Witterungsbericht Dezember 2003

für Deutschland, Österreich und die Schweiz


Auch der letzte Monat des Jahres passte genau in das lange bekannte Schema des ganzen Jahres: zu trocken, zu sonnig, meist zu mild.

Vor allem die erste Dekade war in Zenting-Daxstein sehr niederschlagsarm (1,9 mm) und am 8. und 9. ging die Luftfeuchtigkeit auf sehr geringe Werte zurück (am 8. kurz vor Mitternacht gerade einmal 13 Prozent); dazu war es an beiden Tagen ganztägig vollkommen wolkenlos. Die sehr löcherige Schneedecke wurde erst ab dem 15. deutlich aufgestockt (am 16. immerhin 31 cm Neuschnee!). Ganz untypisch kamen immer noch wunderbar sonnige Tage zustande, wie am 18. und am Heiligabend. In den Hochdruckphasen sank die Luftfeuchtigkeit erneut ab, so dass im Mittel eine sehr niedrige Luftfeuchte gemessen wurde (nur 73 %).

10 Nebeltagen (ebenfalls deutlich zu wenige) standen 12 Tage mit Alpensicht gegenüber, davon 5 Tage am Stück vom 24. bis 28.

Der Überblick des Wettergeschehens in Deutschland, Österreich und der Schweiz fällt diesmal recht knapp aus, da nur wenige, außergewöhnliche Ereignisse stattfanden. Zuerst war da die Wärme des 2. Dezember: der Hohenpeißenberg hatte mit 18,2°C Tagesmaximum den zweithöchsten Dezember-Wert seit 1879 (Beim Tagesmittel [12,5°C] war es das höchste für diesen Tag der 12,0°-Wert von 1835 wurde überboten). Allein Garmisch-Partenkirchen schaffte das absolut höchste Maximum seiner Messreihe (ab 1888): 18,6°C; der alte Höchstwert stammt mit 18,0° vom 19.12.1989. Teilweise gab es noch höhere Maxima:

  • Vaduz/FL  20,2°C
  • Altenstadt  20,3
  • Feldkirch/Vorarlberg 20,3
  • Sonthofen  20,8
An den ersten drei Dezembertagen wurde der Süden Frankreichs gebietsweise von Rekordregenfällen betroffen (Departements Vaucluse, Bouches du Rhône, Gard, Ardèche sowie Hérault und Aude). Folgende Mengen wurden gemessen:

1.12. Marseille-Observatoire 182 mm
         Cassis   198
         Aubenas-Barnas 214
          (vom 1.- 3. sogar 367)
         Cheylard  233
3.12. Montpellier-Ville 167
         (7-13 Uhr allein  129
         1. - 3.12.  248)

Zu bedenken ist, dass die Dezembernorm in Montpellier nur 60 mm beträgt

Am 13. Dezember kam es dann auch bei uns, vorwiegend im Gebiet des Harz und des hinteren Bayerischen Waldes zu großen Tagesmengen des Niederschlags:

Brocken  68,4 mm
Gr. Arber  72,6
Braunlage  82,3

In Braunlage konnte sogar der alte 24stündige Tagesrekord vom 3.12.1960 (72,1 mm) deutlich übertroffen werden, während dies auf dem Brocken nicht gelang (72,1 mm am 1.12.1961).

Kräftige Wintergewitter ließen sich am 15.12. hören, in Markt Schwaben gab es sie zweimal um 6.25 und 6.45 Uhr.

Am kältesten war es genau zu Weihnachten (aber nicht extrem):

Seefeld/A  - 25,4°C am 24.
Mariazell/A  - 24,8     am 25.
Aigen im Ennstal/A - 24,6     am 25.

Zum Monatsende kamen dann schließlich auf der Alpensüdseite ergiebige Dauerniederschläge zustande:

Kötschach-Mauthen/A 50 mm am 29.

Bei den Monatssummen des Sonnenscheins gab es nur vereinzelt absolute Rekordwerte (längst nicht so flächendeckend wie das der DWD behauptete). Nach einer ersten Durchsicht hat Frankfurt am Main mit 75,4 Stunden die 73 Stunden von 1963  und 1972 übertroffen und in Karlsruhe (hier ist die Grafik zu sehen) gab es mit dem Jahr 1940 (82,0 Std.) praktisch Gleichstand (81,8 Std. heuer). Auch in Neuenburg in der Schweiz gab es mit 81 Stunden den sonnigsten Dezember seit mindestens 1901. Es ist aber zu beachten, dass es beim Sonnenschein, gerade in Deutschland, längst nicht so viele langjährige Reihen wie bei Temperatur oder Niederschlag gibt.

Wolfgang Webersinke, Daxstein 10.01.2004

Letzte Aktualisierung 10.01.2004
Durch Wolfgang Webersinke