Witterungsbericht August 2009

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Der dritte Sommermonat brachte die endlich von vielen ersehnte länger andauernde sommerliche Witterung. In Zenting-Daxstein verliefen fast alle Tage wärmer als im vieljährigen Mittel (zu kühl nur der 3., 4., 14. und 22.8.), so dass ein hoher Wärmeüberschuss erzielt wurde, ohne dass es sonderlich heiß war (kein Sommertag!). Dafür lagen an 19 Tagen die Maxima über 20 Grad und nachts war es 17-mal mindestens 15 Grad mild! Insgesamt war 2009 der siebt-wärmste August seit 1891 (zusammen mit 1952). Zur Abrundung fehlt noch die Angabe, dass es 6 Nebeltage gab und dass die Alpen nicht sichtbar waren. Der Sommer 2009 schloss mit einer Temperatur von 15,7°C ab ( 0,9 K zu warm) und brachte 472,6 mm Regen (122 % des Mittels 1961 bis 1990). Gewitter traten an 24 Tagen auf (4 Tage zu viel).

Im größeren Rahmen erregte ein Hitzeschwerpunkt am 19./20. August einiges Aufsehen. In Frankreich war der Höhepunkt schon am 19.: Saint-Cômed’Olt 41,2°C (liegt zwischen Rodez und Mende), Montauban und Albi je 39,7°, Lyon-Bron 39,2°C. Am Ende der zweiten August-Dekade sind solche Höchstwerte recht beachtlich, sie liegen aber deutlich hinter denen von 2003. Zur Information über den heißen August in Frankreich füge ich Höchsttemperaturen von einigen südfranzösischen Städten in der Übersicht an:



In Deutschland gab es folgende Höchstwerte am 20.:


 
Höchsttemperaturen vom 20.8.2009
Ihringen
38,1°C
Freiburg-Munzingen
37,8
Rahden-Varl
37,8
Schloss Holte-Stuckenbrock
37,8
Waghäusel-Kirrlach
37,5
Greven/Flughafen
37,0
Bad Kreuznach
37,0

Als Gegengewicht maß man am 30. an den bekannten Kältelöchern schon Boden-, oder sogar Luftfrost: Bernau – 2,3, Albstadt-Degerfeld – 2,1°C.

Die Sonne lachte besonders oft und viel, aber nur in Berlin-Dahlem reichte es zur Egalisierung des bisherigen Rekords aus dem Jahr 1944 (295 Stunden), wie die Grafik zeigt:



Wie für einen Sommermonat typisch ereigneten sich diverse Starkregenfälle, die im Folgenden zusammengestellt sind:


 
Große RR-Tagesmengen im August 2009
2.
Marseille-Marignane
54,8
Bad Aussee
51,5
3.
Bad Bleiburg/A
90,3
Fraxern/Vorarlberg
75,0
Spitzingsee
70,7
Obere Firstalm/Schliersee
68
Dornbirn
66,2
Bad Gleichenberg/Stmk
60,5
Rudolfshütte
59
Feistritz
58,5
Kreuth-Glashütte
58,4
Kochel-Einsiedl
57,0
Villacher Alpe
56,8
St. Jakob/Defereggen
56,3
Marktschellenberg
55,4
Klagenfurt
52
4.
Lunz am See
107,1
Feuerkogel
66,0
Feldbach/A
56
Lassnitzhöhe
53,2
7.
Jülich
72,9
8.
Königsmoor/Nieders.
57,4
(56,3 mm in 1 Stunde)
Wädenswil/CH
52,9
(in 1 Stunde 40,5 mm)
Bregenz
51,4
10.
Günzburg
77
Neukirchen-Hauptschwenda
57,9
Langenwetzendorf-Göttendorf/Th.
53,3
Lunz am See
51,5
13.
St. Andrä/Lavanttal
56,6
Deutschlandsberg
54,4
Berkheim/BW.
51,2
22.
Köflach/A
70,8
25.
Garmisch-Partenkirchen
51,5
26.
Hartha-Tharandt
53,2
28.
Golling/Salzburger Land
124
Waidhofen/Ybbs
86,2
Bärnkopf
53,0
Rauris
53,0
St. Michael/Leoben
50,2
29.
Arriach/Kärnten
51,2

Im östlichen Zentralmassiv in Frankreich gab es am 24. eine besonders intensive und ortsfeste Gewitterzone, die die dort fast jedes Jahr um diese Zeit auftretenden Spitzenwerte produzierte:


 
RR-Tagesmengen von Zentral-
frankreich am 24.8.2009
Chalmazel
152 mm
Ambert
135
(in 1 Std. 92 mm)
St-Anthème (1260 m)
118
Col du Béal
104

In einigen Gegenden Deutschlands blieben die oft auftretenden Gewitter aus und es regnete kaum, so dass extrem kleine Niederschlagsmengen erzielt wurden: Nürnberg/Flughafen 14,2 mm (seit 1879 nur 2003 und 1947 noch weniger (9 mm)); Bremen/Flughafen 10,1 mm (seit 1831 nur 1847 mit 2 mm noch weniger); Hannover/Flughafen 9,0 mm (seit 1856 zweitkleinste Menge nach 1929 mit 3 mm). Von allen drei Orten folgen die grafischen Aufbereitungen:


Wolfgang Webersinke, Daxstein, September 2009