Witterungsbericht März 2009

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Wie überall verlief der März auch in Zenting-Daxstein sehr trüb und nass. Nur an wenigen Tagen war es völlig trocken (4., 17., 18., 21. sowie 30. und 31.3.). Phasenweise fielen die Niederschläge als Schnee (5. bis 12. und 22. bis 26.), so dass zeitweise eine recht hohe Schneedecke lag (maximal 26 cm Neuschnee am 26. morgens). Seit 1988 war es aber schon fünfmal noch bedeutend nasser gewesen: 2008 (262, 4 mm), 2006 (257,0 mm: Rekordschneewinter!), 2001 (264,2 mm), 2000 (383,9 mm) und 1988 (393,9 mm). Der März ist der einzige Monat in den letzten 25 Jahren, der schon zweimal die 300-mm-Marke überschritten hat. Gewitter traten am 9. und 24. auf. Nebel bildete sich an 14 Tagen, Alpensicht stellte sich nur am 28. ein.

Hervorstechendes Merkmal 2009 war die andauernde starke Bewölkung: 7,0 Achtel bedeuten 87 % der sichtbaren Himmelfläche. In den langen Reihen unseres Raumes (Metten, Finsterau) wird dieser Wert nur vom März 1944 noch übertroffen: Hausstein bei Deggendorf 89, Finsterau 90 und Metten 91 %. In jenem Jahr erreichte die Sonnenscheindauer in Finsterau nur 24,4, in Hausstein 40,8 und in Metten 49,4 Stunden. Übrigens kann Metten/Benediktinerabtei mit Fug und Recht als Säkularstation gelten. Die nähere Umgebung ist seit Beobachtungsbeginn am 1.1.1879 praktisch unverändert und seit damals sind die Beobachtungen ohne jede Unterbrechung (!) durchgeführt worden.

Die geringe Sonnenscheindauer wurde übrigens in weiten TeilenBayerns und auch im Erzgebirge sowie teilweise auch in Oberösterreich konstatiert. Kürzere Reihen meldeten sogar die minimale Dauer (z.B. Augsburg mit 62,4 Std. oder Fürstenzell bei Passau mit 68,7 Std., Beobachtungen seit 1947 respektive 1950, wobei jeweils der Tiefstwert von 1988 unterboten wurde). Längere Reihen schafften es wegen 1944 (München 62,7 Std.) heuer nicht; diese Reihe ist als Grafik beigefügt:



Im Erzgebirge gab es stellenweise noch weniger Sonne: Marienberg 55,0 und Zinnwald-Georgenfeld 44,5 Stunden.

In Deutschland wurde nirgends ein Rekord bei der Niederschlagsmenge gebrochen, 1988 war fast immer deutlich nasser. Anders dagegen in Ostösterreich: in Wien/Hohe Warte wurde der schon seit langer Zeit bestehende absolute Rekord von 1900 weit überboten, wie auch die Grafik zeigt:



Aufgrund der ergiebigen Märzniederschläge (Reit im Winkl 264,3 mm, Baden-Baden 190,9 mm) werden sich die negativen Auswirkungen der Apriltrockenheit wohl in Grenzen halten. Besonders hohe Tagesniederschläge melden am 6.3. Retz in Niederösterreich (44,5 m) und am 29.3. mehrere Stationen in Kärnten: Kötschach-Mauthen 74,6, Villach 71,2 Dellach 68,4 und Klagenfurt 63,7 mm; letzterer Wert dürfte für einen Zeitraum ab etwa 1900 der bislang höchste Märzwert dort sein.

In mittleren Lagen der Nordalpen türmte sich der Schnee im Laufe des März zu Rekordschneehöhen auf: auf dem Wendelstein lagen am 27.3. 350 cm, bislang wurde der Rekord vom 27./28.3.1952 gehalten (320 cm); in jenem März meldeten am 27.3. das Watzmannhaus (1923 m) 340 und ebenfalls 340 cm am 1. und 23.3. das Brünnsteinhaus (1360 m). Zwar hatten auch andere Mittelgebirgslagen ordentlich Schnee (Schmücke am 13. 113 cm, Fichtelberg/Erzgebirge 203 cm am 25. und Großer Arber 259 cm am 28., 30. und 31.), aber dies war alles weit vom Rekord entfernt (z.B. Gr. Arber 369 cm am 29.3.1988 oder Fichtelberg 335 cm am 24. und 29.3.1944).

W. Webersinke, Daxstein, April 2009