Witterungsbericht Juni 2005

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Nach einem sommerlichen Beginn erlebten wir im diesjährigen Juni eine vorgezogene Schafskälte, der sich eine hochsommerliche zweite Monatshälfte anschloss. Die Wärmeanomalie erreichte aber bei weitem nicht die Dimensionen des legendären Juni 2003.

In Zenting-Daxstein ergab sich ein recht unscheinbarer Sommermonat mit wenig Gewittern, einer ziemlich trockenen Luft (nur ein einziger Nebeltag, am 22. sogar Alpensicht) und wenig ergiebigen Niederschlägen, aber immerhin am 11. ein vierminütiger Hagelschauer.

Die schon angesprochene Schafskälte verursachte in den bekannten ungünstigen Lagen nochmals Luftfröste in 2 m Höhe:
 
2.6. Haidmühle -1,9°C
8.6. Seefeld -0,7
Oberstdorf -1,0
10.6. Bernau -5,2
11.6. Mariapfarr -0,8
Seefeld -1,4

Am 8. Juni sank die Temperatur in Zürich-Kloten bis auf 2,8°C, was den tiefsten Juniwert seit dem 5.6.1975 bedeutet. Nirgends aber sind die extrem tiefen Werte von Anfang Juni 1962 erreicht worden!

In der letzten Junidekade hingegen stieg das Quecksilber auf hochsommerliche Höhen:
 
21.6. Karlsruhe 36,0°C
24.6. Innsbruck/Flh. 34,7
Mühlacker 36,2
28.6. Rheinfelden 34,6

In Innsbruck muss man bis zum 30.6.1950, als es wärmer war, zurückgehen, um den Rekordwert für Juni zu finden: 35,9°C.

An mehreren Tagen gingen, meist im Zusammenhang mit Gewittern, große Regenmengen nieder, die hier aufgelistet sind:
 
14.6. Deisenhofen 51,2 mm
Kisslegg 56,1
Zinnwald-Georgenf. 63,4
München/Stadt 63,8
Wielenbach 71,9
Münsterhausen 94,5
25.6. Laufen 51,0
Eggenfelden 54,1
Siegsdorf-Höll 63,9
Pocking/Ndb. 64,3
Inzell 84,7
Zell am See 94,3
Ruhpolding 112,9
26.6. Teisendorf 80,3
29.6. Köln-Wahn 56,7
Solingen 68,5
Köln-Niehl 69,5
Lissendorf/Eifel 70
Schifferstadt 123,5
30.6. Hersbruck 115,2

Für München/Stadt liegt das absolute Junimaximum (seit 1879) bei 86,7 mm am 26.6.1955, für Köln-Wahn (ab 1890) bei 62,1 (2.6.1961).

Bei den monatlichen Niederschlagssummen gab es wieder sowohl in der Nähe der Minima wie auch der Maxima Ereignisse, die grafische Aufbereitung rechtfertigen: Während Köln-Wahn 161,9 mm erreichte (1997 gab es schon einmal 206 mm!), kam Braunschweig nur auf 11,6 mm (1932 nur 6 mm!)

Aber auch die 36 mm von Freudenstadt sind bemerkenswert, da nur einmal in der langen Reihe noch weniger Niederschlag vorkam (24 mm im Jahr 1925):

In der Westschweiz schließlich lachte die Sonne besonders ausgiebig vom Himmel, so dass die Sonnenscheindauer deutlich über 300 Stunden lag (315,5 Std.):
 
 

Wolfgang Webersinke, Daxstein, Juli 2005