Witterungsbericht Februar 2009

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Nach dem sehr trockenen Januar, schlug der Winter mit Schnee ab dem 8. Februar in Zenting-Daxstein wieder einmal zu, aber längst nicht in dem Ausmaß wie im Februar 2006 oder 1999. Immerhin konnten ab dem 11. die Loipen erstmals und dann für längere Zeit gespurt werden; die höchsten 24-stündigen Neuschneesummen hatten der 11. (27 cm), der 17. (20 cm), der 24. (17 cm) und dann der 27. (23 cm). Allein am 28. gab es einen Tag, der nur Regen brachte, ansonsten immer Schnee oder höchstens Schneeregen. An 6 Tagen waren die Alpen zu sehen (= Sichtweiten größer als 100 km), dafür herrschte an 18 Tagen Nebel (besonders an den letzten drei Monatstagen zum Teil ausnehmend dicht). Der gesamte Winter 2008/09 war temperaturnormal (- 1,7°C, + 0,2 K) und deutlich zu trocken: 233,4 mm entsprechen nur 63 % des Mittels, damit erlebten wir hier den trockensten Winter seit 1997/98.

Zwei Wetterphänomene verdienen in der Nachschau eine eingehendere Betrachtung: einmal die geringe Sonnenscheindauer in einem breiten Streifen vom Nordwesten über die Mitte Deutschlands bis hinüber nach Niederösterreich und Wien und die teilweise sehr beachtlichen Schneemengen im Laufe dieses Monats. 

Zunächst einige Orte mit einer sehr geringen Sonnenscheinsumme: Lichtenhain-Mittelndorf 15 Stunden (= 20 % des Mittels), Tulln-Langenlebarn/NÖ 17 Stunden ( = 19 %), Zinnwald-Georgenfeld 20 Stunden (= 33 %), Dippoldiswalde 21 Stunden. Anhand der mir vorliegenden Reihen scheint nur der Flughafen Köln-Bonn das bisherige Minimum (29,3 Std., zusammen mit 1926) egalisiert zu haben; diese Reihe ist aber zusammengestückelt aus Bonn und Wahn, was einer strengen Prüfung wohl nicht standhalten wird. Überall sonst wurden die geringsten Werte bei weitem nicht erreicht: z.B. Potsdam 34,1 Std. heuer, minimal 14,9 Std. 1942 oder Hamburg 34,3 Std. (1926 10,6 Std.). Dennoch habe ich von Emden, Aachen und Wien die langjährigen Beobachtungen in einer Grafik zusammengestellt, um vor allem auch den Absturz gegenüber dem Vorjahr vor Augen zu führen, als wir uns über einen selten sonnigen Februar freuen durften. Es fällt schon auf, dass das Wetter es besonders zu lieben scheint, extreme Monate mit unterschiedlichen Vorzeichen gleich hintereinander auftreten zu lassen.



Wien z. B. steht mit 36 Stunden an sechst-letzter Stelle seit 1881.

Nun zum Schnee. Auffällig am heurigen Winter ist die sehr gute Schneelage sowohl nördlich wie auch südlich der Alpen. In buntem Wechsel wird einmal der Süden durch Mittelmeertiefs, dann wieder der Norden durch Polarluftzufuhr samt Troglagen mit Schnee versorgt. Selbst das Tessin hat nicht über Schneemangel zu klagen, auch wenn die Rekordwerte des Winters 1977/78 unerreicht bleiben. In Airolo fielen vom 6. auf den 7.2. 90 cm Neuschnee (Gesamthöhe am 8. 210 cm, am selben Tag in Samedan 134, Sils Maria 198 und Bernina/Hospiz 384 cm). In Österreich meldeten Lofer 211, Mariazell 236 und Bad Aussee 261 cm aufsummierte Neuschneemengen während des ganzen Monats; die höchste Schneehöhe war in Lunz am See 156 und in Warth am Arlberg 225 cm. 

Noch etwas genauer möchte ich auf die Schneemengen in den bayerischen Alpen eingehen (Balderschwang sei als baden-württembergisches Anhängsel erlaubt). 


 
Schneehöhen im Februar 2009 in cm
Balder-

schwang

Kreuth-Glashütte
Aschau-Stein
Reit im Winkl
1.
62
44
14
32
2.
62
44
14
31
3.
61
43
12
30
4.
42
9
29
5.
59
8
28
6.
58
8
26
7.
57
38
6
25
8.
69
6
9.
73
67
40
10.
68
14
39
11.
90
63
12.
102
53
13.
138
102
42
70
14.
140
116
89
15.
125
74
16.
112
110
60
80
17.
130
128
68
95
18.
150
95
118
19.
144
132
110
20.
140
124
83
104
21.
151
135
103
128
22.
145
147
125
136
23.
156
144
117
130
24.
162
170
157
157
25.
172
150
140
26.
166
165
140
135
27.
173
185
133
150
28.
165
168
126
130

Die Werte stammen aus den täglichen Schneehöhenveröffentlichungen des Bayerischen Landesamts für Umwelt; die grau hinterlegten Felder bedeuten, dass von diesem Tag keine Messwerte vorlagen. Man sieht aber deutlich, wie stark die Schneedecke im Verlauf des Monats angewachsen ist, am stärksten in Stein. Von anderen Stationen sei hier noch die höchste Schneehöhe im Februar angegeben: Siegsdorf-Höll 104, Hinterwössen 112, Jachenau-Tannern 121, Sylvenstein 123, Linderhof 125 und Seefeld/Tirol 128 cm.

Wolfgang Webersinke, Daxstein, 14.3.2009