Witterungsbericht Juli 2004

für Deutschland, Österreich und die Schweiz


Ganz im Gegensatz zum vergangenen Jahr gebärdete sich heuer der Juli: in der Gesamtbilanz oft nahe bei den Mittelwerten, weit entfernt von jeglichen Hitzerekorden.
Dies betraf in Zenting-Daxstein vor allem die Temperatur, die fast den 30jährigen Mittelwert erreichte und nur 17 K Gesamtspanne umfasste. Die Niederschläge fielen doch recht reichlich (viermal über 20 mm) und waren an drei Tagen mit Hagel vermischt (unspektakulär am 10. und 20.7.), wobei am 24. im Garten beträchtliche Schäden verursacht wurden, weil der fünfminütige Hagel (Durchmesser der Körner 1 cm) zusammen mit stürmischen Böen aus Nordwest auftrat und so viele Blätter zerfetzt wurden (z.B. Zucchini, Engelstrompeten). Nebel gab es an 7 Tagen und programmgemäß keine Alpensicht.
Entgegen den Erfahrungen im Juni ereigneten sich im Juli sehr viele Gewitter mit teilweise großen Wetterschäden durch Hagel, Sturmböen und Überschwemmungen. Besonders am 8.7. war dies der Fall, als ein etwa 250 km langer Hagelzug vom Schweizer Mittelland bis zum Bodensee reichte. In Stockach lagen Hagelberge, aber auch nordwestlich von München wurden Hagelschloßen mit einem Durchmesser von bis zu 7 Zentimeter beobachtet (im Raum Weichs/Arnbach). Folgende große Tagessummen habe ich in Erfahrung gebracht (Internetrecherchen, Witterungsbericht von Meteo Schweiz, Witterungsreport DWD usw.):
 
1.7. Wien-Mariabrunn 55 mm
3.7. Wangerooge 58,9
4.7. Horumersiel 65,6
Hooksiel 55,3
8.7. Locarno-Monti 130
Cimetta 103
Coschen 89,2
Zinnwald-Georgenfeld 74,7
Altenberg/Sa. 64
18.7. Freihung-Großschönbrunn 50,7
20.7. Weißenberg/Sa. 60,3
Zimmritz b. Jena 57
Amelinghausen 53,7
23.7. Gernrode 68
Bad Königshofen 63,8
Oberhof 54,6
Offenbach am Main 53,8

Die Tagesmengen des 8.7. im Tessin liegen noch deutlich unter den Extremwerten für 24 Stunden im Juli (Locarno 167 mm am 17.7.1987 und 170 mm am 8.7.1947). Die 53,8 mm von Offenbach (DWD Kaiserlei) sind innerhalb einer Stunde gefallen!
Exzessiv hohe Monats-Niederschlagssummen hat es lediglich im Nordwesten der Bundesrepublik gegeben (genau dort waren im Mai äußerst geringe Mengen gefallen siehe meinen Mai-Bericht). Auf Norderney wurde die höchste Julimenge seit Beobachtungsbeginn 1881 festgestellt (169 mm; bisheriges Maximum 164 mm im Jahr 1920).

Für den August liegen die maximalen Schwellenwerte deutlich höher: im August 1917 wurden auf Norderney sogar 242 mm gemessen (allein 98,6 mm am 2.8.) Stellenweise lag zwischen Wilhelms- und Bremerhaven auch heuer die Monatssumme über 200 mm (Nordenham 209,5 mm).

Wolfgang Webersinke, Daxstein, 13.8.2004

Letzte Aktualisierung 26.10.2004
Durch Wolfgang Webersinke