Witterungsbericht Januar 2004

für Deutschland, Österreich und die Schweiz


Das lange geltende Zirkulationsmuster des Jahres 2003 wurde im Januar 2004 eindrucksvoll beendet: Niederschlagsarmut und hohe Sonnenscheindauern gehören damit wohl der Vergangenheit an.

Dies trifft auch für Zenting-Daxstein zu, wo nur drei Tage völlig ohne Niederschlag blieben und die Monatssumme 250 mm erreichte (162 cm als Neuschneesumme). Das ist aber weit  entfernt vom Rekordniederschlag des Januar 1976 (421 mm). Die höchste 24stündige Neuschneesumme brachte mit 22 cm der 30.1. Am 12.1. gab es zwischen 23.04 und 23.09 Uhr zwei elektrische Entladungen. Nebel stellte sich an 14 Tagen ein, an 7 Tagen konnte Alpensicht beobachtet werden.

Herausragende Witterungsereignisse im vergangenen Monat waren allein von den Tiefsttemperaturen und den Niederschlägen zu vermelden.

Am 6.1. sank das Thermometer in Gars am Kamp/NÖ auf 24,4 und in Haidmühle auf 25,9°C. Noch tiefer ging es am 23. (Oderwitz 27,7 und Haidmühle 29,9°C). Das absolute Minimum wurde dann tags darauf, am 24.1., gemessen:

Aigen im Ennstal  - 24,2°C
Bad Mitterndorf
Mariazell   - 24,6
St. Michael im Lungau - 27,8
Oderwitz   - 28,0
Haidmühle   - 30,6

Sehr große 24stündige Niederschlagssummen vermeldeten der 11.1. (Nebelhorn 74,9 mm) und dann der 13.1., hier vor allem im Schwarzwald:

Krunkelbachhütte  143,2 mm
Triberg    108,6
Freudenstadt-Langenwald 101,9
Freudenstadt-Kienberg 101,5

Für die letztgenannte Station des DWD bedeutet dies die größte 24stündige Januarmenge seit mindestens 1876 (bisher: 99,0 mm am 27.1.1901).

Im südlichen Bayern, im südlichen Baden-Württemberg sowie hinüber bis in die Schweiz nördlich des Alpenhauptkamms fielen stark übernormale Januarniederschläge, die teilweise sogar die bisherigen Höchstmarken übertrafen. An folgenden Orten war dies der Fall:

Stuttgart-Echterdingen 121 mm
Ulm    111
Klippeneck   142
Augsburg/Stadt  143
Flh. Erdinger Moos  122,5
Mühldorf   138

Auf dem Klippeneck begannen die Beobachtungen 1928, für das Erdinger Moos liegt eine Reihe ab 1921 vor, Ulm beginnt 1880, Mühldorf 1899 und Augsburg 1879.

Eine weitere Anzahl von Stationen in diesem Gebiet hatte 2004 den zweithöchsten Wert der langen Reihe, z.B.

Oldenburg i.O.  126 mm
(Rekord 1976 mit 129 mm; einzige Station,
die in NW-Deutschland liegt)
Stuttgart/Stadt   98
(Rekord 102 mm)
München/Stadt  125
(Rekord 160 mm im Jahr 1900)
Zürich/Meteo Schweiz 156
(Rekord 180 mm im Jahr 1910)

Von Oldenburg, Zürich und München sind die entsprechenden Grafiken wieder aufbereitet worden.




Während nördlich der Alpen fast täglich bedeutende Niederschläge auftraten, war es südlich davon häufig trocken, so dass dort gebietsweise nur sehr wenig Niederschlag fiel:

Lugano   14 mm
Spittal an der Drau  9
Zeltweg   7
 

Bedingt durch die große Unbeständigkeit der Witterung ergaben sich vor allem im Sauerland und Rothaargebirge sehr geringe Sonnenscheinsummen:

Lüdenscheid   8 Stunden
Kahler Asten   10

An beiden Orten gelten aber weiter noch niedrigere Extremwerte (Lüdenscheid 6 Stunden im Januar 1935, Kahler Asten 6 Stunden im Januar 1952).

Wolfgang Webersinke, Daxstein, 14.2.2004

Letzte Aktualisierung 20.02.2004
Durch Wolfgang Webersinke