Witterungsbericht Dezember 2007

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Der vergangene Dezember wich nur recht wenig vom Durchschnitt ab, so dass die Zusammenfassung relativ knapp ausfallen kann.
Auch im Bayerischen Wald war die Zweiteilung des Monats sehr augenfällig: vom 1. bis 12. tägliche Niederschläge (viel Regen und nur wenig Schnee), sodann meist trocken und eher kalt. In Zenting-Daxstein konnte sich aber die Schneedecke (wie überall in höheren Lagen unserer Region) den ganzen Monat über halten (mittlere Schneehöhe in Klingenbrunn/Bahnhof und Daxstein genau gleich bei 33 cm). In Daxstein zog am 24. vormittags ein kleines Schneefallgebiet durch und sorgte sogar für eine 3 cm hohe Pulverauflage mit perfektem Weihnachtsbild; in Daxstein pflegen übrigens 9 von 10 Weihnachten mit einer mehr oder weniger kräftigen Schneedecke abzulaufen. 

Am Beginn der Hochdrucklage, genauer vom 17. bis 22. lag Daxstein meist über der Inversion im schönsten Sonnenschein (4 heitere Tage vom 19. bis 22.), besonders am 20. und 21. ging die Luftfeuchtigkeit kräftig bis auf 21 Prozent zurück. Ab dem 22. aber gab es dann täglich Nebel (im Monat insgesamt an 19 Tagen). Das Alpenpanorama konnte man an 7 Tagen genießen. Betrachtet man die Anzahl der Frost- und Eistage, so ergibt sich eine etwas ungewöhnliche Verteilung: Daxstein hat 22, Haidmühle aber auch nur 22 und Klingenbrunn 23 Frosttage, bei den Eistagen lauten die entsprechenden Zahlen 14, 14 und 6! In Klingenbrunn reichte es viel öfter für positive Temperaturen bei der langanhaltenden Inversionslage. Um den Vergleich abzurunden: die Monatsmitteltemperatur erreichte in Klingenbrunn – 2,6 und in Haidmühle  - 3,3°C, beim Niederschlag hatte Klingenbrunn 90,5 und Haidmühle 120,7 mm.

Deutschlandweit auffällig waren diesmal nur die einzelnen hohen Tagesniederschläge in einzelnen Mittelgebirgsbereichen:


 
Datum
Ort
Menge in mm
2.12.
Großer Arber
68,4 mm
Friedrichsthal
58,1
6.12.
Großer Arber
73,0
Krunkelbachhütte
64,9
Wipperfürth
54,6
Braunlage
53,4
10.12.
Ruhestein
67,1
Mummelsee
63,7

Dafür möchte ich noch auf interessante kleinklimatische Unterschiede zwischen der Münchner Stadtstation an der Dachauer Straße und dem Flughafen im Erdinger Moos eingehen. Während sonst oft in der Stadt (515 m) die Sonne scheint und der Flughafen (453 m) im Nebelgrau liegt, war es am 19.12. genau umgekehrt: in der Stadt gab es nur 0,2 Stunden Sonne und ein Maximum von nur – 3,1°, wohingegen der Flughafen 7,2 Stunden bei  - 0,2° hatte. Außerdem reichte es dort ab dem 23. durch Industrieschnee 6 Tage lang für eine 1 cm hohe Schneedecke, in der Stadt hingegen blieb es grün. Am 29. war die Welt dann wieder in Ordnung, denn durch Sonnenschein erwärmte sich die Luft in der Stadt auf 9,1°C, während der Flughafen mit – 0,1° gerade noch einen Eistag meldete. Hier noch einige Stundentemperaturen dieses Tages: 12h -2,9° (Flh.) und 1,0° (Stadt), 13h -1,6 und 3,8°, 15h – 0,4 und 7,1°, 16h – 0,2 und 4,9°, 19h – 3,1 und 3,2° sowie 20h – 4,3 und 4,4°C. Daraus wird wieder einmal ersichtlich, wie falsch im Einzelfall die Angaben zum Münchner Wetter sein können, wenn man die Werte des  Flughafens benutzt (wie oft und oft geschehen) und dann nur von „München“ spricht.

Wolfgang Webersinke, 12.1.2008