Witterungsbericht März 2010

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Rückblick auf den März 2010
Das herausragende Kennzeichen des vergangenen Monats war die überaus deutliche Zweiteilung des Temperaturregimes: nach anfänglich leicht übernormalen Temperaturen erfolgte ein sehr kräftiger Spätwintereinbruch mit einer Reihe von Eistagen in höheren Lagen und anschließend ab dem 17. ein lang anhaltender frühlingsmilder Abschnitt, teilweise mit extrem hohen Tagestemperaturen.
 

Gleiches gilt für Zenting-Daxstein, wo die Temperatur vom 4. März abends bis zum 15. März abends kontinuierlich unter null Grad blieb. Zum Schluss der Winterepisode erreichte die Schneehöhe nochmals über einen Meter, taute dann aber sehr schnell (es fehlten heuer die sonst üblichen hart gefrorenen Decken im Aufbau des Schnees) und schon am 28. war die seit dem 2.1. bestehende Winterschneedecke bis auf Flecken verschwunden. Dazu trug auch bei, dass es in der zweiten Monatshälfte praktisch nur mehr regnete (nur am 28. noch Graupel beigemischt). Im Gegensatz zur weiteren Umgebung, wo teilweise zu wenig Niederschlag fiel (Metten 60, Grainet 79, Entschenreuth 85, Haidmühle 93, Buchenau 111 mm), gab es in Daxstein wieder gehäuft Stauniederschläge und einen Feuchtigkeitsüberschuss. In einer Übersicht sind die monatlichen Märzsummen von Daxstein (zurück bis 1876 ergänzt) und Lindberg-Buchenau (ab 1891 verfügbar) zusammengestellt:


 


Besonders mild wurde es am 26. März: Daxstein, 17,5°, Haidmühle 18,4, Entschenreuth 22,0, Metten 23,4, Kollerschlag/OÖ 19,1, Rohrbach/OÖ 21,0 und Linz/Stadt 23,4°C. Am selben Tag kam es auch zum ersten sommerlich anmutenden Gewitter, als die Kaltfront durchzog (Dauer etwa 40 Minuten). Nebel trat an 10 Tagen auf und die Alpen konnten an 4 Tagen beobachtet werden.

Die Höchsttemperaturen vom 26.3. sollen noch näher betrachtet werden. Folgende Zusammenstellung listet die wärmsten Orte auf:


 
Hohenpeißenberg
23,1°C
Ried im Innkreis
23,4
Erdinger Moos
24,0
München/Stadt
24,0
München/Met. Institut
24,1
Jena/Sternwarte
24,2
Haar/Lkr. München
24,2
St. Pölten/NÖ
24,2
Großberghofen/Lkr. Dachau
24,3
Kitzingen/Main
24,3
Ranshofen/OÖ
24,3
Guben
24,4
Bad Lausnick
24,4
Regensburg-Uni
24,4
Schärding/OÖ
24,4
Zwickau
24,7

Ganz sicher ein Rekord (ab 1879) war es auf dem Hohenpeißenberg, der alte Höchstwert (21,0°) stammt vom 25. März 1945 und wurde deutlich übertroffen. Schon in München ist es nicht mehr so sicher, denn die 24,0° wurden schon zweimal erreicht: am 27.3.1903 und am 30.3.1913 beide Male in der Fensterhütte an der Gabelsbergerstraße. Und ein weiteres Mal sogar leicht übertroffen: 24,1°C am 27.3.1862; in diesem Fall an der Nordseite der Sternwarte Bogenhausen und dies nur nach Stundenwerten, so dass aller Wahrscheinlichkeit nach dies der absolute Märzhöchstwert ist. Andernorts hat es im März schon verschiedentlich Sommertage gegeben:

  • Am 27.3.1903 in Bad Kissingen 25,0°C
  • Am 29.3.1968 in Gütersloh 25,0, Kleve 25,1, Berlin-Dahlem 25,1, Elsdorf, Wahn und Koblenz 25,3°C
  • Am 30.3.1968 in Würzburg/Süd 25,0, Heilbronn, Geisenheim und Frankfurt am Main/Stadt 25,1, in Bensheim-Auerbach 25,2, Mannheim 25,3 und Schloßböckelheim 25,5°C
  • Am 22.3.1974 Friedrichshafen 25,0 und Bad Reichenhall 25,1°C
  • 1989 schließlich der März der Sommertage schlechthin: allein in Karlsruhe, Wolfach und Bremgarten je 3 und in Schallstadt-Mengen sogar vier! Maximal bis 26,6° in Baden-Baden und 26,7°C in Karlsruhe.

Gerade im Umkreis der nördlichen Alpen fielen teilweise nur sehr geringe Niederschläge: Bruck an der Mur 10, Krems in Niederösterreich 9, Neusiedl 8, Hohenau/March 7, Zermatt 1, Samedan 0,6 mm!

Im Alpenvorland war es deutschlandweit am sonnigsten, deshalb hier noch die langjährige Sonnenscheingrafik von München:



Im beginnenden Frühling gehen die Werte der relativen Luftfeuchtigkeit oft weit herunter, in München/Stadt etwa wurden zum Mittagstermin (12.50MEZ/13.50 MESZ) am 25. und 26.3. 2010 je 19 und am 30.3. 20 % gemessen. Dies sind aber keine extremen Werte. 1999 waren es 17 und am 20.3.1974 sogar nur 11 %. Der fast wüstenhafte Wert von 10 % ist am 1.5.1984 gemessen worden (damals am Bavariaring an der Theresienwiese).

Wolfgang Webersinke, Daxstein, April 2010