Witterungsbericht Februar 2008

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Nach einem fulminanten Beginn des Winters 2007/08 im November mit Rekordschneehöhen im Bayerischen Wald verflachte seine Energie zusehends und auch im Februar zeigte er sich milde und wenig winterlich gestimmt.

In Zenting-Daxstein waren nur die Tage vom 13. bis 17.2. kälter als im langjährigen Durchschnitt. Die ohnehin schon dünne Schneedecke am Monatsbeginn löste sich ab dem 7. immer mehr auf und vom 20. ab gab es nur mehr Flecken. Dennoch lag in Daxstein über 102 Tage zusammenhängend Schnee (ab dem 10.11.), was aber längst nichts Besonderes darstellt. Die kümmerliche Neuschneesumme des Februar 2008 beträgt genau 8 cm. Am Schalttag regnete es noch so viel, dass der Durchschnittswert für Februar fast noch erreicht wurde. Schließlich reichte es zu 7 Tagen mit Alpensicht und zu 9 Nebeltagen. Die Winterbilanz schloss mit einer Mitteltemperatur von 0,4°C ( = + 2,3 K) und damit dem sechst-mildesten Winter der 1891 beginnenden Reihe sowie mit 295 mm Niederschlag ( = 80 % des Mittels).

An interessanten Wettertagen gab es im mitteleuropäischen Raum im Februar drei: 1. den hohen Luftdruck vom 16./17.2. 2. die Temperaturmaxima des 24./25.2. und 3. die gebietsweise großen Niederschlagsmengen des 29.2.

Am Abend des 16. und bis zum 17. morgens wurden extrem hohe Luftdruckstände gemessen: z.B. Marienberg/Sachsen 1049,8 hPa, München 1046, Stabio/Mendrisiotto 1046,3 hPa.

Der 29. brachte in den Mittelgebirgen zum Teil recht hohe Tagesmengen des Niederschlags:


 
Beerfelden/Odenwald
63,6 mm
Zwieslerwaldhaus
63,5
Gr. Arber
63,0
Kirchberg-Zell/Ndb.
54,7

Vorfrühlingshaft hohe Temperaturen wurden am 24. (in Ost- und Südostösterreich auch am 25.) Februar gemessen. In der folgenden Übersicht sind Rekordwerte fett hervorgehoben:


 
Maienfeld/CH
23,6°C
Chur
22,8
München/Theresienstraße
22,4
Wielenbach
22,0
Weiz
21,5
Sonthofen
21,5
Haar b. München
21,5
Bad Gleichenberg
21,3
München/Bot. Garten
21,1
München/Stadt
21,0
Holzkirchen
20,9
Jenbach
20,8
Vaduz
20,7
Innsbruck/Flh.
20,6
Graz-Universität
20,5
Weitra
20,1
Hohenpeißenberg
19,7

Für München/Stadt blieb der Rekord vom 25.2.1990 (21,4°C) unangetastet, während für die seit 1781 bestehende Reihe München/Land der Wert heuer um 0,3 K über der Zahl vom 25.2.1990 liegt. Außergewöhnlich am 24.2.2008 war die Tagesschwankung der Temperatur in München. Abgesehen vom städtischen Bereich trat leichter Morgenfrost auf, bis zum Nachmittag stieg die Temperatur auf  über 20 Grad, so dass der Unterschied zwischen Minimum und Maximum so hoch wurde:


 
Garching
22,8 K
Erdinger Moos
22,4
Bot. Garten
22,2
Gut Laufzorn
21,8

In einigen Gegenden fiel im vergangenen Februar nur sehr wenig Niederschlag, vor allem im östlichen Österreich (Eisenstadt 3, Wiener Neustadt 2 mm), aber auch in Sachsen, und Sachsen-Anhalt: Leuna 3,3 mm, Halberstadt 4,4 mm (minimal 3 mm im Jahr 1930), Bernburg/Saale 4,4 mm (4 mm auch 1930 und 1982, 2 mm 1870), Leipzig-Schkeuditz 8,4 mm (2003 und 1972 5 mm, 1870 1 mm).

Wie schon seit einigen Monaten wurden die Gebiete im Süden Deutschlands bis hinüber ins Schweizer Mittelland sehr von der Sonne verwöhnt: abgesehen von den Alpen (hier war 1998 noch um Einiges sonniger) ergab sich heuer der sonnenscheinreichste Februar auch langer Reihen. Dies gilt für Genf, Zürich, Luzern, Wien/Hohe Warte, München, Augsburg und Stuttgart/Flughafen. Während in Genf und Zürich die alten Höchstwerte (Genf 173 Std. 1949, Zürich 171 Std. 1891) genau eingestellt wurden, lagen die neuen Rekordwerte in Stuttgart (1959 163 Std., 2008 174), Augsburg (1998 154 Std., 2008 168,8) und München (1998 168 Std., 2008 183,8) deutlich höher. In Klagenfurt (Reihe ab 1884) war nur 1934 noch sonniger als heuer (damals 221 Std. 2008 206). Die Grafiken von Zürich, Stuttgart und München folgen hier:



Maximal wurden in Deutschland 200 Stunden knapp überschritten: Wielenbach 200, Zugspitze 201, Nebelhorn 203 Stunden; am wenigsten schien die Sonne im Norden (Quickborn 49,7 Stunden).

Im größeren Rahmen wurde der Winter 2007/08 (DEZ, JAN, FEB) zum sonnenscheinreichsten in verschiedenen Gebieten West- und Mitteleuropas, z.B. in Paris (295 Stunden), Clermont-Ferrand (438 Stunden), Zürich oder München (343 Stunden). Von letzterem Ort hier wieder die Sonnenscheingrafik:


Wolfgang Webersinke, Daxstein 16.3.2008