Witterungsbericht Oktober 2008

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Der zweite Herbstmonat 2008 war vergleichsweise arm an besonderen Witterungserscheinungen, was sich auch an den Beobachtungen von Zenting-Daxstein zeigt. Die Mitteltemperatur entsprach nahezu dem 30-jährigen Mittelwert (16 Tage zu kalt, 15 zu mild), keinerlei Niederschlagsexzesse waren zu verzeichnen. Praktisch normal auch der erste (schwache) Schneefall der Saison am 30.10. vormittags (für eine knappe Stunde). Erst am Monatsletzten kam es zum ersten Bodenfrost, ein Ereignis, das dann auch erst wieder am 15.11. eintreten sollte. Ebenfalls recht jahreszeiten-typisch die 17 Nebeltage; nur an drei Tagen (18., 23. und 31.) waren die Alpen zu sehen.

Etwas bemerkenswerter waren dann auch in einigen Regionen nur die Niederschläge, was die nachfolgende Tabelle von großen Tagesniederschlagsmengen rechtfertigt:


 
Hohe Tagesniederschlagssummen

im Oktober 2008

1.
Dornum
56,3 mm
Erfde
51,8
2.
Spiekeroog
63,5
Helgoland
56,8
Pellworm
50,5
Wangerooge
50
3.
Rudolfshütte/Salzburgerland
64,6
Klagenfurt
58,2
Katschberg/Kärnten
55,5
Millstatt
54,7
4.
Galzig
51,2
16.
Balderschwang
58
Alberschwende/Vorarlberg
56,8
Mummelsee
54,1
Oberreute
53
Untergschwend/A
50
28.
Kötschach-Mauthen/Kärnten
88,4
Stabio/CH
82
Dellach
71,2
Locarno-Monti
60
29.
Kötschach-Mauthen/Kärnten
121,2
Sonnblick
98
Dellach
91,2
Mallnitz
77,7
Spittal an der Drau
71,9
Bad Gastein
68
Villacher Alpe
68
Lienz/Osttirol
54
Samedan/CH
54

Die 56,8 mm von Helgoland am 2.10. sind die größte Oktobertagesmenge dort seit mindestens 1931, auch Cuxhaven erreichte mit 47,4 mm fast den Allzeit-Oktoberrekord von 47,6 mm aus dem Jahr 2002. In der auf Neubrandenburg bezogenen Reihe hat auch Trollenhagen mit seinen 33,1 mm am 30.10. einen neuen Oktoberrekord geschafft. Bei den Monatssummen blieben die alten Grenzwerte unangetastet – einzige Ausnahme ist Zehdenick in Brandenburg - das 116,3 mm schaffte und damit so viel wie noch nie in einem Oktober (zumindest ab 1891). 

Darüber hinaus ist noch vom Schneefallereignis 29. auf 30.10. zu berichten, das auf der Schwäbischen Alb zu 29 cm Schnee in Messstetten führte (leider ohne lange Reihe). In der Innerschweiz hingegen wurden alte maximale Schneehöhen des Oktober übertroffen: Am Zürichberg gab es 20 cm, ebenso in Altdorf, Langnau meldete 27, Einsiedeln 46 und die Göschenenalp (auf 1610 m) 100 cm.

Zum Schluss dieses Berichts noch eine (traurige) Bemerkung zur „Stationspolitik“ des DWD: Mit dem Monatsende ist wieder eine der langen Reihen in Deutschland zu Grabe getragen worden: Karlsruhe wurde dicht gemacht und weit außerhalb von Karlsruhe nach Rheinstetten verlegt. Ohne natürlich vorher Parallelmessungen zu tätigen, dies ist mittlerweile so üblich geworden. In Bamberg ist es ähnlich, nur dass hier wenigstens ein Automat den Dienst versieht, der aber – so zeigt es leider die Vergangenheit – immer wieder Aussetzer hat und der eben nicht den menschlichen Beobachter ersetzen kann. Jedenfalls kann immer weniger von Konstanz der Beobachtungen die Rede sein, dies gilt ebenso für Meteomedia, die auch viele Datenlücken in den Messungen ausweist (z.B. ist von Lalling seit vielen Tagen kein Wert mehr zu bekommen). Manchmal hat man schon den Eindruck, die besten Beobachter sind die Hobbymeteorologen.

Wolfgang Webersinke, Daxstein, November 2008