VdA - Verband der deutschspr. Amateurmeteorologen

Monatlicher Witterungsbericht für den April 2017

 

 

Witterung an den VdA-Stationen

temperaturnormal, zu trocken, sonnenscheinnormal

 

 

An dieser Stelle nun wieder der Witterungsbericht der VdA-Stationen für den April 2017.

 

Der April 2017 präsentierte sich im Schnitt der 47 meldenden Stationen mit einer Abweichung von -0,04 K normal temperiert. Dabei lag das Temperaturmittel bei 8,2 °C , die Abweichung betrug -0,04 K. Beim Niederschlag gab es mit einem Durchschnitt von nur 62 % % im Landestrend eine unterdurchschnittliche Versorgung mit Niederschlag.

Die Sonnenscheindauer betrug im     April diesen Jahres       normale 98,4 %.

 

Hier nun die einzelnen Stationsauswertungen:

Zunächst wieder die Stationen mit den höchsten Temperaturmitteln im April 2017:

F-Bornheim                             11,5 °C

Offenbach-Bürgel                    10,3 °C

Gernsheim                               9,9 °C

Erlensee                                  9,8 °C

Darmstadt                               9,6 °C

Die tiefsten Mittelwerte meldeten folgende Stationen:

Bitz-Degerfeld             3,9 °C

Bitz                                         5,5 °C

Olbernhau                               5,9 °C

Zenting-Daxstein                      6,4 °C

Mitterdarching             6,8 °C

Die Abweichungen hielten sich die Waage. Hier die Stationen mit den höchsten positiven Abweichungen:

Bismark                                   1,1 K

Berlin-Rahnsdorf,

F-Bornheim und

Mitterdarching je                     0,9 K

Jessen                                     0,8 K

Die Höchstwerte der Temperatur traten vorwiegend am 01. des Monats auf.

Hierbei registrierten die Stationen

Jessen                                     28,7 °C

Neuenhagen und

Jänickendorf je            24,8 °C

Berlin-Friedrichshagen 24,7 °C

F-Bornheim                             24,4 °C

die höchsten Maximaltemperaturen.

Lediglich Jessen meldete 1 Sommertag.

Es gab es im April noch zahlreiche Frosttage. So meldete Bitz-Degerfeld 28 Frosttage . Lediglich Frankfurt-Bornheim blieb gänzlich frostfrei.

Die tiefsten Temperaturen registrierten

Bitz-Degerfeld                         -10,8°C

Hechingen-Stein                                  - 6,6 °C

Bitz                                                     - 5,8 °C

Großen Buseck                                   - 5,5 °C

Mitterdarching                         - 5,3 °C

Die kältesten Tage wurden meist um den 20. des Monats registriert.

Als tiefste Temperatur am Boden vermeldete die Messstelle Bitz-Degerfeld -13,2 °C am 20.

Bis auf Mühlanger hatten alle meldenden Stationen im April mindestens einen Bodenfrosttag. Spitzenreiter ist hier wieder einmal Bitz-Degerfeld mit 28 Bodenfrosttagen.

Das Mittel der relativen Luftfeuchtigkeit der meldenden Stationen lag bei 72 %.

Es gab im April 2017 mit 62,1 % eine unterdurchschnittliche Niederschlagsbilanz der meldenden Stationen.

Die höchsten Niederschlagsmengen vermeldeten dabei folgende Stationen:

Zenting-Daxstein                      126,0 mm

Mitterdarching             121,5 mm

Westheim                                105,4 mm

München-Harthof                    101,8 mm

Frabertsham                            97,8 mm

Die geringsten Niederschlagsmengen konnten dagegen an den Stationen

GG-Dornheim                         7,4 mm

Gernsheim                               7,9 mm

Kiedrich                                  11,8 mm

Jessen                                     12,5 mm

Pretsch                                    13,1 mm

gemessen werden.

In der prozentualen Bilanz führten

Westheim                                178 %

München-Harthof                    162 %

Zenting-Daxstein                      153 %

Schobüll                                  135 %

Neumünster                             127 %

die Rangliste an.

Die geringsten prozentualen Mengen fielen dagegen an der Station Gernsheim mit 16 %.

Die höchste Tagesniederschlagsmenge konnte die Station Westheim mit 31,3 mm am 26. messen.

Die Anzahl der Tage mit messbarem Niederschlag lag zwischen 20 Tagen in Neumünster und Gröditz und 3 Tagen in GG-Dornheim.

Die höchste Schneedecke registrierte die Station Bitz mit 20 cm. 11 Stationen meldeten an mindestens einem Tag eine geschlossene Schneedecke.

Die meisten Sonnenstunden konnten im April die Stationen

Gernsheim                   204 Stunden

Bitz                              196 Stunden

Darmstadt                    194 Stunden

für sich verzeichnen.

Die wenigste Sonnenscheindauer verzeichneten dagegen

Neuenhagen                  98 Stunden

Olbernhau                     99 Stunden

Jessen                         107 Stunden

Pegnitz             141 Stunden

Auch hierbei hielten sich Überschuss und Defizit die Waage

Prozentual gesehen war der Spitzenreiter hier Wolfach mit 127 %. Schlusslicht bildete hier Neuenhagen mit 53 % Sonnenschein.

Heitere Tage gab es im Durchschnitt 4, trübe Tage dagegen 10.

Die höchste Windspitze erreichte die Station Neuenhagen mit 18,9 m/s.

Das Mittel an Tagen mit Windspitzen über Beaufort 6 (windige Tage) lag bei 6, das Mittel an Tagen mit stürmischen Wind (Bft 8) lag bei 0. Den Höchstwert bei den windigen Tagen hatte die Station Neuenhagen mit 19 Tagen. Bei den stürmischen Tagen war es die Station Schobüll mit 1 Tag.

Der Luftdruck hatte im April ein Mittel von 1019,1 hPa.

An 11 Stationen gab es mindestens 1 Gewittertag. Spitzenreiter war hier Westheim mit 3 Gewittertagen.

©Marco Ringel, Frank Beranek

 

 

Kurzmeldungen der Stationen

 

Salzwedel

Nach einem von den Temperaturen her gesehenen recht milden Start in den Monat, folgte in der zweiten Monatshälfte der deutliche Temperatursturz. Noch einmal ausgeprägte Minusgrade haben den blühenden Pflanzen kräftig zugesetzt. Ein sehr kalter Aprilmonat hat sich da gezeigt. Die Niederschlagsmenge war wiederum sehr niedrig- etwas mehr als fünfzig Prozent der durchschnittlichen Menge. Die Sonne dafür im Normalbereich.

 

Berlin-Rahnsdorf

Der April war so kühl wie seit 20 Jahren (1997) nicht mehr - der 8.kühlste seit Aufzeichnungsbeginn 1978. Zudem war er wieder zu trocken. Dies lag vor allem daran, dass dem Frühling nach verheißungsvollem Start mit 23° HT am 1. ziemlich bald "die Puste ausging". Endgültig stellte sich am 10./11. die Wetterlage um, sodass dann gerade zu Ostern (14.-17.) typisches "Aprilwetter" herrschte. Der Ostersonntag (16.) "glänzte" mit kräftigen Schauern und nur 9°C HT. Graupel- und Hagelschauer beherrschten auch das folgende Wochenende (22./23.) mit dem "Weißen Sonntag". Immerhin stellte sich zum Monatsende am "langen WE" am So. 30. noch einmal Sonnenschein ein -allerdings wieder nur bei kühlen 14° HT.

 

Kleve

Zu Monatsbeginn noch der Jahreszeit entsprechend. Ab der 2. Dekade erfolgte dann die Abkühlung. Ab dem 14. gab es bis zum Monatsende nur 2 Tage mit einem Temperaturmittel von über 10°, die Temperaturminima lagen meist unter 5°. Der Niederschlagsschwerpunkt waren die Ostertage an denen über die Hälfte der Monatssumme zusammen kam

 

Ahlen/Westfalen

Der April startet recht warm, im Verlauf des Monats setze sich dann aber meist Kaltluft durch, so dass es am Ende 1 K zu kalt war. Der April war außerdem viel zu trocken, es fielen gerade 16.2 mm Niederschlag.

 

Arnsberg

Der April zeigte sich in der 1. Dekade freundlich und mild. Bei bis zu 23°C machte die Vegetation einen kräftigen Schub. In der 2. Monatshälfte dominierte Kaltluft. Häufige Nachtfröste mit bis zu -3.5°C, am Erdboden bis -6.1°C, verursachten Schäden an Obstbaumblüten. Im Hochsauerland gab es noch einmal 10 cm Schnee (17. und 18.). Mit nur 32 mm Niederschlag (normal sind es 79 mm) war es viel zu trocken.

 

Eisleben

Eine normale Monatsmitteltemperatur sagt nichts aus über die wirklichen Verhältnisse der warmen und frostfreien 1. Monatshälfte und der anschließend kalten Witterung mit 6 Nachtfrösten zwischen dem 18. und 30. Der Temperaturverlauf ähnelte dem eines Oktobers. Am 01. wurde mit 21.7°C sogar ein Tagesrekord und am, 30. mit -0.7°C ein neuer Tiefstwert (seit 1953) gemessen. Einen solchen Temperaturverlauf gab es auch im April 1991.

 

Köln-Weiß

Der April war nach dem erheblich zu warmen März zu kalt und viel zu trocken. Nach dem zu warmen März kam es durch den für Köln sehr späten Hüttenfrost zu etlichen Frostschäden. Die Sonne schien am längjährigen Durchschnitt gemessen etwas zu viel.

 

Großen Buseck

Luftdruck Min. 1005.3 hPa am 25., Max. 1036.5 hPa am 20. Spitzenwind 48.4 km/h am 18. und Windrichtungsmittel NW.

 

Elz

Der gefühlt zu kalte April liegt im Temperatursoll des langj. Mittel von 1961-90. Zuletzt waren der April 2011, 1997 und 1991 kälter. Sehr ungewöhnlich: März und April fast genau die gleiche Mitteltemperatur, Der 19. könnte der kälteste 19. April seit Aufzeichnungsbeginn gewesen sein. Extrem trockener April, nur 2010, 2007, 1996, 1976 und 1955 waren trockener. Damit hat sich die lang anhaltende Trockenheit nochmals verschärft.

 

Alzenau

Die durch den extrem warmen März um etwa 2 Wochen zu frühe Obstbaumblüte erlitt beim Frost am 20. erheblich Schäden. Auch große Belastungen der Pflanzenwelt durch die Trockenheit.

 

F-Bornheim

Der April war zweigeteilt; 1. Hälfte deutlich zu warm, 2. Hälfte eher zu kalt. Und erneut war es viel zu trocken.

 

Offenbach-Bürgel

Nach dem deutlich zu milden März nun ein temperaturtechnisch unauffälliger April (+0,4 K / 10,3°C), sogar einmal Nachtfrost zum Auftakt der 3. Dekade (-2,0°C am 20.), keine Sommertage. Die Niederschlagsbilanz fällt dagegen klar unterdurchschnittlich aus mit nur 18,7 mm (37 %).

 

Mühlheim a.M.

20.: Frostschäden am wilden Wein.

 

Neu-Isenburg

Ein weiterer extrem trockener Monat mit nur 14.7 mm, die ausschließlich von Ostersamstag bis Osterdienstag fielen. Fatal der scharfe Spätfrost am 20., der viele Blätter und Blüten erfrieren ließ. Besonders stark sind Nussbäume betroffen. Auch die Apfelernte dürfte dieses Jahr sehr bescheiden ausfallen.

 

Darmstadt

Die Niederschlagssumme von 14.1 mm wurde in einem April letztmals 2003 mit 13.8 mm und 2007 mit 0.4 mm unterboten. Die Zahl von 2 Tagen mit >=1.0 mm Niederschlag wurde in der Darmstädter Reihe seit 1894 nur 1933 mit 1 Tag und 2007 mit 0 Tagen unterboten. Das Tagesmittel am 19. betrug 4.1°C, das entspricht einem normalen Tag Ende Februar.

 

Gernsheim

Mittlere Windgeschwindigkeit: ELV: 2,9 m/s Mittlere Windgeschwindigkeit: Davis: 1,7 m/s Tage mit Nebel: 0 Daten ELV (alte Wetterstation) Mittel: 9,5°C 1. Dekade:11,3°C (11,5°C 2,9K) 0,0mm ( 0%) 2. Dekade: 8,4°C ( 8,2°C -1,4K) 7,9mm ( 54%) 3. Dekade: 9,0°C ( 8,4°C -2,3K) 0,0mm ( 0%) Temperaturen in Klammern: (Tx+Tn)/2 und Abweichung gegen 1961-1990

 

Schillingsfürst

Niederschlagsmengen im Landkreis Ansbach zwischen 32.6 mm in Rothenburg und 54.6 mm in Wassertrüdingen. Kältester April seit 16 Jahren und schneereichster April seit 31 Jahren. Am 26. lagen auf dem Hesselberg selbst am Nachmittag noch rund 5 cm Schnee.

 

Wolfach

Monat mit zwei völlig gegenseitigen Hälften. In der ersten Aprilhälfte sehr sonnig, trocken und warm. Die Mittelwertabweichung betrug +3,4 Grad. Niederschlag gab es lediglich 7,4 Liter/qm. In der zweiten Monatshälfte dagegen 56,4 Liter/qm und eine Mittelwertabweichung von -3,0 Grad. Am 20. und 21. Luftfrost mit deutlich sichtbaren Frostschäden.

 

Westheim

Höchste Windböe am 17. mit 53 km/h.

 

Mitterdarching

Dominierende Windrichtung: WSW. Max. Luftdruck: 1035.3 hPa am 20., Min. Luftdruck: 1005.1 hPa am 26. Min. rel. Luftfeuchtigkeit: 31% am 10. 2 Tage mit Graupel; Kein Tag mit Nebel; Höchsttemperatur am 28.: +1.3°C.

 

Frabertsham

Spätester Termin mit einer geschlossenen Schneedecke (8 cm am 29.04.) seit Aufzeichnungsbeginn 1994.

 

Zenting-Daxstein

Wegen Abwesenheit sind die Messwerte meist interpoliert, die Niederschlagsmenge insgesamt entspricht der gefallenen Menge.

 

Peter Süßmann, Darmstadt, den 15.05.2017

 

 

Wettertabellen

 

 

 

Wettergrafiken

 

 

 

 

Grafiken von Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein der Referenzstationen

 

 

 

 

 

 

Grafiken von Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein der Stationen in Süd- und Mittelhessen

 

 


 

 

Verteilungskarten

 

 

 Temperaturverteilung
Niederschlagsverteilung
Abweichung der Temperatur
Abweichung des Niederschlages
Luftdruck
Frosttage
 

Marco Ringel

 

 

Abweichungen

 

 

Relativgrafiken und Ereignisstage der VdA-Wetterstationen für den März 2017

 

 

(Vergrößerung durch anklicken der Grafiken!)

ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-klima.de/vda-Stationen 
Sommertage, Heiße Tage
ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-klima.de/vda-Stationen 
Eistage, Frosttage und Bodenfrosttage
ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-klima.de/vda-Stationen 
Gewittertage
ChartObject Abweichung der Temperatur vom Normalwert an den http://www.vda-
            klima.de/vda_mitglieder2017/2017_04/vda-Stationen 
Abweichung der Temperatur vom Normalwert in Kelvin
ChartObject Prozentuale Erfüllung der Niederschlagssumme vom Normalwert (1961-1990) der http://www.vda-
            klima.de/vda-Stationen
Erfüllung des Niederschlages vom Normalwert in Prozent
 
Erfüllung der Sonnenscheindauer vom Normalwert in Prozent

 

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