Witterungsbericht Juli 2003

für Deutschland, Österreich und die Schweiz


Zwischen dem singulären Juni und dem zu erwartenden beispiellosen August verhielt sich der Juli 2003 zwar auch sehr sommerlich, aber nicht so extrem.

In Zenting-Daxstein überwogen die warmen Witterungsabschnitte, die Hitze hielt sich in Grenzen, weiterhin aber bestimmten hohe nächtliche Minima den Monat. Auffallend war die Niederschlagsarmut, die aber erst im August dann zu Trockenschäden führen sollte. So fielen zwischen dem 6. und 21.7. nur 5,9 mm Regen, die relativ ergiebigsten Niederschläge gab es vom 1. bis 7. und dann vom 22. bis Monatsende (46,5 mm).

Gewitter waren selten und nur schwach ausgeprägt, Nebel trat an 6 Tagen auf. Im Zusammenhang mit dem Sonnenscheinreichtum dieses Jahres ist zu erwähnen, dass in Daxstein der letzte sonnenlose Tag der 2. April war, diese Serie ist bis heute (12.8.) noch nicht beendet!

In West- und Mitteleuropa kam es aber doch zu Hitzexzessen, die aber nur ein Vorgeplänkel für den August darstellten. Folgende außergewöhnliche Maxima kamen vor:

12. Carpentras/F   37,9°C
 Carcassonne   38,2
13.  Bordeaux-Mérignac  37,9
14. Lyon-Bron   37,8
16. Köln-Niehl/MM  38,6
19. Montélimar/F   37,9
20. Colmar/F   38,6
 Mannheim/MM  38,8
 Rheinfelden   38,7
 Genf-Cointrin   37,8

Für Colmar war es die höchste Juli-Temperatur seit Stationsgründung, in Genf handelte es sich um die zweithöchste Juli-Temperatur seit 1864 (38,3°C am 28.7.1921).

In München/Stadt sind bis zum Monatsende schon 56 Sommertage zusammengekommen, der absolute Jahresrekord liegt bei 66 solcher Tage, es wird spannend um wie viele Tage dieser Grenzwert heuer überboten wird!

Beim Durchziehen von Gewittern sind stellenweise extrem starke Windböen aufgetreten:

14. Biscarosse/F   158 km/h
 Bordeaux   159
21. Innsbruck   139

Niederschlagsmäßig war im Juli wenig Außergewöhnliches geboten. Ganz im Norden handelte es sich um einen besonders trockenen Juli: Helgoland hatte mit 20,0 mm den dritt-trockensten Juli seit 1931 (nach 1983 mit 17 und 1955 mit 12 mm). In Kiel hier ist die Niederschlagsgrafik ab 1851 zu sehen gab es 25 mm, nur sechs Julimonate waren gleich trocken oder noch niederschlagsärmer: 1983 (2 mm), 1955 (24), 1929 (25), 1885 (14), 1869 (21) und 1852 (20 mm).

In Marseille-Marignane sind seit dem 28.5. nur 0,2 mm Regen gefallen, in Nizza lediglich 5 mm.

In Lüdenscheid gingen am 16.7. 60,2 mm nieder; seit 1925 waren nur der 22.7.1972 (66,1 mm) und der 11.7.1958 (63,9 mm) noch nasser. Marnitz hatte am 17.7. 54,3 mm; auch dieser Wert wurde bisher zweimal im Juli überboten: 83,4 mm am 14.7.1924 und mit 68,2 mm am 7.7.1884. 

Weitere große Tagesmengen wurden an folgenden Orten festgestellt:

16.7. Générargues/F  100 mm
17. Freilassing   52,1
 (Hagelunwetter)
22. Mühlacker/MM  82,4
24. Eberfing   58
27. Fischen/Allgäu  57,8
 Benediktbeuern/DWD 57,1
 Murnau   56,4

Wolfgang Webersinke, Daxstein, 13.8.2003

Letzte Aktualisierung 12.09.2003
Durch Wolfgang Webersinke