel 112 und der Gr. Arber 126 Stunden). Das Niederschlagsangebot hielt sich in engen Grenzen und variierte meist um die 25 bis 30 mm (Neukirchen b. hl. Blut 21,1, Fürstenzell 22,9 oder Kirchberg und Weiding je 24,9 mm, Teisnach 27,3 mm), nur wenige, höher gelegene Orte summierten mehr als 40 mm: Zwiesel 40,4, Buchenau 42,6, Daxstein 42,7 und Haidmühle 47,7 mm. Der 11.2. brachte reichlich Niederschlag (Buchenau 26,3 und Haidmühle als Spitzenwert 36,8 mm).

In Daxstein war es der trockenste Februar seit 1998 und die mickrigen 14 cm Neuschnee wurden in den letzten 25 Jahren nur 2008 und 1998 noch unterboten. Nur an 2 Tagen war uns Alpensicht gegönnt, Nebel dafür an 13 Tagen. Der meteorologische Winter 2010/11 war eher unauffällig: - 2,0°C Mitteltemperatur (0,1 K zu kalt) und 309,7 mm Niederschlag (nur 85 % bzw. 59 mm zu wenig).

Auch im Münchner Raum bot sich wenig Spektakuläres: Die Monatsmitteltemperatur schwankte zwischen 2,0° am Münchner Wetteramt, am Rande des Olympiageländes und 0,0°C in Osterseeon im Landkreis Ebersberg (Gut Laufzorn 0,2°C). Am 6. oder 7. wurde der Höchstwert erklommen (München/Stadt 16,6, Haar 16,5 und Holzkirchen 16,0°C jeweils am 6.2.), am kältesten der 3., 23. oder 24.2. (Maisach-Galgen – 14,0°C am 23.). Der Sonnenschein zeigte das „normale“ Winter-Verhalten, will heißen, weniger Sonne nach Norden zu: 86 Stunden im Erdinger Moos bzw. 87 Stunden in Weihenstephan und mehr Richtung Süden: 101 Stunden in München bzw. 105 Stunden in Attenkam östlich des Starnberger Sees. Der Niederschlag fiel nur recht spärlich: 9,9 mm in Großberghofen im Landkreis Dachau am unteren Ende (11 mm in München-Untermenzing oder in Maisach), maximal nur 20,1 mm in Holzkirchen. 1982 war es zuletzt flächendeckend noch weniger (Großberghofen 6, Untermenzing 9 mm). Die Schneedecke wenig berauschend an 4 (Schweitenkirchen) bis höchstens 16 Tagen (Attenkam), wobei Laufzorn am 1.2. sogar noch 17 cm aufweisen konnte.

Im mitteleuropäischen Rahmen bleibt heuer einzig die Niederschlagsarmut in einigen Gegenden recht bemerkenswert, wie die folgende Übersicht zeigt:


 
Hohenpeißenberg
13,2 mm
Querfurt
7,0
Kiefersfelden-Gach
6,7
Harzgerode
6,4
ÖSTERREICH:
Zell am See
5
Kufstein
3
Zeltweg
3
Eisenstadt
3
Klagenfurt
3
St. Pölten
1
Retz/NÖ
0,5

In Zell am See etwa ist es nur im Februar 1890 noch trockener gewesen (2 mm; Beobachtungsbeginn 1875). Von Klagenfurt und vom Hohenpeißenberg habe ich noch die Niederschlagsgrafik angefertigt:



Auf dem Hohenpeißenberg muss man bis 1972 zurückgehen, um einen noch trockeneren Februar zu finden; in Klagenfurt dagegen gab es zuletzt 1993 einen Februar mit weniger als 0,5 mm Niederschlag. Auf der Alpensüdseite gibt es gelegentlich sogar Februarmonate ohne jeglichen Niederschlag.

Wolfgang Webersinke, Daxstein, März 2011