Witterungsbericht August 2007

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Der dritte Monat des heurigen Sommers zeichnete sich durch fast täglich auftretende Starkregenereignisse aus. Die Sonnenscheindauer und die Mitteltemperatur zeigte nur geringe Abweichungen vom Mittel 1961 bis 1990.

Etwas anders war das Bild in Zenting-Daxstein: hier war es, wie häufig in Ostbayern deutlich zu trocken, da große Gewitterereignisse völlig ausblieben (nur drei ganz belanglose Gewitter am 7., 19. und 23.). Die Temperatur blieb an 11 Tagen unter den langjährigen Werten und war weder besonders warm noch kühl. Nebel trat an 7 Tagen auf. Der Sommer 2007 erreichte eine Mitteltemperatur von 15,9°C (+ 1,1 K), es regnete 415,5 mm (107 % des Mittels).

Wie oben schon ausgeführt, bietet nur der Niederschlag ausreichend Stoff für einen Rückblick. Immer wieder fielen da und dort oder verbreitet Stark- bzw. Dauerniederschläge. Meine Quellen sind das Wetterforum der Wetterzentrale sowie Aussendungen bzw. Veröffentlichungen von DWD, ZAMG oder Meteo Schweiz und Meteomedia. Leider sind die Zusammenstellungen im Witterungsreport des DWD (S. 15) gerade jetzt im August recht verwirrend, weil  man überhaupt nicht mehr feststellen kann, an welchem Tag nun die angegebenen Niederschläge gefallen sind. Dennoch soll wieder eine kleine Tabelle mit hohen Tagesniederschlagsmengen folgen, die allerdings keineswegs vollständig ist:


 
2.8.
Lindau-Bad Schachen
55,1 mm
Wangen
53,1
Kressbronn
52,5
7.8.
Memmingen
89,6
Berkheim/Iller
75,6
Hohenpeißenberg
72,4
Altenstadt
66,5
Parsberg/Opf.
64,6
Dornbirn
55
8.8.
Zürich Meteo Schweiz
98
Fahy-Boncourt
85
Buchs-Aarau
82
Bern-Zollikofen
81
Bregenz
81
Schauinsland
79,3
Basel-Binningen
76
Lörrach
72,5
Weil am Rhein
72
Berlin-Hohenzollerndamm
54,3
9.8.
Badgastein
90
Bad Brambach
80,4
Zinnwald-Georgenfeld
77,6
Nachrodt-Wiblingswald-Lohagen
77,3
Warstein
72,2
Lofer
67
Marienberg/Sachsen
60,2
Stift Zwettl
54
10.8.
Fehmarn-Staberhuk
175,7
Dahme
80,8
Erfurt-Bindersleben
75
Boltenhagen
66,6
Büren-Ahden
56,2
Pelzerhaken
53,5
11.8.
Ribnitz-Damgarten
80,2
Parum
63,2
Passow
56,3
Puch/FFB
50
15.8.
Kierspe
54,2
Ründeroth
49,7
16.8.
Brenner
55
19.8.
Kremsmünster
65
20.8.
Heckelberg
62
Angermünde
52,8
21.8.
Stabio
175
Lugano
106
Torfhaus
97,4
Schmallenberg
95,1
Locarno-Monti
90
Kahler Asten
77,4
Rüthen/NRW
75
Bad Salzuflen
55,8
22.8.
Satrup/SH
97,3
23.8.
Boecke
74,2
Uelzen
56,3
29.8.
Balderschwang
63
St. Bartholomä/Königssee
59
Hahnenkamm
52

Die fettgedruckten Stationen erlebten die maximale Tagesmenge ihrer Beobachtungsgeschichte im August. 

Die Monatsmengen erreichten ab und zu Rekorde für den August: so z.B. in Neuenburg in der Schweiz (276 mm). Die Grafiken von Erfurt (1870 und 1977 nasser) und Zürich (1905 und 1975 nasser) , wo die Höchstwerte nur knapp verfehlt wurden, folgen:



Da teilweise auch die beiden anderen Sommermonate hohe Niederschlagssummen brachten, reichte es sogar manchmal zum nassesten Sommer der gesamten Messreihe, beispielsweise in Neuenburg/Schweiz (612 mm, alter Rekord 1938: 515 mm), Sion im Wallis mit 350 mm (alt: 308 mm, 1872). In Berlin ist bislang nur der Sommer 1858 (391 mm) noch feuchter als 2007 (366 mm) gewesen:


Vor 200 Jahren war der Sommer ganz anders: heiß und gebietsweise gewitterreich. Zum Schluss die Tagesmitteltemperaturen vom Hohenpeißenberg der angesprochenen Monate im Vergleich mit 2007:

Wolfgang Webersinke, Daxstein, Sept. 2007