Witterungsbericht September 2010

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Infolge Zeitmangels diesmal nur ein kurzer Rückblick auf den September 2010 in Deutschland, der zu kühl und teils extrem nass, teils aber auch zu trocken verlaufen ist.
 

In Zenting-Daxstein waren nur 7 Tage wärmer als es der Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990 vorsieht, aber die negativen Abweichungen waren nicht besonders herausragend. Alpensicht kam nicht vor, Nebel trat an 12 Tagen auf, Gewitter gab es nicht mehr. Insgesamt fiel zu wenig Niederschlag. 

Deutschlandweit fällt das stark überregnete Gebiet zwischen Berlin Cottbus Dresden Leipzig Altmark Fläming auf. In diesem Bereich wurde das Septembersoll bis 421 % erfüllt (Halle-Kröllwitz), so dass es verbreitet den nassesten September seit über 150 Jahren gab. Die folgende Übersicht listet die Werte von 2010 im Vergleich zum früheren Extrem auf:


 
Ort
Sept.wert 2010
Rekord (bisher)
Halle
151,8 mm
118 mm, 1952
DD-Klotzsche
149
183, 1915
Leipzig-Flh.
139
139, 1952
Gardelegen
126
114, 2001
Magdeburg
127
107, 1906
Wittenberg
135
128, 1952
Potsdam
123
124, 2001
Cottbus
127
133, 1952
Doberlug-Kh.
130
133, 1952

Als Grafik wurde Gardelegen ausgewählt:



Die früheren extrem feuchten Septembermonate waren 2001, 1952 und in den südlicheren Gebieten 1915. Das wird auch den größten 24-stündigen Mengen deutlich: Dresden-Klotzsche hatte am 27.9.2010 50,1 mm (dagegen in Dresden-Neustadt am 5.9.1915 107,0 mm!), Cottbus am 27.9.2010 47,3 und am 5.9.1915 47,4 mm. Für Gardelegen reichte es sogar zum absoluten Tageshöchstwert mit 41,4 mm am 26.9.2010 (bisher: 39,2 mm am 27.9.1965). Als Folge dieser kräftigen Niederschläge ereigneten sich vor allem an kleineren Flüssen im Erzgebirge, im südlichen Brandenburg und im südlichen Sachsen-Anhalt zum teil historische Hochwässer.

Als Schlussbemerkung sei noch angefügt, dass der September der einzige Monat in Deutschland ist, der an der Klimaerwärmung seit 1987 praktisch keinerlei Anteil hat, seine Mitteltemperaturen haben sich in den letzten 80 nur minimal verändert. 

Wolfgang Webersinke, Daxstein, 16.10.2010