Witterungsbericht Juni 2010

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Nach dem frühherbstlichen Mai war die Witterung zwar auch im Juni durchwachsen, aber es überwogen doch die sommerlichen Phasen mit viel Sonne und der Niederschlag erreichte oft sein Soll nicht.

Gleiches gilt für meine Station in Zenting-Daxstein, wo der wärmste Tag (der 11.6. mit einem Tagesmittel von 22,2°) um 8,6 Kelvin über dem Mittel von 1961 bis 1990 lag. Gröbere Witterungsunbilden blieben aus (nur deutliche Schafskälte vom 19. bis 22.6.), Gewitter machten sich rar (nur 4 solcher Tage), ebenso die Nebeltage (auch nur 4).

Im größeren Umfeld schwankten die monatlichen Niederschlagsmengen im Bayerischen Wald zwischen 71,6 mm in Kirchberg im Wald (Saldenburg-Entschenreuth 78,7, Metten 79,8 mm) und 152,7 mm in Lam-Lambach (Fürstenzell 134,1 und Prackenbach-Neuhäusl 128,6 mm). Verantwortlich für höhere Summen waren zum Teil die Starkniederschläge am 2.6.: Lam-Lambach 69,0, Haidmühle 41,2 mm, aber auch andere starke Schauer: 34,4 mm in Fürstenzell am 13. und 31,1 mm in Pocking am 30.6. Die Sonnenscheindauer lag zwischen 166,0 Stunden in Haidmühle und 213,1 Stunden in Metten. Am kältesten war meist der 23.6. (Haidmühle 0,8, Metten 7,8°C), nur in Grainet (wie auch in Daxstein) war es der 1.6. (7,6°C). Heißester Tag wie anderswo auch der 10.: bis zu 32,4°C in Saldenburg-Entschenreuth.

Im Münchner Raum  gingen die Monatssummen des Niederschlags im südlichen Bereich sogar über die 200-mm-Grenze hinaus: Ebersberg 203,5, Osterseeon 205,9, Holzkirchen 226,4 mm (maximal in den Alpen bis 310,6 mm auf der oberen Firstalm). Dagegen war es weiter nördlich (wie gewohnt) deutlich trockener: Fahrenzhausen 103,3, Weihenstephan 109,1 und Haimhausen-Ottershausen 119,4 mm. Die Sonnenscheindauer lag oft unter 200 Stunden: Bad Kohlgrub 171,3, München/Stadt 195,0 Stunden, nur nach Norden zu leicht darüber (Weihenstephan 201,8 und Erdinger Moos 208,0 Stunden).

Auffallend war an einigen Stationen im Norden und der Mitte Deutschlands die große Trockenheit, die zum Teil Rekordausmaße annahm. Um dies zu illustrieren, wurden die entsprechenden Monatsgrafiken von Berlin, Erfurt und Leipzig angefertigt. An dieser Stelle ist ein herzlicher Dank an Jörg Wichmann angebracht, der mich in meiner Arbeit durch Daten aus dem Norden so bereitwillig unterstützt und mir das Schreiben der Berichte in diesem Bereich sehr erleichtert!



Für Berlin ist 2010 beispiellos (Dahlem 1,8 mm), weit abgeschlagen erscheint 1908 mit 8 mm als nächst-niedrigerer Wert. Von Erfurt existieren von einigen Jahren auch von vor 1848 Monatssummen, hier ist 1822 mit 7 mm belegt (2010 8,1 mm). Leipzig schließlich egalisiert mit seinen 8 mm genau den Wert des Jahres 1904. Schkeuditz hatte heuer 10,5 mm, 1940 aber schon 9 mm. Rekorde gab es ebenfalls in Lindenberg (6,7 mm gegen 9 mm in den Jahren 1908 und 1976; Reihe ab 1906) und Magdeburg (2010 9,0 mm gegen 10 mm 1917 und 1976; Reihe ab 1880). Andere Orte lagen nahe beim Extrem (z.B. Aachen 20,7 mm gegen 15 mm 1962; Meiningen 12,4 mm gegen 11 mm 1887; Greven 12,2 mm gegen 5 mm im Jahr 1824 in Münster).

Als Gegenstück brachten V-b-Lagen im Süden an drei Tagen erhebliche Tagesmengen:


 
Regenmengen 2. Juni 2010
Aschau-Stein
154,9 mm
Marktschellenberg
140,7
Kreuth-Glashütte
122,2
Obere Firstalm
105,3
Kochel-Einsiedl
116,1
Jachenau-Tannern
100,8
Inzell
97,4
Waakirchen
72,4
Oberammergau
70,1
Lam-Lambach
69,0
Teisendorf
68,8
Attenkam
66,4
Irschenberg-Kastenhub
64,1
Eberfing
62,0
Miesbach
61,9
München-Giesing
56,8
Regenmengen 17. Juni 2010
Wutöschingen-Ofteringen
104,3 mm
Blumberg-Ramden
76,3
Bonndorf
75,1
Rottenburg
60,8
Breitnau
60,5
Ühlingen-Birkendorf
58,9
Merklingen
58,2
Geisingen
57,2
Ehingen-Kirch
56,0
Deggenhausertal
55,0
Regenmengen 18. Juni 2010
Oberreute
73,6 mm
Weiler-Simmerberg
72,6
Sigmarszell-Zeisertsw.
70,5
Balderschwang
63,9
Oberstaufen-Thalkirchdorf
58,2
Altusried-Muthmannshofen
56,1
Oberstdorf-Rohrmoos
52,6

Leider musste ich aus Zeitmangel diesmal die Werte/Gegebenheiten aus Österreich, der Schweiz und Frankreich vernachlässigen, so interessant sie auch gewesen wären.

Wolfgang Webersinke, Daxstein, Juli 2010