Witterungsbericht Februar 2010

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
zurück zur Übersicht
 
Rückblick Februar 2010 und Winter 2009/2010


Wie gewohnt beginnt die Rückschau in Daxstein, wo der Februar zwar winterlich, aber keineswegs ungewöhnlich war. Zuerst verliefen nur die Tage vom 3. bis 6. zu mild, ansonsten kalt. Ab dem 17. folgte dann eine längere milde Periode, so dass der Monat letztlich nur um 0,4 K zu kalt schloss. Wie schon in den Wintermonaten davor war es oft trüb (18 trübe Tage), was tiefe Minima verhinderte und zunehmend schneereich. Besonders vom 1. bis 3. fielen erhebliche Schneemengen und führten zur wohl höchsten Winterschneedecke 2009/10 (128 cm am 3.2.). In der folgenden Grafik sehen wir die höchsten Februarschneehöhen für Daxstein seit 1937:


Von einer generellen Abnahme in den letzten Jahrzehnten ist da nichts zu sehen. Die größten Höhen stammen von 1999 (166 cm) und dem Extremwinter 2005/06 (228 cm). Die Niederschläge fielen heuer in der Hauptsache bis zum 11.2. (70,7 mm), danach kam nicht mehr viel, so dass in der milden Luft der Schnee bis zum Monatsende auf 62 cm abnahm. An 17 Tagen bildete sich Nebel, die Alpen konnte man an 10 Tagen sehen. In der Bilanz war der Winter 2009/10 genau 0,5 K zu kalt (- 2,4°C) und etwas zu trocken (324 mm bedeuten 88 % des Mittels). Ich habe die Niederschlagsgrafik für die Daxsteiner Winter ab 1876/77 erstellt, die die große Schwankungsbreite illustriert:


Herausragendes Ereignis im vergangenen Monat war zweifelsohne Orkantief Xynthia, das am 28.2. von Frankreich kommend von Südwest nach Nordost über Deutschland zog und vor allem in den mittleren Bereichen zu schweren Schäden führte. Der Zusammenprall subtropisch milder mit Polarluft konnte das bewirken. Die höchsten Windgeschwindigkeiten waren:
Trier                                         127 km/h
Eschweiler                               131
Berus                                       134
Dörrmoschel/Felsbergerhof        134
Kalterherberg                            136

Wasserkuppe                            141

Schmücke                                141

Altdorf/CH                                 147 (Föhn)

Weinbiet                                   164

Brocken                                    181

Weitaus schlimmere Folgen hatte der Orkan aber in Frankreich, wo folgende Höchstgeschwindigkeiten vorkamen:

Châteauroux                             132

Blois                                        132

Brindas (Rhône)                        136

Metz                                        136

Chastreix (Puy-de-Dôme)           138

La Pointe de Chassiron/Oléron   140

Celles-sur-Ource (Aube) 144

Luchon (Haute-Garonne)            147

Chouilly (Marne)                        148

Col du Béal/Auvergne                149

Eiffelturm/Spitze                       155

St-Clément-des-Baleines/Ré      160

Scillé (Deux-Sèvres)                  161

Markstein/Vogesen                   172

Puy-de- Dôme/Auvergne            209

Pic-du-Midi (2877 m)                 238

In gar nicht so wenigen Fällen wurden die Böen der denkwürdigen Orkane von Weihnachten 1999 übertroffen.

Weniger schlimme Auswirkungen hatte ein zweites Witterungsphänomen des Februar 2010: die geringe Sonnenscheindauer - im Nordwesten und Westen der Bundesrepublik wurden hin und wieder sogar Rekordwerte erzielt: der Kahle Asten etwa meldete nur 19,5 Stunden; damit wurde das bisherige Minimum aus dem Jahr 1937 (23,0 Stunden) deutlich unterboten. Kiel erreichte 25,7 Stunden bei einem Minimalrekord allerdings von nur 4,1 Stunden im Jahr 1926. In der seit 1891 bestehenden Kölner Reihe (Poppelsdorf und Wahn/Flughafen) reichte es zum Rekord: 26,4 Stunden heuer gegenüber 29,3 Stunden im trüben Februar 1926 und nur einer Zehntelstunde mehr im vergangenen Jahr!


Wolfgang Webersinke, Daxstein, März 2010