Witterungsbericht Juni 2004

für Deutschland, Österreich und die Schweiz


Trotz aller Klagen war der vergangene Juni ein Ausbund an Normalität, die viele nach dem Rekordjuni des Vorjahrs nicht mehr für möglich gehalten hatten. Das Gefühl einen „schlechten“ Juni erlebt zu haben,  liegt auch den Hitzewellen im Juni der Jahre 2000 und 2002. 

Aus Zenting-Daxstein gibt es nichts Außergewöhnliches zu berichten: alle Parameter bewegten sich im normalen Rahmen, außer dass es weniger Gewitter gab als im Durchschnitt; und auch die vier Gewittertage brachten nur ganz harmlose Entladungen (10., 11., 19. und 23.6.). Nebel trat an 7 Tagen auf. 

In der Schweiz, Österreich und Deutschland gab es recht oft kühle Nächte, die in den bekannten, anfälligen Lagen noch fast täglich zu Boden-, manchmal auch noch zu Luftfrost führten (z.B. Sonnenbühl, Albstadt-Degerfeld, Haidmühle …). Am 21.6. beispielsweise klagten viele Gartenbesitzer im Grafenauer Land im Bayerischen Wald über erfrorene Gurkentriebe. 

An einzelnen Tagen in der ersten Monatshälfte gingen zum Teil große Tagesregenmengen nieder, die zu
Überschwemmungen und Murenabgängen im Gebirge führten: 

1.6. Marbach/Innerschweiz 103,5 mm 
       Langnau im Emmental 94 
2.6. Gersau/CH   91,1 
       Litschau/Waldviertel  86 
       Steinen-Vogelpark  112,1 
       Schopfheim    85,9 
       Heitersheim   77 
3.6. Bischofswiesen  89,3 
       Oberammergau  85,3 
       Reutte/Tirol   85 
       Salzburg-Freisaal  76 
        Spitzingsee   69,3 
        Salzburg/Flgh.  66 
        Bad Tölz   65,8 
        Bregenz   62 
12.6. Arriach/Kärnten  69 

Betrachtet man die prozentuale Niederschlagsverteilung über den drei Ländern, so fällt auf, dass es
nördlich der Alpen keine großen Abweichungen vom Normalwert gab, dafür umso mehr südlich davon!
Im Schweizer Sottoceneri fiel verbreitet weniger als 20 % des durchschnittlichen Niederschlags, als
Beispiel ist die Grafik von Lugano gewählt, wo mit 17,3 mm die kleinste Junimenge seit mindestens 1861
gemessen wurde (bisheriger Minimalwert 29 mm im Jahr 1894); die Norm von Lugano beträgt übrigens
171 mm. Ganz anders die Situation weiter im Osten: in Kärnten fiel zum Teil mehr als 200 % des üblichen
Junisolls und in Klagenfurt konnte der regenreichste Juni der langen Messreihe (ab 1814!) verzeichnet
werden. Allerdings gab es dort schon mehrere Junimonate, die nahe an diesem Wert lagen (über 200 mm
in den Jahren 1815, 1816, 1944, 1956, 1958 und 1975). 


Was schon für Daxstein gesagt wurde, gilt auch für die Schweiz: der ganze Juni 2004 zeigte eine
ausgesprochene Gewitterarmut, was wenig Schäden in diesem Bereich bedeutete. 

Über den Tornado von Micheln/Köthen, Anhalt (am 23.6.) lesen Sie bitte den Artikel von Olaf Peters. 

Wolfgang Webersinke, Daxstein, 10.7.2004

Letzte Aktualisierung 13.07.2004
Durch Wolfgang Webersinke