Witterungsbericht Oktober 2007

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Nach Ende der lange Zeit anhaltenden Wärmephase verlief auch der zweite Herbstmonat zu kalt, dabei meist zu trocken und insgesamt sonnenscheinnormal.

In Zenting-Daxstein war es über längere Zeiträume leicht zu kalt, vor allem die erste Monatshälfte war sehr trocken (nur 3,2 mm bis zum 16.10.). Insgesamt war es seit 1985 (auch damals 20 mm Monatsniederschlag) nicht mehr so niederschlagsarm. Am 19. gegen 13.20 Uhr ging der Regen zum ersten Mal in dieser kalten Jahreszeit in Schneeregen und Schnee über und am nächsten Morgen lag die erste dünne Schneedecke. An insgesamt 7 Tagen lag Nebel über der Landschaft und nie das ist recht ungewöhnlich für die fortgeschrittene Jahreszeit waren die Alpen zu sehen. Heuer sind die sonst so typischen Föhnlagen praktisch nicht vorhanden.

Im mitteleuropäischen Rahmen gab es keine besonders herausragenden einzelnen Witterungsereignisse, so fielen nirgends an einem Tag 50 oder mehr Millimeter, auch sehr hohe Temperaturen kamen nicht vor. Einzig die geringen Monatssummen des Niederschlags in einem von Südwest nach Nordost gerichteten Streifen in Deutschland oder etwa in der Auvergne (Clermont-Ferrand 13 mm) waren erwähnenswert. In Berlin-Tempelhof waren es nur 5,2 mm: zuletzt 1962 gab es weniger (4 mm); ebenso viel in Frankfurt am Main-Flughafen (dort zuletzt 1969 trockener: 5,0 mm). Bad Kissingen erreichte gar nur 4,1 mm: nur 1943 (0 mm) und 1947 (3 mm) war es noch trockener. Hier nun die entsprechende Grafik:



Die Grenzwerte der Niederschlagssummen lagen zwischen 2 (Wutöschingen-Ofterdingen, Singen und Küssaburg) mm und 120 mm auf der Winklmoosalm.

In Frankreich ging es da bisweilen etwas turbulenter zu: eine Gewitterzone betraf am 2.10. den Nordwesten von Paris mitsamt der umliegenden Departements. In Herblay fielen von 19.42 20.18 Uhr 41,6 mm (insgesamt 52,6 mm), in Pontoise von 19.36 bis 20.06 Uhr 38,4 mm. Zum Monatsende schließlich regnete es im Osten von Korsika unwetterartig: Bastia-Poretta 125,4 mm am 30.10.

Im äußersten Süden der Bundesrepublik baute sich ab dem 20.10. in höheren Lagen eine doch recht beachtliche Schneedecke auf: Aschau-Stein (680 m) hatte am 22. 28, Kreuth-Glashütte (895 m) am selben Tag 32 und Hinterwössen (645 m) am 21. 10. 36 cm Schnee, die Obere Firstalm (1369 m) erreichte am 24. sogar 80 cm.

Vor genau 100 Jahren zeigte der Oktober ein ungewöhnlich mildes Gepräge; bestimmend waren vor allem Wetterlagen, die warme Luft aus südlichen Richtungen nach Mitteleuropa schaufelten. Die Monatsmitteltemperaturen lagen sehr hoch, wie folgende kleine Übersicht beweist:



 
Station
Mitteltemperatur 1907
Greifswald
12,0°C
Potsdam
12,1
Stuttgart-Hohenheim
10,7
München/Stadt
10,9
Kremsmünster
11,3
Salzburg
11,8
Innsbruck
13,0
Bad Ischl
12,8
Graz
12,1
Klagenfurt
11,3

Im Alpenraum gab es viele Föhnlagen, bei denen die Temperaturen noch fast sommerliche Werte erreichten: am 9.10. 1907 z.B. in Bad Ischl 25,0°C, in Kremsmünster am 20.10. 24,1°. Auf der Alpensüdseite kam es wiederholt zu Stauniederschlägen (Graz im ganzen Oktober 144, in Klagenfurt 167 mm Niederschlag), die in extremen Lagen der Südschweiz besonders exzessiv ausfielen: Mosogno 1014 und Borgnone 1128 mm (allein am 16.10. 198 bzw. 191 mm). Nördlich der Alpen kam hingegen nicht viel zusammen: beispielsweise in München nur 14,1 mm (ab dem 11.10. nur mehr unwesentliche Niederschlagsmengen); neben 17 Nebeltagen gab es dort auch ebenso viele Tage mit Alpensicht und auch in den Außenbezirken keinen Frosttag.

Wolfgang Webersinke, Daxstein, November 2007