Witterungsbericht Juni 2006

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Nach einer stark unterkühlten ersten Dekade folgte fast ohne Übergang schönes Hochsommerwetter, das bis heute (15.7.) praktisch unvermindert anhält.
 
In Zenting-Daxstein waren die ersten 10 Tage durchweg zu kalt, anschließend alle zu warm (nur geringfügig zu kühl der 29. und 30.). Dabei „glänzte“ vor allem der 1.6. mit einem sehr tiefen Tages-Maximum: 6,7°C (Klingenbrunn/Bahnhof 7,6°C), das Tagesmittel lag mit 4,8° (Klingenbrunn 4,2°) um 8,2 K unter dem 30jährigen Mittel für diesen Tag. Bis zum 11. gab es in den nachtkalten Lagen des Bayerischen Waldes (Haidmühle, Klingenbrunn-Bahnhof) immer wieder leichten Nachtfrost, in Daxstein immerhin zum ersten Mal seit 1986 wieder einen Tag im Juni mit ganz leichtem Bodenfrost (2.).

In den ersten 14 Tagen kam es überhaupt nicht zu Gewittern, dafür dann bald täglich: 15., 16., 17., 21., 22., 25., 26., 27. und 29. Nebel stellte sich nur für ein paar Stunden am 17. ein. Nach dem nassen Mai blieb es deutlich zu trocken, was hier aber zu keinerlei Schäden führte.

In der (tageweisen) Gesamtschau sind nur zwei Phänomene hervorzuheben: die Fröste inder ersten Dekade und Starkniederschläge, bevorzugt ab dem 15.6. Beginnen wir mit den Nachtfrösten, die teilweise bis in Tieflagen auftraten:


 
1.6.
Schöneseiffen
- 3,2°C
Sillian/Osttirol
- 1,0
Visp
- 0,5
2.6.
Bernau/Schwarzwald
- 3,3
Chamonix
- 2,3
Deutschneudorf
- 2,1
Carlsfeld
- 2,0
Mähring
- 1,5
Sohland/Spree
- 1,3
Bad Muskau
- 0,7
3.6.
Bernau/Schwarzwald
- 4,7
Morgenröthe-Rautenkranz
- 1,3
7.6.
Seefeld/Tirol
- 0,7
8.6.
Seefeld/Tirol
- 2,1
Achenkirch
- 0,5

Bei den hohen Tagesmengen ist eine Dauerregenperiode am 2. in den steiermärkischen und niederösterreichischen Alpenregionen hervorzuheben, die beträchtliche Schäden hervorrief:

 
2.6.
Puchberg
88 mm
Lilienfeld
86
Lunz am See
81
Reichenau/Rax
80
Mariazell
74
Eisenstadt
57
4.6.
Marktschellenberg
57
15.6.
Lambrecht
63,1
16.6.
Lufling/Kr. Cham
54,3
17.6.
Mönichkirchen/A
63,9
19.6.
Semmering
65,1
21.6.
Lechfeld
64
Nandlstadt
62,8
Reutte/Tirol
57
22.6.
Siegsdorf-Höll
88,6
Kreuth-Glashütte
62,8
25.6.
Buxtehude
52,4
28.6.
Wörth/Rhein
84,5
Sinsheim
50,6
29.6.
Kleinzicken/Burgenland
75
Sonnen
68,8
Freistadt/OÖ
68
Litschau
54,5

In Klagenfurt wurde an 12 Tagen die 30-Grad-Marke überschritten, was nicht einmal im Super-Juni des Jahres 2003 gelang.

Die Niederschlagsmengen streuten – wie oft bei sommerlichen Gewitterschauern – breit: so stehen etwa 231 mm in Mariazell (189 % des Mittels) nur 25 mm auf der Villacher Alpe gegenüber (18 % - eine bemerkenswert geringe Summe!). In Deutschland regnete es im äußersten Westen und Nordwesten besonders wenig, wie die Grafiken von Aachen und Emden zeigen; in Aachen gab es zuletzt 1962 weniger Regen als heuer (dann erst wieder 1887!), in Emden sogar erst 1887!

In Stabio/Tessin gab es nur 2 mm, auch in Nizza nur 1,6 mm. Schlechte Startbedingungen dort für die Vegetation am Anfang der heißen Jahreszeit.

Wolfgang Webersinke, 15.7.2006