Witterungsbericht März 2004

für Deutschland, Österreich und die Schweiz


Wie schon im Februar blieben wir auch im März vor extremer Witterung verschont, die früh- lingshafte Wärmewelle in der zweiten Hälfte der zweiten Dekade war da von angenehmer Natur.

In Zenting-Daxstein waren die beiden Kaltphasen (bis zum 11.3. und vom 22. bis 28.3.) dominierend, so dass der Monat etwas zu kalt ausfiel. 9 Eistage (davon noch mal zwei am 26. und 27.3.) bedeuten so viele wie seit März 1987 nicht mehr (damals allerdings 15). Die Schneefälle waren aber alle nur wenig ergiebig. Trotzdem hielt sich die hohe, alte Schneedecke über den Wärmeschub hinaus und zerfiel erst am Monatsletzten: sie war seit dem 15.12.2003 ununterbrochen vorhanden und hatte damit eine Lebensdauer von 107 Tagen, was durchaus im Rahmen des Normalen in unserer Region ist. Gewitter gab es keine, dafür 8 Nebeltage und 3 Tage  mit Alpensicht (6., 8. und 21.3.).

Da in der Monatsbilanz keine besonderen Rekorde vorkamen, genügen diesmal die Hinweise zu einzelnen Tagen im mitteleuropäischen Raum:

Am 2.3. betrug das Minimum in Albstadt-Degerfeld – 24,0°C.
Am 6.3. hatte Klingenbrunn/Bahnhof – 20,2 und Haidmühle – 22,5°C
Der 8.3. brachte Kärnten und der Obersteiermark viel Neuschnee (maximale Schneedecke am 9.: Klagenfurt 38, Reisach 99 und Mariazell 165 cm).

In Deutschland  und der Schweiz erreicht die Frühlingserwärmung am 17.3. ihren Höhepunkt:

Bendorf am Rhein  24,6°C
Baden-Baden   24,8
Ihringen   24,8
Köln-Niehl   24,8°
Sion/Wallis   24,9°

Tags darauf dann auch vorwiegend in Österreich:

Innsbruck   24,4°C
Bad Radkersburg  24,5
Chur    24,6

Innsbruck hatte am 26.3.1955 schon einmal einen Sommertag mit genau 25,0°C, Sion am 23.3.1968 sogar 26,6°C. Vor allem im Süden Deutschlands brachten der 17. und 18.3.2004 Rekordwerte für die Tagesmitteltemperatur wie auch für die Tagesmaxima, z.B. München am 17.3. 22,5 und am 18.3. 22,8°C, was die jeweiligen Tagesrekorde um 1,5 und um 2,2 K heraufsetzte (siehe die beigegebene Grafik der Märzmaxima).

Auf der Zugspitze war der 18.3. mit einer Tagesmitteltemperatur von 1,7°C der wärmste seit  mindestens 1901 (vorher 1947 mit 1,4°), auf dem Hohenpeißenberg ebenso (14,9° gegen 12,6° 1947), dort auch noch der Vortag (14,0° gegen 12,3° 1947). In Berlin wurde am 17.3. der Tagesrekord knapp eingestellt (13,1° gegen 13,0 1933), während am 18. der Rekord nur egalisiert  wurde (12,2° zusammen mit 1884).

Am 23.3. konnte auf der Zugspitze der erst vier Jahre alte Tagesniederschlagsrekord (81,0 mm am 17.3.2000) bedeutend verbessert werden: 100,9 mm, was natürlich sehr hohe Neuschneesummen zur Folge hatte.

Gleich am nächsten Tag „erwischte“ es weitere Stationen im Alpenbereich mit sehr großen Tagesmengen:

Wien-Mariabrunn  48 mm
Hopferau   61
Reutte/Tirol   73
Wendelstein   94,4

Wien-Mariabrunn hatte seit Stationseröffnung 1950 noch nie einen so hohen Tagesniederschlag im März. Übrigens meldete Wien-Hohe Warte den nassesten Dreimonatszeitraum (Januar bis März) seit 1900 (heuer 253 mm, 1900 285 mm). In der Zentralschweiz hingegen blieb es sehr trocken: Zermatt 3, Visp 5 mm im März.

Da die Niederschläge oft als Schnee fielen, ergaben sich hohe Schneedecken (St. Gallen 72 cm) oder Neuschneemengen (Garmisch-Partenkirchen 42 cm, jeweils am 25.3., St. Gallen 75 cm in zwei Tagen!).

Wolfgang Webersinke, Daxstein, 10.4.2004

Letzte Aktualisierung 14.04.2004
Durch Wolfgang Webersinke