Witterungsbericht November 2009

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
zurück zur Übersicht
 
Nach dem prägnanten Kälterückfall des Oktober zeigte der November wieder das sattsam bekannte Bild: sehr mild und feucht, nach Süden zu recht sonnig, im Norden oft sehr sonnenarm.

In Zenting-Daxstein reichte es zum viertwärmsten November der seit 1891 (berechneten) Reihe nach 1926 (5,9°), 1994 (5,7°) und 1963 (5,6°). Wie 1994 gab es nur einen einzigen Frosttag. Am 2. und 4. waren noch Graupel unter den Niederschlag gemischt, sonst fiel nur Regen. An 11 Tagen konnte man die Alpen sehen, während 18 Tage Nebel brachten. Am Monatsende erreichte die Jahresniederschlagsmenge bereits 1408 mm (Norm 1367 mm). Der Herbst 2009 warmit 8,7°C um 1,5 K zu mild und dabei niederschlagsnormal: 304 mm bedeuten 102 % des Mittels 1961 bis 1990.

In der ab dem 13. vorherrschenden milden Witterung erreichten die Tageshöchsttemperaturen in München (Werte des Botanischen Gartens als Fortsetzung der Reihe München/Land) viermal die bislang höchsten Maxima seit 1781, und zwar am 13. (16,7°), 17. (20,1°), 22. (16,7°) und schließlich am 25. (18,6°C). Lediglich am 17. reichte es auch zum Rekord der Tagesmitteltemperatur (12,6°). 

Im östlichen Norddeutschland und südwärts der Mittelgebirge wurde zwar ein sehr milder, aber kein Rekordnovember registriert. Beispielsweise liegt 2009 in München an 4. Stelle der Stadtreihe (ab 1879) nach 1994 und 1963, gleichauf mit 1930 (7,6°), in Metten (ebenfalls ab 1879) an dritter Stelle, ebenfalls nach 1994 und 1963.

Im westlichen Norddeutschland bis hinunter ins Münsterland dagegen wurden die absolut höchsten Monatsmittelmitteltemperaturen teilweise recht deutlich überschritten:


 
2009
Alt
Münster/Greven
9,4°C
9,0°C
Bremen/Flughafen
8,8
8,5
Hamburg-Fuhlsbüttel
8,6
8,1
Hannover-Langenhagen
9,2
8,9
Göttingen
8,3
8,1
Emden
8,8
8,7
Kiel-Holtenau
8,2
8,0

Die Grafiken von Bremen und Hannover sind erstellt worden:



Die alten Rekorde stammen aus den Jahren 1899, 1938 oder 2006.

Hoch im Norden machte sich die Sonne sehr rar, so dass sogar die alten Minimalwerte in Gefahr gerieten: Kiel heuer 17,2 Stunden (1936 16,9 Stunden), Hamburg 14,5 Stunden (13,2 Stunden 1936) oder Emden 29,7 Stunden (1976 22,7 Stunden). Die Sonnenscheinreihe von Hamburg zeigt, dass aber in früheren Jahren schon öfter nur an die 14 Std. Sonne vorkamen.



Doch im Nordosten gab auch der Winter ein Mini-Gastspiel: am 4. baute sich am 4. kurz eine bis zu 13 cm hohe Schneedecke auf (Goldberg).

Wolfgang Webersinke, Markt Schwaben, 15.12.2009