Witterungsbericht September 2005

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Der erste Herbstmonat 2005 verlief wieder nach dem seit 18 Jahren sattsam bekannten Muster: oft zu trocken, zu sonnig und deutlich zu warm.

In Zenting-Daxstein waren bis einschließlich dem 16.9. alle Tage zu warm und die dann folgenden blieben oft nur minimal zu kühl; insgesamt hatten wir den wärmsten September seit 1999. Niederschlagsmäßig war alles der Norm entsprechend. Die 9 Nebeltage verteilten sich in der Zeit vom 10. bis 16. am 28. und 29., die Gewitter traten am 2., 3. und 27. auf. Alpensicht kam wieder nicht vor.

In den ersten acht Tagen des Monats gab der Hochsommer sein letztes Gastspiel mit Temperaturen teils über 30 Grad: 
 
Hohe Tagesmaxima der Temperatur
1.9. Wunstorf
31,9°C
7.9. Mendig
32,1
8.9. Holzdorf
32,2
  Aschersleben
32,0

Praktisch als Ausgleich dazu sanken die Minima ab dem 18.9. an mehreren Tagen an dafür disponierten Stationen teilweise unter die Null-Grad-Grenze: 
 
Tiefe Tagesminima der Temperatur
18.9. Fassberg
- 2,4°C
  Stiege
- 1,7
  Karlshagen/Usedom
- 1,3
  Nürnberg-Netzstall
-1,0
  Seehausen/Altmark
-0,5
19.9. Morgenröthe-Rautenkr.
-3,2
  Kalterherberg
-1,8
  Stiege
-0,8
  Sohland
-0,8
  Roth
-0,6
20.9. Carlsfeld
-1,4
21.9. Carlsfeld
-0,5
  Roth
-0,7
30.9. Bernau
-3,7

Vom 10. bis 12.9. gab es zum Teil große Regenmengen innerhalb von 24 Stunden, vor allem im Mittelgebirgsraum: 
 
Große Tagesmengen des RR
2.9. Bischofswiesen
77,2 mm
  Berchtesgaden
57,1
9.9. Oy-Mittelberg
89,2
  Veringenstadt
63,7
  [in 2 Stunden!]
 
  Kaufbeuren
54,4
10.9. Regensburg
49,8
  Ansbach
62,4
  Bernburg/Saale
61,1
11.9. Chemnitz/DWD
66,4
  Chemnitz-Bebrisdorf
67,8
  Wasserkuppe
66,0
12.9. Kemnath
53,0
17.9. Villach
66
  Kötschach-Mauthen
60

 

Die fett gedruckten Stationen erlebten dabei die höchsten 24-Stunden-Mengen im September seit Beobachtungsbeginn (Regensburg 1879, Ansbach 1879, Bernburg 1901, Chemnitz 1864 und Wasserkuppe 1923).

Im ganzen Monat fallen die hohen Sonnenscheindauern besonders in Norddeutschland auf (z. B. Lindenberg 240 Stunden); überall jedoch blieben die Rekordwerte des September 1959 unangetastet. In der Übersicht erscheinen die Monatssummen von Kassel (2005 zusammen mit 1895 an dritter Stelle seit 1889 nach 1921 und 1959) und Potsdam (2005 an fünfter Stelle nach 1929, 1934, 1949 und 1959).

Beim Niederschlag lagen, wie oft in den letzten Monaten, sehr trockene Gebiete gar nicht so weit entfernt von Überschussgebieten. Als Beispiel sind Würzburg und Regensburg angeführt. Im ersten Ort fielen 100 mm, eine Summe, die nur dreimal im September seit 1880 überschritten wurde (1957, 1940 und 1939), in Regensburg waren es nur magere 14,1 mm, was zuletzt 1969 unterboten wurde (1959 nur 4 mm).

Wolfgang Webersinke, Daxstein, 15.10.2005