Witterungsbericht April 2008

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Der zweite Frühlingsmonat 2008 zeichnete sich durch fortdauernde Unbeständigkeit aus; praktisch täglich kam es irgendwo in Deutschland zu Niederschlägen, Besserungsphasen waren nur von kurzer Dauer. Temperatur- und sonnenscheinmäßig gab es keine großen Auffälligkeiten.

24 Niederschlagstage konnte Zenting-Daxstein vermelden, ganz trocken blieben nur 8., 9., 13., 20., 23. und 27. Aber an keinem Niederschlagstag fielen außergewöhnliche Mengen. Der letzte Schneefall trat am 17. vormittags auf; recht oft gab es Graupelniederschläge (an insgesamt 7 Tagen). Die Märzschneedecke konnte sich noch in den April hinein retten, aber schon am 4. waren es nur mehr Flecken, der 7. und 8. brachten noch jeweils 3 cm Neuschnee. Ab dem 12. blieb der Erdboden ganz schneefrei. Drei Gewittertage wurden insgesamt gezählt (2., 10. und 30.). 8 Nebeltage traten auf, am 20. konnte man noch die Alpen sehen.

Im mitteleuropäischen Rahmen sind bei der Temperatur allein die Tiefstwerte am 8.4. erwähnenswert: Bernau/Schwarzwald 15,7, Seefeld/Tirol 14,3, Spitzingsee 13,0 und Haidmühle 10,8°C.

In einigen Gegenden fielen auch beachtliche Schneemengen. Auf dem Säntis lagen am 17. April 697 cm (laut Meteo Schweiz), wobei mir zentimetergenaue Höhenangaben doch reichlich fragwürdig erscheinen, wenn man die Schwierigkeiten der Schneehöhenmessung im Gebirge kennt. Am 3. früh meldeten Langen/Arlberg 53 und Hochfilzen 29 cm Neuschneezuwachs in 24 Stunden. Am 7. lagen in Büchel/Rheinland-Pfalz 24 cm Schnee, der Brenner hatte 35 cm Neuschnee und die 20 cm in Putbus und Heringsdorf vom 8.4. liegen wohl im oberen Grenzbereich. Am selben Tag hatte Greifswald 9 cm hier liegt der Aprilrekord bei 12 cm am 14.4.1966. Aber selbst Abbeville und Paris-Montsouris in Frankreich meldeten am 7.4. mit 13 respektive 3 cm neue Nachkriegsrekorde für den April.

Die vielen durchziehenden Tiefausläufer hatten auch teilweise große Tagesmengen des Niederschlags zur Folge: 


 
2.4.
Aschau-Stein/Obb.
55,1 mm
Jenbach/A
54,9
7.4.
Putbus/Rügen
64
Karlshagen/Usedom
43
11.4.
Lugano/CH
55
Chemnitz-Küchwald
42,5
21.4.
Buchloe/Schwaben
73,0
Säntis
68,1
Lechfeld
61,8
Malsburg-Marzell
61,3
Heiden/CH
59,3
Biberach/Riss
55,0
Memmingen
50
22.4.
Säntis
78,2
Kreuth-Glashütte
62,8
Krems/NÖ
53,8
Zürich-Fluntern
51
Jachenau-Tannern
49,8

Bei den Niederschlagsmonatssummen gab es im Süden Deutschlands und punktuell auch sonst recht hohe Werte. Allein die 111 mm von Weiden in der Oberpfalz sind ein absoluter April-Höchstwert der seit 1879 bestehenden Reihe. Andernorts war es schon irgendeinmal noch nasser, wie die abgebildeten Reihen von Genf, Dresden und München zeigen. Für Dresden hat 2008 aber den zweiten Platz inne (nach immerhin 1867; Genf an 4. Stelle, München an 6.):



Während im Nordwesten nur gut 20 mm fielen (Borkum 20,8 und List/Sylt 22,1 mm), waren es im Süden bis 360,8 mm (Zugspitze). Bei der Sonnenscheindauer war es genau umgekehrt: Hattstedt 219 und Helgoland sowie St.Peter-Ording je 218 Stunden und Hechingen sowie Kahler Asten nur je 90 Stunden.

Wolfgang Webersinke, Daxstein, Mai 2008