Wetterstation Zenting-Daxstein

Monatlicher Witterungsbericht für den August 2015

 

 

Witterung an den VdA-Stationen

 

Der August 2015 war im Mittel der Stationen mit 1,2 bis 5,5 Kelvin Abweichung deutlich wärmer als sein Normal, mit 24 bis 275 Prozent niederschlagsnormal und mit 86 bis 143 Prozent sonnenscheinreich.

Bei den monatlichen Temperaturmitteln hatten die Stationen F-Bornheim (23,4), Berlin-Rahnsdorf (22,8), Jessen (22,5) und Pretsch (22,1) die höchsten Werte aufzuweisen. Die tiefsten Werte wurden an den Stationen Bitz-Degerfeld (16,3), Schobüll (18,1), Bitz (18,2) und Neumünster (18,6) gemessen. Im Vergleich zum langjährigen Mittel gab es überwiegend positive Abweichungen. So hatten Berlin-Rahnsdorf (5,5), Pegnitz (4,9), Jessen (4,6) und F-Bornheim (4,6) die deutlichsten Abweichungen aufzuweisen. Die Höchstwerte traten vorwiegend am 7. des Monats auf. Die höchsten Maxima registrierten die Stationen F-Bornheim (39,9), F-Sachsenhausen (39,9) und Alzenau (39,8). Es traten außergewöhnlich viele heiße Tage auf. Die meisten heißen Tage hatte die Station Jessen mit 18, die wenigsten die Station Schobüll mit 2. Es traten außergewöhnlich viele Sommertage auf. Die Anzahl der Sommertage lag zwischen 28 in Neuenhagen und 0 in Zenting-Daxstein. Am tiefsten sank das Quecksilber in Bitz-Degerfeld (1,2), Berlin-Friedrichshagen (4,8), Jänickendorf (5,1) und Neumünster (5,6). Im Mittel wurde der kälteste Tag am 01. registriert. Als tiefste Temperatur am Erdboden registrierte die Messstelle in Bitz-Degerfeld 0,2 Grad Celsius am 01.

Das Mittel der relativen Luftfeuchtigkeit der Stationen lag bei 71 Prozent.

Die Niederschlagsverteilung war in Deutschland recht ausgeglichen. Die höchsten Niederschlagmengen konnten an den Stationen Oelde (196,4), Horneburg (144,0), Oelde-Sünninghausen (141,0) und Köln-Weiß (137,4) gemessen werden. Die geringsten Mengen konnten an den Stationen Arnsberg (18,1), Neuenhagen (24,4), Berlin-Friedrichshagen (24,5) und Berlin-Rahnsdorf (25,1) registriert werden. In der prozentualen Bilanz führten Oelde (275,0), Köln-Weiß (208,5), Eisleben (208) und Bismark (198,9) die Rangliste an. In Zenting-Daxstein fielen hingegen nur 24 Prozent des Monatssolls. Die Anzahl der Tage mit messbarem Niederschlag lag zwischen 15 in Horneburg und 7 in Neuenhagen. Die höchste Niederschlagsmenge konnte die Station Oelde mit 114 am 9. messen.

Die meisten Sonnenstunden registrierten die Stationen in Jänickendorf (293,5), Bismark (260,0), F-Sachsenhausen (255,0) und Olbernhau (254,1). Am wenigsten schien die Sonne in Michelstadt (187) und Köln-Weiß (219,2). Prozentual gesehen reichte die Spanne von Olbernhau (142,5) bis Michelstadt (86), wobei die Stationen mit einem Überschuss klar überwogen. Heitere Tage gab es im Durchschnitt 8, trübe Tage dagegen 6.

Die höchste Windspitze konnte die Station Jänickendorf mit 18,5 m/s messen. Das Mittel an Tagen mit Windspitzen über Beaufort 6 (windige Tage) lag bei 3, das Mittel mit Windspitzen über Beaufort 8 (stürmische Tage) lag bei 0. Den Höchstwert bei den windigen Tagen hatte die Station Darmstadt mit 16, bei den stürmischen Tagen war es die Station Arnsberg mit 1. Der Luftdruck hatte ein Mittel von 1014,9 hPa aufzuweisen.

Die meisten Gewittertage registrierte der Beobachter in Salzwedel, wo es an 9 Tagen blitzte und donnerte.

©Marco Ringel, Frank Beranek

 

 

Kurzmeldungen der Stationen

 

Salzwedel

Auch im August war der Sommer 2015 auf Rekordjagd. Die Durchschnittstemperatur lag deutlich über dem langjährigen Mittel. Gerade die 1. Monatshälfte hat dazu kräftig beigetragen. Aber über den gesamten Zeitraum gibt es eine deutliche Abweichung nach oben. Auch durch die gewittrigen Niederschläge mit Platzregencharakter liegt der Wert deutlich über dem Mittel.

 

Berlin-Rahnsdorf

Der August war der zweitwärmste seit Aufzeichnungsbeginn 1977 (nach 1997) und nur 1982 und 2003 waren seit 1978 noch trockener. Der Sommer wollte gar nicht enden, nur 18., 25., 28. und 29. waren keine Sommertage. Der Berliner Hitzerekord wurde am 7. im Südosten des Stadtgebietes am Kaniswall aufgestellt; nur ca. 5 km davon entfernt waren es immerhin noch 36 Grad! Ein überraschendes Gewitter am 31. kündigte dann hier im Südosten Berlins das Sommerende an.

 

Kleve

Der August war nur um 0,1° kühler als der Juli. Bis zum 14. fiel nur 1/10 des Monatsniederschlags. Am 15 begann die verregnete zweite Monatshälfte. Bis zum 17. kamen insgesamt 72,5 mm herunter was fast dem Juli entspricht, dabei fielen die Tagesmaxima weit unter 20°. Nach dem 17. gab es nur 3 Tage die kühler als 25° waren, zum Monatsende stiegen die Maxima dann über 30°.

 

Ahlen/Westfalen

Der August war in Ahlen etwas zu warm und viel zu nass. Dabei kamen vor allem die Starkregenereignisse währender einer stationären Luftmassengrenze am 16. und 17. zum Tragen. Unwetter blieben in Ahlen aus, die Gewitter, die aufzogen, trafen die Station nicht direkt. Eine regelrechte Dürreperiode gab es ebenso nicht.

 

Oelde

Am 10. gab es über Oelde ein starkes Unwetter. Es regnete bei starkem Gewitter von 2024 Uhr. In diesem Zeitraum fielen in Oelde Ahmenhorst 114 mm, in Oelde Luder 130 mm, im Oelder Norden ca. 140 mm und in Oelde-Sünninghausen 55.3 mm. Durch den starken Regen liefen 400 Keller voll Wasser. Die Feuerwehr hatte 600 Einsätze auch durch überflutete Straßen. Die Gesamtschule und der Vierjahreszeiten-Park wurden stark beschädigt.

 

Arnsberg

Nach monatelanger Trockenheit hat es im August erstmals wieder flächendeckend geregnet. Mit 148 mm fiel sogar weit mehr als das Anderthalbfache der normalen Augustsumme von 83 mm. Mit 18.7°C gegenüber sonst 15.7°C war es erheblich zu warm. Der Monat steht damit an 4. Stelle der seit 1867 in Arnsberg registrierten zu warmen Augustmonate. Bisheriger Spitzenreiter ist der August 2003 mit 19.7°C.

 

Eisleben

Dritthöchste Monatsmitteltemperatur seit Messbeginn 1953. Geringfügig wärmer war es im August 2003 nur zuvor 1997. An 4 Tagen gab es neue Höchstmarken beim Tagesmaximum und zwar am 06., 14. 30. und 31. In der Reihenfolge wärmster Sommer nimmer der diesjährige mit 19.4°C gemeinsam mit 1983 den 4. Platz ein, die Spitzenplätze halten 2003 (20.4°C) und 1992 (20.0°C), unterstützt durch hohe Temperaturmittel im jeweiligen Juni.

 

Köln-Weiß

Der letzte Sommermonat 2015 war etwas zu warm, erheblich zu nass bei etwas übernormaler Sonnenscheindauer. Insgesamt fiel in diesem Sommer 258,6 mm Regen (Norm 247 mm). Er entsprach damit etwa dem langjährigen Mittel.

 

Heuchelheim

Zweitwärmster August seit Messbeginn. Am 30. und 31. neue Dekadenrekorde der T-Maxima mit 34.0°C und 33.3°C. Zweitheißester Sommer seit 1971.

 

Großen Buseck

Luftdruck Min. 1005.4 hPa am 24., Max 1026.8 hPa am 21. Spitzenwind 35.4 km/h am 24., Windrichtungsmittel S.

 

Elz

Dieser August war nach 2003 der zweitwärmste seit 1950. Auch die Max.-Temp. wurde nur 2003 überboten. Die Nächte waren oft sehr mild, eine Min.-Temp. von 9.1°C wurde nur 2002 und 1990 übertroffen. Die Anzahl der heißen Tage wurde nur 2003 überboten. Sommerbilanz: Zweitwärmster Sommer nach 2003, auch die Max.-Temp. und Anzahl der heißen Tage wurden nur 2003 übertroffen.

 

Alzenau

Bei kolossaler Hitze 7. zu trockener Monat in Folge. Damit weitere Verschärfung der extremen Dürre. Wiesen verdorrt, Wälder färben sich bereits wie im Oktober, Wasser fehlt an allen Ecken und Enden.

 

F-Bornheim

Den neuen Hitzerekord vom Juli überbot der August noch einmal. Rekord für den 31.08. ebenfalls neu aufgestellt mit 35.1°C. Hitze vom 01.-13. und vom 29.-31. Starke Gewitter fehlten diesen Sommer völlig. Meist nur mäßiger Regen - wenn überhaupt.

 

F-Sachsenhausen

Am 07. gab es überhaupt neuen historischen Hitzerekord in Frankfurt, als ich 39.9°C messen konnte. Zuvor war 2003 an diesem Tage mit 34.7°C besonders heiß. Die 39.9°C lösen den überhaupt je gemessenen (auch an den Wetterstationen in der Nähe) Hitzerekord vom 12.08.2003 ab, welcher 38.7°C in Sachsenhausen betrug. Zum Vergleich: Die Station Frankfurt Westend hatte am 07.08.2015 39.6°C und der Wetterpark in 5 km hatte 39.5°C.

 

Mühlheim a.M.

Siebter zu trockener Monat in Folge. Niederschlagssumme 01.01.-31.08.2015 = 270.4 mm = 60° des langjährigen Mittels. Niederschlagsdefizit mittlerweise 180 mm.

 

Neu-Isenburg

Der August war der 7. Monat in Folge mit zu wenig Niederschlag. Zur Monatsmitte zeigten sich die Folgen der Trockenheit im Verein mit der extremen Hitze: völlig verdorrte Rasenflächen, Bäume und Büsche warfen ihr Laub ab. Danach milderten einige Regenfälle die Dürre.

 

Darmstadt

3. wärmster August in der Reihe seit 1830. Noch wärmer waren 1997 (21.3°C), 1911 (21.7°C) und 2003 (22.4°C). Das T-Max von 38.9°C war der höchste je gemessene Wert in einem August in der Reihe seit 1862. Die Zahl von 14 heißen Tagen wurde nur 1997 (15) und 2003 (16) überboten. Sommer: Mittel 20.1°C (+2.4K), T-Max 38.9°C, T-Min 4.7°C, 32 heiße Tage, 57 Sommertage, 130.4 mm (64%) Niederschlag, 703.3 h (121%).

 

Gernsheim

Mittlere Windgeschwindigkeit: 2,9 m/s Tage mit Nebel: 0 1. Dekade:23,9°C (24,3°C 4,4K) 23,7mm (93%) 2. Dekade:20,8°C (20,9°C 1,6K) 11,9mm (55%) 3. Dekade:21,1°C (21,3°C 3,7K) 17,0mm (86%) Temperaturen in Klammern: (Tx+Tn)/2 und Abweichung gegen 1961-1990

 

Wolfach

Nach 2003 zusammen mit 1992 wärmster August der Messreihe (seit 1958). Wieder recht trocken, nur am 14. bei einem Gewitter hohe Tagesmenge von 44 Liter/qm und damit mehr als die Hälfte des gesamten Monatsniederschlags.

 

Westheim

Höchste Windböe am 08. mit 38.3 km/h.

 

München-Harthof

Heißer Monat, aber deutlich kühler als 2003. 13 Tage mit Alpensicht.

 

Mitterdarching

Dominierende Windrichtung: WSW. Höchstes Tagesmittel der Temperatur am 30. mit 24.2°C. Höchstes Temp.-Minimum am 08. mit 17.9°C. Max. Luftdruck: 1025.0 hPa am 20., Min. Luftdruck: 1003.7 hPa am 24. Min. rel. Luftfeuchtigkeit: 27% am 12.

 

Frabertsham

Höchstes Monatsmittel der Temperatur (20.4°C) und höchstes absolutes Maximum (34.3°C) seit 2003.

 

Peter Süßmann, Darmstadt, den 27.09.2015 

 

Wettertabellen

 

 

 

 

Wettergrafiken

 

 

 

 

Grafiken von Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein der Referenzstationen

 

 

 

 

 

 

Grafiken von Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein der Stationen in Süd- und Mittelhessen

  

Auch der August war sehr warm, leicht zu sonnig und ebenfalls zu trocken.

Besonders heiß war es in der ersten Monatshälfte, wo am 7.8. zum Teil wieder rekordverdächtige Werte gemessen wurden, so 39,9 Grad in Frankfurt Sachsenhausen, oder 39,6 Grad in Elz.

Danach ging es kurz gemäßigt weiter, jedoch zum Ende des Monats hin wurde es erneut sehr heiß, es wurden nochmals Werte von fast 35 Grad gemessen.

Gewitter waren trotzdem selten, markante Ereignisse waren selten und kaum erwähnenswert. Lediglich Großen Busek meldete am 16. eine Tagessumme von gut 34mm, welches von der Dauerregenlage in Mittelhessen stammt. Hier war es dann auch im Monat gesehen am Nassesten.

 

Fazit:

Der August 2015 endete rund 3K über dem Mittelwert 1961-1990. Die Sonne zeigte sich rund 15-20% mehr als üblich und Niederschlag fiel nur etwa 2/3 des normal üblichen Solls. Am nassesten war es in Großen-Busek mit knapp 79mm, am trockensten in Bad Kreuznach mit rund 28mm.

 

Florian Besinger - Wetterstation Walldorf - im Oktober 2015

 

 

 

Verteilungskarten

 

 

 Temperaturverteilung
Niederschlagsverteilung
Abweichung der Temperatur
Abweichung des Niederschlages
Heiße Tage
Sommertage
Luftdruck

Marco Ringel

 

 

Abweichungen

 

 

Relativgrafiken und Ereignisstage der VdA-Wetterstationen für den August 2015

 

 

(Vergrößerung durch anklicken der Grafiken!)

ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-klima.de/vda-Stationen 
Sommertage, Heiße Tage
ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-klima.de/vda-Stationen 
Eistage, Frosttage und Bodenfrosttage
ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-klima.de/vda-Stationen 
Gewittertage
ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-klima.de/vda_mitglieder2015/2015_08/vda-Stationen 
Abweichung der Temperatur vom Normalwert in Kelvin
ChartObject Prozentuale Erfüllung der Niederschlagssumme vom Normalwert (1961-1990) der http://www.vda-klima.de/vda-Stationen
Erfüllung des Niederschlages vom Normalwert in Prozent
 
Erfüllung der Sonnenscheindauer vom Normalwert in Prozent

 

 

 

 

 

 


© by VdA 2015

ZurückWeiter
Wolfgang Webersinke 2000-2017 | webmaster@daxstein-wetter.de