Witterungsbericht März 2003

für Deutschland, Österreich und die Schweiz


Die Neigung zu Hochdrucklagen setzte sich auch im März unvermindert fort, so dass in Zenting-Daxstein noch weniger Niederschlag als im Vormonat fiel: die 24,6 mm von heuer  sind allerdings schon in 11 Märzmonaten seit 1876 unterschritten worden, zuletzt 1984; das absolute Minimum war 1921 mit nur 12 mm. Da die winterliche Schneedecke fast den ganzen Monat zum Abtauen benötigte, waren auch keinerlei Trockenschäden zu verzeichnen.

Auffällig tief war das Mittel der Luftfeuchtigkeit mit lediglich 63 %, noch niedrigere Werte gab es 1931 und 1933 (mit je 61 %) und 1943 mit 56 %. Letzterer Wert stellt das absolut tiefste Luftfeuchtigkeitsmittel aller Monate seit 1916 dar. Am 22. und 23. März wurden zum Termin II (14.30 Uhr MEZ) nur jeweils 22 % gemessen. Wegen der wenig hohen Luftfeuchte kam es auch nur an 6 Tagen zu Nebel.

Während in der Daxsteiner Hanglage nur 15 Frosttage auftraten, waren es in Klingenbrunn/Bahnhof 30. Alpensicht gab es am 10. und 23.3. Am 30. machte sich das erste Frühlingsgewitter bemerkbar, allerdings mit nur wenig Regen.

In Norddeutschland ereigneten sich am 15. März dieses Jahres außerordentlich hohe Luftdruckstände: Berlin meldete 1044,7 hPa, was dort den höchsten Märzwert der letzten 120 Jahre bedeutet. München hatte am 16.3. 1042 hPa, hier wurden aber zuletzt am 3.3.1990 deutlich höhere Werte beobachtet (1045,5 hPa).

Auch München/Stadt hatte ein auffallend tiefes Luftfeuchtigkeitsmittel (58 %); seit 1879 war nur 1976 (57 %) und 1899 (56 %) die Luft im März im Innenstadtbereich noch trockener. Der absolut tiefste Terminwert der Luftfeuchtigkeit wurde hier mit 11 % am 20.3.1974 und am 18.3.1906 beobachtet. Noch niedriger war das Mittel in Freiburg im Breisgau mit 55 % (ebenfalls Stadtlage).

In einigen Gegenden Deutschlands, Österreichs und der Schweiz verlief der heurige März sehr trocken. Weniger als 10 mm gab es gebietsweise im Norden und Nordosten von Deutschland (z.B. Arkona 8,7 mm, dort aber eine Reihe von Märzmonaten mit noch weniger Niederschlag [1932: 2 mm!]) und im Süden (Ulm 8,3 mm; Rekord bei 1,3 mm im Jahr 1953). Von Stuttgart-Schnarrenberg liegt eine Grafik vor. Heuer gab es dort 8 mm, der Rekord stammt ebenfalls von 1953 (3 mm).

In der Schweiz waren vor allem der Tessin und das Engadin sehr trocken: die 8 mm von Davos sind zusammen mit 1924 der dritt-tiefste Wert der ganzen Reihe (ab 1864). 

In Österreich lag der Schwerpunkt der Trockenheit mehrheitlich südlich des Alpenhauptkamms: in Lienz/Osttirol fielen im Februar und März nur je 1 mm Niederschlag, so wenig wie noch nie in den beiden Monaten zusammen. Nur 0 mm im März 2003 hatte Spittal an der Drau. Von der langen Reihe von Klagenfurt (ab 1814!) sind wieder alle Werte in einer Grafik zu sehen; hier gab es im März 4 mm.

Dass auch die Sonne zahlreiche Überstunden machte, verwundert nicht. Von Zürich/Meteo Schweiz sowie von Essen wurden Grafiken angefertigt. Am letzten Ort reichte es zum sonnigsten März der Messreihe (ab 1906). In Zürich schien die Sonne in vier Jahren seit 1884 noch länger als heuer. Schließlich meldete auch Kap Arkona den höchsten Sonnenscheinwert seit Aufzeichnungsbeginn (205 Stunden; allerdings erst seit 1949). Bei den meisten Orten wurde der extrem sonnige März von 1953 auch nicht annähernd erreicht, die geringste Differenz hatten noch die Zugspitze (11 Stunden weniger) und der Kahle Asten (10 Stunden weniger). Damals summierten sich die Sonnenstunden auf dem Feldberg im Schwarzwald auf 262,6 und auf dem Höchenschwand auf 267. In Südösterreich gab es sogar bis zu 284 Stunden Sonnenschein (Villacher Alpe).

Auch hinsichtlich der Trockenheit ist der März 1953 ungeschlagen: von Franken über die obere Donau bis hinüber nach Rheinland-Pfalz gab es weniger als 5 mm (z.B. Trier-Stadt 1,6 mm), die kleinsten Werte lagen bei 0 mm (z.B. Erlangen/Bauhof, Höchstadt/Aisch oder Markt Bibart), wobei Mündling, Wassertrüdingen und Öttingen ganz ohne messbaren Niederschlag blieben.

-->Zu den Niederschlagsdiagrammen

Wolfgang Webersinke, Daxstein April 2003

Letzte Aktualisierung 21.04.2003
Durch Wolfgang Webersinke