Witterungsbericht April 2006

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Mit dem April ging 2006 die monatelang andauernde Kältephase zu Ende. In Zenting-Daxstein waren nur die Tage vom 3. bis 13.4. und die letzten Monatstage deutlich zu kalt. Sehnlichst erwartet endete am 21. April die 155tägige Dauerschneebedeckung dieses denkwürdigen Winters (in Klingenbrunn/Bahnhof übrigens genau so lang), der allein von der kalten Saison 1969/70 noch übertroffen wurde (163 Tage vom 25.11. bis zum 6.5.). Messungen der Schneehöhen beginnen im Bayerischen Wald übrigens mit dem Winter 1883/84 beim Forstamt Rabenstein bei Zwiesel. Die dort seit 1881 ununterbrochen arbeitende Niederschlagsstation wurde im Zuge der beklagenswerten Sparmaßnahmen des DWD Ende 2004 aufgelöst.

Für einen April herrschte bereits rege Gewittertätigkeit: 6 Tage (2., 3., 17., 22., 23. und 25.4.) liegen bereits nahe am Monatsrekord von 7 Tagen (zuletzt 1999). Es hagelte auch schon zweimal: am 2. für etwa 10 Minuten von 16.40 bis 16.50 Uhr MESZ und fünf Minuten lang am 16.4. (15.32 bis 15.37 Uhr MESZ). Nebel herrschte an 13 Tagen, Alpensicht kam nicht vor.

Wie gewohnt folgen nun besondere Witterungsereignisse des abgelaufenen Monats. Am 5.4. kam es entlang einer Luftmassengrenze (ein in diesem Winter schon wiederholt aufgetretenes Phänomen) zu kräftigen Schneefällen, die aber deutlich unter den denkwürdigen Ereignissen früherer Aprilmonate blieben. Schneehöhen am 6.4. morgens:


 
Basel
6 cm
Tänikon/CH
12
Landsberg/Lech
16
Laupheim
17
Kaufbeuren
22


Am 7.4. sank über dem frischen Neuschnee die Temperatur  in Badgastein/A bis auf – 10,4°C.

Der 9.4. war wiederum von ergiebigen Dauerniederschlägen geprägt, die teilweise über 50 mm brachten:


 
Wutöschingen
49,9 mm
Küssaburg
50,9
Zürich-Kloten
51
Bad Säckingen
55
Bern
55
Genf
56
Wynau
56
Pully/CH
59
Neuchâtel
59


In Seefeld ging die Temperatur in der Nacht bis auf – 12,4°C zurück.

Am 22.4. kam im Bereich der Lüneburger Heide zu außerordentlich starken Niederschlägen, die in Fassberg 37,8 und in Soltau 31,8 mm ergaben: in Soltau hat es an einem Apriltag seit mindestens 1925 noch nie soviel Niederschlag gegeben.

Schon am 26.4. kam es wieder zu Starkniederschlägen, diesmal einerseits in Oberösterreich (Frankenmarkt 55 mm), als auch andrerseits in Thüringen: Jena 32,1 mm, Artern 35,9 mm (höchster 24stündiger Tagesniederschlag im April  seit Beobachtungsbeginn 1890!) und Schwarzburg 47,1 m.

Der 28.4. war dann im Allgäu besonders nass: Halblech-Buching 50,5 mm, Unterjoch-Untergschwend 50,0 mm.

Tags darauf wurde dann der Süden und Osten Österreichs reichlich beregnet: Kötschach-Mauthen 51 und Eisenstadt im Burgenland 47 mm.

Auffällig hohe Monatsniederschlagsmengen wurden von der nördlichen Schweiz über das Alpenvorland bis hin nach Niederösterreich bzw. zur Steiermark hin registriert. Als erstes Beispiel sei München angegeben, wo mit 132 mm der sechst-nasseste April seit Beobachtungsbeginn 1847 festgestellt werden konnte (Absolutes Maximum 161 mm 1847, dann folgen 1980, 1924 [jeweils 156 mm], 1965, 1888 und 1930):
 
 

In Deutschland schwankten im Übrigen die Niederschlagssummen zwischen 214 mm in Balderschwang und 20 mm in Cottbus.

Die angesprochenen hohen Mengen in der Schweiz führten dazu, dass Bern den nassesten April seiner Messgeschichte erlebte (209 mm, bisheriger Höchstwert 199 mm im Jahr 1977):
 
 
Aber auch in Basel reichte es zum vierten Platz in der Reihe seit 1864, ebenso wie in Zürich-Zürichberg:
 
 
 
Bei den „Lücken“ 1893 handelt es sich um den praktisch niederschlagsfreien April 1893, in Zürich gab es auch 1865 weniger als 0,5 mm Niederschlag. 

Wolfgang Webersinke, Daxstein, Mai 2006